360-Grad-Storytelling: On the edge of a new era

19.02.2016

Wie das 360-Grad-Video einer Ski-Abfahrt ein neues Content-Zeitalter einläutet.

Für viele Skifahrer ist sie der absolute Traum, einige meiden sie mit gebotenem Respekt, und den einen oder anderen hat sie schon ordentlich zerlegt: die Streif, die legendäre Abfahrt des Tiroler Jetset-Mekkas Kitzbühel. Für alle, die bislang nicht das Vergnügen des nahezu 90-Grad-Gefälles hatten, gibt es seit einigen Tagen genau das Richtige im Netz: eine aus der Subjektiven gefilmte Streif-Abfahrt in 360 Grad. Die neueste Technik macht’s möglich. Noch etwas wackelig und mit heftig pfeifendem Wind am Ohr, aber maximal nah am Geschehen.

Was im ersten Moment wie eine nette technischere Spielerei anmutet, sind tatsächlich die ersten Schritte in Richtung eines neuen Storytelling-Zeitalters.

Entdecke die Möglichkeiten

Neben Virtual Reality (VR) ist 360 Grad das derzeit wohl heißteste Ding am Bewegtbild-Firmament. Gepaart mit neuen Darstellungsmöglichkeiten auf YouTube, insbesondere an mobilen Endgeräten und mit Smartphone-kompatiblen VR-Brillen, wird ein bislang ungekanntes räumliches Wahrnehmen und Erzählen im Film möglich. Dank GoPro-Kits und Renderfarmen bedarf es dabei auch für die Produktion längst keiner Hollywood-Budgets mehr.

Think out of the box

Entscheidend für den nachhaltigen Erfolg des 360-Grad-Films als Medium wird es sein, neue Erzählformate zu etablieren, die über die bloße Technik hinausgehen. Eine Herausforderung dabei wird das teilweise Aufbrechen des linearen Filmerlebnisses sein. Denn auch wenn ein 360-Grad-Film einer fixen Story folgt, hat der Zuschauer plötzlich die Möglichkeit, seinen Blick abseits des eigentlichen Geschehens schweifen zu lassen und so völlig neue Perspektiven zu erleben. Dies gilt es, erzählerisch zu nutzen, indem beispielsweise in Nebenschauplätzen zusätzlich gezielt Interaktionen mit dem Zuschauer getriggert werden.

Es gibt kein „hinter der Kamera“ mehr

Angefangen von Talkrunden, in denen man zwischen Podium und Publikum switchen kann, über Messerundgänge und City-Guides, die ein völlig neues On-Location-Erlebnis ermöglichen, bis hin zu Porträts, die den Zuschauer wirklich in die Lebenswelt eines Protagonisten ziehen – unzählige Formate sind denkbar. Das Tolle dabei: Es gibt keine Grenzen mehr, kein „hinter der Kamera“. Alles kann Teil einer Geschichte werden, jede Perspektive eine zusätzliche Facette zum großen Ganzen hinzufügen.

Aktuelle 360-Grad-Versuche beeindrucken noch visuell. Die große Kunst wird die Entwicklung echten 360-Grad-Storytellings sein. Ein große Chance für die digitale, von Bewegtbild getriebene Marken- und Produktkommunikation.

Christoph Käthe

Der Bewegtbild-Experte unseres Berliner Standorts konzipiert intelligenten Content mithilfe spannender neuer Technologien wie VR/AR und entwickelt YouTube-Formate für Marken .




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