Agenda Watch für Hamburg: April 2017

31.03.2017

Unsere Agenda Watch zu wichtigen Hamburger Events aus Politik und Gesellschaft.

Jeden Monat finden in Hamburg viele inspirierende Vorträge, Lesungen und Diskussionsrunden rund um die Themen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft statt. fischerAppelt stellt ein Best of der Veranstaltungen in der Agenda Watch zusammen. Diese wird ab jetzt auch über das Hamburger Tagesjournal distribuiert. Hier geht es zur Anmeldung für den kostenlosen werktäglichen Newsletter am Morgen.

Das sind die wichtigsten Hamburger Events im April:

Rente sichern und Armut im Alter bekämpfen – Ist die Einführung einer Erwerbstätigenversicherung für alle ein möglicher Weg?

Deutscher Gewerkschaftsbund Hamburg, Montag, 03.04.2017, 18 Uhr

Diskussion: In Deutschland vollzieht sich seit vielen Jahren ein grundlegender Strukturwandel in der Arbeitswelt: Sozialversicherungsfreie Erwerbsformen und die Zahl der Personen mit unsteten Erwerbsbiographien nehmen kontinuierlich zu. Solidarität und sozialer Zusammenhalt stehen vor neuen und weit reichenden Herausforderungen. Wenn der Strukturwandel sozial verantwortlich gestaltet werden soll, dann muss die Architektur unserer sozialen Sicherung an die Veränderungen angepasst werden. Diese Anpassung muss Solidarität erneuern, statt sie zu schwächen. Der DGB Harburg und der Kirchliche Dienst der Arbeitswelt (KDA) laden zum Gespräch mit  Klaus Wicher vom SoVD Hamburg ein. Themen sind das derzeitige Rentensystem, die Bekämpfung von Altersarmut und eine mögliche Weiterentwicklung hin zu einer Erwerbstätigenversicherung, in die alle Erwerbstätigen einzahlen.

Gast: Klaus Wicher (1. Landesvorsitzender des Sozialverbandes Deutschland e. V., Landesverband Hamburg

Kulturzentrum Rieckhof, Rieckhoffstraße 12, 1. Etage

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Gesellschaft der Extreme oder der Verständigung?

ZEIT-Stiftung, Dienstag, 04.04.2017, 20 Uhr

Diskussion: Die gesellschaftliche Mitte ist in Bewegung geraten. Die Zuwanderung führt einerseits zu starkem Engagement und einer eindrucksvollen Willkommenskultur, andererseits zu Ängsten und Belastungen. Vielfach stehen sich die Seiten mehr oder weniger sprachlos gegenüber – an die Stelle von Argumenten treten Hassbotschaften. Und immer mehr Menschen öffnen sich radikalen und populistischen Politik- Angeboten. Was bedeutet das für die Demokratie? Und wie kann man wieder ins Gespräch kommen?

Gäste: Carolin Emcke (freie Publizistin), Oliver Decker (Sozialpsychologe und Rechtsextremismus-Forscher) und Markus Nierth (Theologe und Ex-Bürgermeister von Tröglitz)

Moderation: Ulrike Heckmann (Radiojournalistin, NDR)

Bucerius Kunst Forum, Rathausmarkt 2

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Grenzerfahrungen

Körber-Stiftung, Mittwoch, 05.04.2017, 19 Uhr

Gespräch: Grenzen trennen, geben Dingen Kontur, fordern Künstler heraus. Wie sie uns prägen, beleuchtet dieser Abend aus drei ganz unterschiedlichen Perspektiven: Der Psychiater Claas-Hinrich Lammers, ärztlicher Direktor der psychiatrischen Abteilung in Ochsenzoll, spricht über Pathologie und Potenzial psychischer Erlebnisweisen. Die Kunsthistorikerin Burcu Dogramaci, seit Jahren mit den Themen Migration und Kulturtransfer befasst, eröffnet ihren Blick auf die Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts als „globale Verflechtungsgeschichte”. Und der preisgekrönte Filmemacher Jakob Preuss spricht über die persönlichen Erfahrungen, die er während der Dreharbeiten zu seinem neuen Film „Als Paul über das Meer kam” machte. Er dokumentierte die Fluchtgeschichte eines jungen Mannes aus Kamerun. Drei Blickwinkel und drei unterschiedliche Gäste, die wiederum über die Grenzen ihrer jeweiligen Fachgebiete hinaus ins Gespräch kommen.

