5 Fragen an den neuen Chefredakteur Dirk Benninghoff

01.02.2016

Der ehemalige Bild.de-CVD tritt heute seinen Content-Dienst bei uns an.

Worauf freust du dich besonders bei deinem Wechsel vom klassischen Journalismus in die Agenturwelt?

Darauf, direkt mit Kunden erfolgreich Strategien und Lösungen auszuarbeiten. Auf große Abwechslung und immer neue Herausforderungen – was bei der Struktur und dem Kundenkreis von fischerAppelt ja geradezu programmiert ist. Und darauf, mit Kollegen aus verschiedenen Units des Unternehmens disziplinübergreifend Konzepte auszuarbeiten. Ich denke zudem, der Faktor Mensch kann in einer Agentur viel mehr bewegen als in einem klassischen Medium. Darauf freue ich mich.

Welche BILD-Arbeitsweisen nimmst du mit zu fischerAppelt?

Für BILD zu arbeiten, heißt schnell zu arbeiten, jederzeit schnell und direkt zu kommunizieren, Sachverhalte kurz und plakativ auf den Punkt zu bringen. Und inzwischen heißt für BILD zu arbeiten auch, digital und ressortübergreifend zu denken. Das sind Dinge, die bei mir vorher zum Teil schon ausgeprägt waren, aber durch BILD noch weiter entwickelt wurden, und die ich auf jeden Fall mit zu fischerAppelt nehme.

Du bist ziemlich aktiv auf Twitter. Welches Potenzial hat das Medium aus deiner Sicht im Journalismus und in der Kommunikation? Welche andere sozialen Medien werden 2016 dominieren?

Twitter ist für Journalisten und für mich auch privat super-interessant. Es wird aber für Kunden als Reichweitenkanal nie eine große Rolle spielen. Jedes Quartal zeigen die Zahlen von Twitter erneut ein geradezu miserables Kundenwachstum. Der Kanal wird zumindest in Deutschland von Medien und Liebhabern bespielt, weil für viele “Normale” Twitter mit seinem Retweet-System zu kompliziert und zudem optisch wenig ansprechend ist. Für viele User käme aber eine stärkere Öffnung zum Mainstream einer Katastrophe gleich – man denke an die Diskussion um die neu eingeführten Herzen…  

Ich bin in diesem Jahr vor allem gespannt, wie sich Snapchat entwickelt, ob es sich heraus aus der Nische für Kids bewegt und auch für ältere User interessant wird. Gerade mit Blick auf Storytelling bietet Snapchat tolle Möglichkeiten, die uns jetzt noch teilweise zu verwirrend und schnelllebig erscheinen – an die wir uns aber gewöhnen werden.

Was ist aus deiner Redakteurs-Sicht aktuell das wichtigste Thema für Marketeers?

Thematisch: Wenn man sich Budgets anschaut, fällt ja auf, dass Discounter immer mehr ausgeben. Das Ziel von Aldi und Lidl ähnelt dabei dem von McDonalds oder Coca-Cola: Imagewandel weg vom vermeintlich ungesunden Massenanbieter hin zu mehr Lebensmittel- und damit Lebensqualität. Gerade aus Sicht der Kommunikationsbranche interessant zu beobachten – und spannend mitzugestalten. Weiteres großes Ding: E-Mobilität, die gerade durch den billigen Ölpreis zwar kurzfristig ein wenig ins Hintertreffen zu geraten scheint, aber langfristig eine spannende Story bleiben wird – mit großen Playern und hohen Ausgaben.  

Medial: Dass genannte Konzerne wie Aldi und Lidl sich bei Anzeigen von Zeitungen – laut W&V ihre “einstige Händler-Zentralorgane” – verabschieden, zeigt, dass die Reise 2016 noch mehr in Richtung TV und digital geht. Auch beim Content Marketing. Mobile wird überall riesige Wachstumsraten erzielen, was für Marketeers die große Fragestellung ergibt: Wie kann ich mobil tolle Storys erzählen? Und hier schließt sich der Kreis zurück zu Snapchat und ähnlichen rein für die mobile Welt entwickelten Plattformen.

Dein Vorschlag für das Motto der fischerAppelt-Weihnachtsfeier 2016?

Ich höre momentan extrem viel Musik, von daher mein Favorit: “Komm im T-Shirt deiner Lieblingsband und bring deinen Top-Song mit”. Ich bin gespannt auf die Mischung. Sagt viel über ein Unternehmen aus. Frank Behrendt könnte dann praktischerweise sein Kostüm von 2015 wieder auftragen und statt nur mit Shirt direkt als Dieter Thomas Kuhn erscheinen.

Dirk Benninghoff

setzt als Chefredakteur digitale Storytelling-Impulse. Die bringt er unter anderem von der FTD, stern.de und BILD.de mit.




Mehr aus dem Blog