5 Fakten zum Fintech-Hype

18.05.2016

Kommunikative Chancen und Hürden für Fintechs in der Startup- und Finanzbranche.

Zahlreiche Fintechs wirbeln derzeit die Finance-Welt durcheinander. Sie bieten neue digitale Anwendungen, die von einer App für Fotoüberweisungen bis zu einem Online-Marktplatz für verzinste Festgeldangebote reichen. Auf der Veranstaltung „Let’s make money – Women and Finance“ ging es um die aktuellen Trends – und Schwierigkeiten der neuen Technologien.

Fünf Fakten, wie Kommunikation der jungen Szene beim Wachsen helfen kann:

1. Es gibt kommunikativen Nachholbedarf.

Nur drei Prozent der Bevölkerung fühlt sich sicher, den Begriff Fintech erklären zu können. Diese Zahl zeigt: Es reicht nicht, eine Idee zu präsentieren, die den Consumer in den Mittelpunkt stellt. Potenzielle User müssen auch mehr über Fintechs und ihre Konzepte erfahren – da gibt es kommunikativen Nachholbedarf.

2. Fintechs sollten den Kampf gegen die „digitale Diskriminierung“ im Bankgeschäft für die Kommunikation nutzen.

Ob App für Fotoüberweisungen oder Online-Marktplatz für verzinste Festgeldangebote – fast alle Fintech-Geschäftsmodelle haben eines gemeinsam: Sie kämpfen gegen die „digitale Diskriminierung“ im Bankgeschäft, das heißt, sie möchten die Dominanz analoger Prozesse aufheben. Diesen allgemeinen Mehrwert digitaler Lösungen für private Finanzgeschäfte sollten Fintechs als übergeordneten kommunikativen Anker nutzen.

3. Kooperationen mit etablierten Finanzunternehmen können helfen.

Zur Steigerung der Bekanntheit von Fintechs können Kooperationen mit etablierten Banken beitragen. Die digitalen Newcomer unterstützen sie bei der Digitalisierung ihres Geschäftsmodells – und sorgen so für frischen Wind. Ein Beispiel: Die Deutsche Bank machte jüngst mit der Gründung ihrer „Digitalfabrik“ in Frankfurt Furore. Hier arbeiten künftig Digital- und Fintech-Experten gemeinsam an Innovationen und effizienteren Technologien. Je aktiver Fintechs selbst in einem größeren Rahmen kommunizieren, desto stärker wächst auch ihr Bekanntheitsgrad.

4. Standortschwerpunkte können als USP fungieren.

Heimat der Fintech-Szene sind in Deutschland in erster Linie Gründerstadt Berlin und Finanzhochburg Frankfurt: Um sich stärker vom internationalen Wettbewerb abzuheben, lohnt es sich für die Städte, eigene Schwerpunkte zu entwickeln und diese mithilfe von Kommunikation in Öffentlichkeit und Medien zu etablieren. Beispielsweise bietet in Frankfurt die Spezialisierung auf „Regtechs“ ­– Fintechs, die Lösungen für den regulatorischen Wandel in den Fokus stellen – eine Möglichkeit, sich vom Wettbewerb abzusetzen.

5. Frauen sind in der Branche unterrepräsentiert – noch!

Jeder vierte Bank-Manager (27 Prozent) rechnet innerhalb der nächsten fünf Jahre mit mehr Frauen in Führungspositionen. Das ergab eine aktuelle EY-Umfrage. Im Bereich der Fintechs dürfte es jedoch deutlich düsterer aussehen: Nur zwei von 35 Fintechs in Berlin wurden von Frauen gegründet, fand das Netzwerk Venture Ladies heraus. Wer als Frau gründet oder in einem Fintech arbeitet, hat also einen zusätzlichen USP-Trumpf in der Hand, den sie kommunikativ nutzen sollte.

Isabel Rehmer

ist in unserer Redaktion Expertin für Technologie- und Finanzthemen.




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