Spieglein, Spieglein, kauf mir Hosen

20.01.2017

Unser digitaler Kleiderschrank hilft auf dem WORLDWEBFORUM Zürich beim Anziehen.

Es gibt Ideen, die sind nüchtern. Die sind manchmal gut aber… naja, Sie wissen schon. Gut halt. Und dann gibt es Ideen, die sind irgendwie besoffen. Die fangen auch immer irgendwie mit „irgendwie“ an und gehen mit „müsste man doch mal einfach…“ weiter. Und alle so: Prost. Und irgendwie ist es auch wieder eine dieser besoffenen Idee, mit der wir am 24. und 25. Januar beim WORLDWEBFORUM in Zürich aufschlagen. Die Idee heißt „Digitaler Kleiderschrank, der lernt, welche Hose zu welchem Shirt passt und Empfehlungen aus Onlineshops kann“. Und wir heißen Sebastian und Arne, Director Creative Technology und Creative Director bei Fork Unstable Media. Wir bauen Sachen, weil wir es können.

Gut: „Digitaler Kleiderschrank, der lernt, welche Hose zu welchem Shirt passt und Empfehlungen aus Onlineshops kann“ ist ein Arbeitstitel, aber genau darum geht es uns Digital-Fricklern ja häufig: Wir bauen einen Prototyp, lasst uns einfach mal ausprobieren, was wir können, und was der kann. Es ist kein fertiges Produkt. Das wollen wir auch gar nicht bauen, denn Produkte sind anstrengend und wir eine unangestrengte UX-Agentur.

Das Internet of Things wird zum Stylisten

Darum tut unser Prototyp erstmal genau das, was man von einer UX-Agentur erwarten sollte: kommunizieren, anderer Leute Leben leichter machen und dabei überraschend einfach sein. Denn im Grunde muss man nur ein Kleidungsstück vor den Spiegel halten, der direkt dazu passende Kleidungsstücke anbietet. Und: zeigt, wo es auf der Kleiderstange hängt. Damit das funktioniert, kann unser Kleiderschrank auch fotografieren. So kann sich der Besitzer ganz einfach seine Outfits zusammenstellen und direkt im Spiegel zeigen lassen.

Hey… ja, genau: Das klingt doch so wie das, woran uns Fashion-Onlineshops gewöhnt haben – was zueinander passt, ist einfach und schnell auffindbar. Darum haben wir die Basis direkt weiter gedacht und können einen Onlineshop anbinden. Womit nicht nur über eine Recommendation Engine weitere Produkte angeboten werden können. Es könnte sogar gekauft werden. Und damit hätten wir einen E-Commerce-Case ohne Onlineshop, App oder sonstigen Schnickschnack.

Creative Technology gegen verlorene Socken

Die Grundidee, die wir später zur besoffenen abfüllten, kam dabei tatsächlich aus einem ganz alltäglichen Problem: Socken neigen zum Verschwinden. Meistens nur eine von zweien. Das ist ja bekannt. Irgendwie müsste also die eine doch die andere wiederfinden können… und so weiter. Ruckzuck war die Idee volltrunken und Sebastian im Möbelhaus.

Tatsächlich handelt es sich übrigens um einen handelsüblichen skandinavischen Kleiderschrank mit Glastür, die mit durchlässiger Spiegelfolie beklebt ist. Von innen ist ein ebenso handelsüblicher Bildschirm montiert, von außen einige wenige Knöpfe und ein RFID-Sensor. Die Kleidungsstücke sind ebenfalls mit RFID-Chips ausgestattet. Gesteuert wird alles vom Mikro-Computer Raspberry Pi. Man könnte jetzt sagen: Amazon Dash weitergedacht. Oder einfach nur: So funktioniert Onlineshopping eben, wenn man mal den Kontext berücksichtigt – andere Kunden, die deine Hose besitzen, interessierten sich auch für dieses Shirt. Jetzt in Größe M bestellen (Andere Kunden berichteten, dass es eher klein ausfällt)?

Der digitale Kleiderschrank auf dem WORLDWEBFORUM im Zürich

Wer sich das gute Stück in echt anschauen möchte und zufällig in Zürich ist, ist herzlichst auf einen Plausch auf das WORLDWEBFORUM eingeladen. Dort geben wir auch gern einen Einblick, wie wir User Experience Design, Hardware Prototyping und das Internet of Things bei Fork leben. Und wie man Ideen betrunken macht. Denn wir selbst waren dabei übrigens die ganze Zeit nüchtern. Irgendwie.

Sebastian Martens (li.) und Arne Hollmann

wollen uns als Creative-Technology-Experten mithilfe des Internet of Things das Leben erleichtern – und unseren Kleidungsstil verbessern.

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