3 Karrieretipps aus der Oberliga

22.01.2019

Unsere Redakteurin Inessa Brauer über ihre Highlights vom ChefTreff in Hamburg

Wenn aus dem Publikum „geile Sau“ nach vorne gerufen wird und Vice Presidents sagen „Scheiß auf eine 60-Stunden-Woche“, dann findet Karriereunterhaltung ohne Tabus statt. So wie beim ChefTreff im CinemaxX Dammtor. 900 Studierende und Young Professionals setzen sich in die samtigen Sessel des größten Kinosaals Hamburgs, um Machern und Chefs auf der Bühne zuzuhören. Einer der Experten stammt von uns: Merlin Koene, Partner bei unserer Strategieberatung.

Unser Corporate-Communications-Spezialist Merlin Koene auf der Bühne

1. Finde ein tolles Team

Merlins Lieblingsdisziplin? Krisenkommunikation. Kein Wunder, denn mit seiner gefestigten Grundeinstellung scheint ihn nichts so schnell aus der Bahn zu werfen: People. Purpose. Gute Laune. Halb Holländer, halb Engländer und mit leicht österreichischem Dialekt erzählt er von seinem Werdegang als Journalist beim Spiegel-Verlag bis hin zum Kommunikationsstrategen bei Unilever und aktuell bei fischerAppelt.

Wenn du an etwas glaubst, entwickelst du eine unglaubliche Energie. Frage dich, welche Werte du hast und wo du hinwillst.

Merlin Koene, fischerAppelt

Und sein Purpose? Purpose! Bei einem Sabbatical hat er herausgefunden, was ihn vorantreibt. Gute Werte und ein noch besseres Team. Die Basis für hervorragende Arbeit – oder ein leidenschaftliches Hobby – wie er es nennt. „Ich gehe doch nicht zur Arbeit, weil ich den Drucker so geil finde, sondern weil mein Team super ist.“ Merlins Tipp für eine erfolgreiche Karriere: „Du musst in dich selbst investieren. Bau dir ein gutes Netzwerk auf, dem du vertrauen kannst und mach das, was dir Spaß bringt.“ Deswegen nimmt Merlin auch Arbeit mit nach Hause, allerdings in Form von Eiscreme. In seinem Wohnzimmer steht ein Gefrierschrank voll mit Ben & Jerry’s Pints, gesponsert von seinem ehemaligen Arbeitgeber, der auch unser Kunde ist.

Waldemar Zeiler von Einhorn Condoms bei seiner Keynote

2. Bleib dir treu

Auch bei den anderen Speakern wird schnell klar: Sie leben ihren Beruf. Dabei musste der Weg nicht geradlinig dorthin laufen. Manche sind mit 19 Jahren nach Amerika geflogen, um ein Idol aufzusuchen. Andere sind auf einem Einhorn dahergeritten und haben ihr eigenes magisches Unternehmensland in Berlin gegründet, so wie der Gründer von Einhorn Condoms. Waldemar Zeiler betritt die Bühne in Jeans (Socken sichtbar), weißem Shirt, auf dem groß „Female Future Force” steht, 30-Tage-Bart, langen Haaren und Mütze. Typisch „bärtiger Öko-Hipster”, wie er sich selbst bezeichnet. Vor zehn Jahren sah das noch anders aus. Er zeigt ein Foto, auf dem ein BWL-Musterschüler mit weißem Hemd und zurückgegeltem Haar in die Kamera grinst. Das Publikum liebt ihn für seine ehrliche, authentische Art und vielleicht auch dafür, dass er ganz unverfroren Penis und Scheide sagt. Als Kondom-Hersteller gehört das immerhin zum Businesskontext. Neben all dem Spaß ist seine Message deutlich: Gar nicht erst erwachsen werden, nicht 08/15, sondern unicornique (einhornzigartig) sein. Starke Persönlichkeiten sind gefragter denn je, Employer Branding mittlerweile unverzichtbar. Unternehmen, die das nicht verstehen, werden in Zukunft nicht weiterkommen.

Rosa Riera von Siemens während ihres Talks zu Employer Branding

3. Geh die Extrameile

Am Ende des Abends haben viele Chefs viel gesagt. Egal ob Rosa Riera von Siemens, Christiane Haasis von Unilever oder Christopher Kastenholz von Pulse Advertising. Jede Story mit seinen ganz eigenen Beweggründen, aber jeder mit dem gleichen Ziel: Sich selbst im Beruf verwirklichen. Merlin liegt schon ganz richtig, wenn er sagt: „Wenn ihr heute Abend auch nur einen Satz hört, der euch inspiriert, dann hat es sich schon gelohnt.“ Denn er weiß, dass persönliche Entwicklung die Basis für eine erfolgreiche Karriere ist. „Man sollte immer vor Augen haben, wo man in fünf Jahren stehen möchte und wo man dafür in einem Jahr stehen sollte, um das Ziel zu erreichen“, erklärt Merlin voller Motivation. Agenturen könnten Mitarbeiter dabei viel agiler fördern als Unternehmen. Das ist gut zu wissen, Merlin, denke ich.

fischerAppelt, in spätestens fünf Jahren möchte ich auch so einen Ben & Jerry’s-Gefrierschrank in meinem Wohnzimmer stehen haben. Was muss ich tun?

Inessa Brauer

hat als unsere Pressesprecherin Gespür für den Gesprächsstoff von morgen.




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