7 Neuerungen zum Saisonstart der Bundesliga

18.08.2017

Wir machen den Vermarktungscheck

Das Warten hat ein Ende: Heute startet die neue Bundesligasaison mit der Partie Bayern München gegen Bayer 04 Leverkusen. Neben dem Ball rollt auch der Euro in der Spielzeit 2017/18 besser denn je. Der Grund: Zahlreiche Neuzugänge auf den Schlüsselpositionen Vermarktung, Fernsehgelder und Co. Wir haben sieben Fakten zusammengetragen, die Werbetreibende zum spektakulärsten Bundesligastart aller Zeiten wissen sollten.

1. Ärmelsponsoring

Seit dieser Saison dürfen die Vereine ihren linken Trikotärmel selbst vermarkten – vorher übernahm das die DFL zentral. Das bringt den meisten Clubs zusätzliche Einnahmen in Millionenhöhe. Meister Bayern erhält vom Flughafen in der katarischen Hauptstadt Doha zehn Millionen Euro, Dortmund kassiert neun Millionen Euro von Opel. Auf Platz drei folgt Schalke: Fünf Millionen zahlt der Online-Supermarkt „All you need fresh“ an die Königsblauen. Besonderer Clou: Im Logo wird ein widerstandsfähiger Chip verarbeitet, mit dem Fans in der Schalke-Arena Bratwurst und Bier bezahlen können. Na dann: Prost!

2. Übertragung

Wer 2017/18 Live-Spiele seines Clubs sehen möchte, sollte frühzeitig planen. Grund sind geänderte Anstoßzeiten. Neben Montagsspielen finden einige Spiele Sonntagmittag (13:30 Uhr) statt. Hinzu kommt ein komplexes Sender-Dickicht – Kosten für unterschiedliche Abo-Anbieter inklusive. Neuer Pay-TV-Anbieter ist Eurosport, im Eurosport-Player (online) laufen alle 30 Freitagsspiele, fünf Sonntagsspiele (13:30 Uhr), fünf Spiele am Montag (20:30 Uhr) sowie Supercup und Relegation. Marktführer Sky zeigt alle Samstagspartien sowie 60 Spiele am Sonntag (15:30/ 18:00 Uhr). Zusammenfassungen der Spiele bieten Dazn (Abo) und TV-Sender Nitro – Audio-Übertragungsrechte im Internet übernimmt Amazon. Konstanten im frei empfangbaren TV bleiben Sportschau (ARD) und Sportstudio (ZDF).

3. Fernsehgelder

Der neue TV-Vertrag tritt in Kraft. Das bedeutet: Mehr Geld für die 36 Profi-Clubs. Insgesamt kassieren sie laut Kicker rund 1,2 Milliarden Euro. An der Spitze der Geldrangliste: Der FC Bayern (99 Millionen Euro) gefolgt von Borussia Dortmund (rund 89 Millionen Euro). Vizemeister Leipzig belegt den letzten Platz mit rund 29 Millionen Euro. Im internationalen Vergleich sind diese Erlöse allerdings Peanuts: Die Clubs der englischen Premiere League erhielten in der Saison 2016/17 umgerechnet 2,75 Milliarden Euro – Meister Chelsea allein rund 173 Millionen Euro. Absteiger Sunderland erlöste als letzter des Rankings 107 Millionen Euro – mehr als der FC Bayern jetzt.

4. Virtuelle Werbung

Große Fortschritte, aber noch kein Vollzug: So lässt sich der aktuelle Stand im Bereich der virtuellen Werbung beschreiben. Konkret geht es darum, bestehende Werbebanden in den Stadien mit neuen virtuellen Werbebotschaften zu überblenden – und somit durch die Verwertung separater TV-Feeds auf ausländischen Märkten zusätzliche Erlöse zu erzielen. Ein Test unter Live-Bedingungen wurde zum Ende der vergangenen Saison bereits erfolgreich abgeschlossen. Die neuen Erlösquellen sollen ab nächstem Jahr sprudeln: Für Hersteller der Technik und DFL ist die Markteinführung einer kommerziellen Lösung zum Saisonstart 2018/19 sehr wahrscheinlich.

5. Auslandsvermarktung

„Bom dia” und „ni hao”: Mit ehemaligen Bundesligaspielern treibt die DFL ihre Internationalisierung voran. Dazu zählen Ex-Bayernspieler Paulo Sergio, der ehemalige Hannoveraner Steven Cherundolo oder der einstige Bremer Wynton Rufer. Sie sollen als „Local Heroes“ die Bundesliga auf wichtigen Auslandsmärkten wie Brasilien, USA und Ozeanien bekannter machen. Auch für China, Mexiko, Ghana und Südkorea wurden Ex-Spieler verpflichtet, die zusammen das „Bundesliga Legends Network“ bilden. Die Profis nehmen an Fan- und Medien-Events der unterschiedlichen DFL-Partnersender teil. Das Netzwerk ist Teil der neugegründeten Bundesliga International GmbH, die die internationalen Marketingaktivitäten der DFL bündelt.

6. Neuzugänge

Beim Thema neues Personal lassen sich die Clubs nicht lumpen: Mit derzeit rund 470. Mio Euro für Neuverpflichtungen steuert die Bundesliga auf ein neues Rekordergebnis zu. Da die Wechselfrist erst am 31. August endet, dürften zu dieser Summe noch einige Millionen Euro hinzukommen – und die Rekordmarke aus der letzten Saison von mehr als einer halben Milliarde Euro fallen. Teuerster Neuzugang der Ligageschichte ist mit 41,5 Millionen Euro der Franzose Corentin Tolisso, der künftig für den FC Bayern aufläuft.

7. eSport

Das Zuschauerinteresse am eSport steigt. Gerade die junge, digital affine Zielgruppe lässt sich durch das professionelle Spielen von Computergames erreichen. Und auch die Einnahmen wachsen rasant. Aus 50 Millionen Euro Branchenumsatz (2016) sollen laut Prognosen bald 130 Millionen (2020) werden. Einem Trend, dem sich auch die Bundesligaclubs nicht verschließen können: Allerdings stellen bislang nur vier Clubs eigene Teams – der VfL Wolfsburg, der FC Schalke 04, der VfB Stuttgart und RB Leipzig. Andere Vereine wie der FC Bayern oder Borussia Mönchengladbach prüfen einen Einstieg gerade. Gut möglich, dass die spannendere Meisterschaft künftig an der Konsole ausgetragen wird und nicht auf dem Rasen. Während der Rekordmeister noch zögert, wird für die eSport-Schale in Wolfsburg, Gelsenkirchen und Stuttgart schon trainiert!




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