Gäste: u.a. Claas-Hinrich Lammers (Ärztlicher Direktor der psychiatrischen Abteilung in Ochsenzoll) und Jakob Preuss (Deutscher Dokumentarfilmer), Burcu Dogramaci (Kunsthistorikerin)

KörberForum, Kehrwieder 12

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Olaf Scholz: Hoffnungsland

DIE ZEIT Verlagsgruppe, Sonntag, 09.04.2017, 11 Uhr, Kosten: 12 Euro

Gespräch: „Wir dürfen nicht abwarten, bis uns die Umstände das Handeln aufzwingen, sondern müssen handeln, um die Umstände zu prägen.“ Olaf Scholz eröffnet in seinem ersten Buch „Hoffnungsland. Eine neue deutsche Wirklichkeit.“ eine ebenso differenzierte wie optimistische Perspektive auf die Migrationsdebatte. Er führt aus, wo die Chancen für Deutschland liegen und dass die Zuversicht und der Aufstiegswille der Zugewanderten eine wertvolle Ressource für die Zukunft des Landes sind.

Gast: Olaf Scholz (Erster Bürgermeister von Hamburg, SPD)

Moderation: Elisabeth Niejahr (ZEIT-Redaktion)

Bucerius Law School, Jungiusstraße 6

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G20-Gipfel statt Olympia – Scheitert das nächste Prestige-Projekt von Bürgermeister Olaf Scholz?

Die Neue Gesellschaft, Montag, 10.04.2017, 18 Uhr, Kosten: 5 Euro

Diskussion: Anfang Juli treffen sich die Staatschefs der führenden Industrie- und Schwellenländer in der Hansestadt. Das Treffen ist heftig umstritten – wie im Jahr 2007 der Weltgipfel im Ostsee-Badeort Heiligendamm. Dabei will die G20 wieder einmal nur die Welt verbessern: Steuerflucht, Weltwirtschaft und Migration stehen auf der Tagesordnung.

Gast: Dr. Hermannus Pfeiffer (Wirtschaftsjournalist)

Kulturladen Hamm, Carl-Petersen-Straße 76

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Marine Le Pen: Wesen und Inhalte einer exponierten rechts-populistischen Politikerin

Staatspolitische Gesellschaft, Donnerstag, 20.04.2017, 18 Uhr, Kosten: 5 Euro

Diskussion: Mal wieder lagen die Demoskopen daneben: Die Briten haben es wirklich gewagt und treten aus der EU aus. Der erste Staub hat sich gelegt, die Austrittserklärung ist erfolgt und nun beginnen die Verhandlungen. Die Staatspolitische Gesellschaft versucht eine erste Vorausschau, was dies für die EU und die britische Insel bedeutet. Was erwarten Wirtschaft, Handel und Sicherheit in Europa von diesem beispiellosen Schritt? Und kann die EU vielleicht auch gestärkt aus diesem Prozess hervorgehen?

Referent: Dr. Barbara Lübcke (Staatspolitische Gesellschaft

Bleicherhaus, Ohlsdorfer Straße 37

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ZEIT-Stiftung aktuell: Vierte Gewalt unter Druck

Bucerius Law School, Dienstag, 25.04.2017, 19 Uhr

Diskussion: Medien sind Hüter der Freiheit. Denn unabhängige Recherchen, neutrale Nachrichtengebung, Transparenz und Meinungsvielfalt sind Voraussetzungen für eine demokratische Gesellschaft. In der Türkei sind derzeit etwa 150 Journalisten wegen angeblicher Terrorunterstützung in Haft, in der
Ukraine gefährden Krieg und Gewalt die freie Berichterstattung. Innerhalb der EU steht es in Ungarn und Polen um die Medienfreiheit nicht zum Besten. Und in der Bundesrepublik wird über Informantenschutz und Hassattacken auf Journalisten debattiert. Über den Stellenwert einer informierten Öffentlichkeit und die prekäre Rolle der „Vierten Gewalt” soll an diesem Abend diskutiert werden.

Gäste: u.a. Dunja Mijatovic (ehem. OSZE-Beauftragte für die Freiheit der Medien) und Maximilian Popp (Der Spiegel, Istanbul)

Bucerius Law School, Jungiusstraße 6

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Volk und Vorurteil

Körber-Stiftung, Dienstag, 25.04.2017, 19 Uhr

Diskussion: Populisten drängen in Europa an die Macht oder sitzen bereits an Regierungstischen. Wie soll die offene Gesellschaft mit Demagogen und selbsternannten Vertretern des „wahren Volkswillens” umgehen? Über den Vormarsch des Populismus diskutieren Jan-Werner Müller, Princeton University, Claire Demesmay, Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik und Adam Krzemiński, Polityka, Warschau. Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Süddeutschen Zeitung.

Gäste: u.a. Claire Demesmay (Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik) und Adam Krzemiński (Polityka, Warschau)

Moderation: Stefan Braun (Redakteur Süddeutsche Zeitung)

KörberForum, Kehrwieder 12

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Nationalpopulismus in Polen – Demokratie, Rechtsstaat und Europa in Gefahr?

Friedrich-Ebert-Stiftung, Dienstag, 25.04.2017, 19 Uhr

Diskussion: In Polen regiert seit Oktober 2015 die nationalpopulistische Partei „Recht und Gerechtigkeit” (PiS) mit einer knappen absoluten Mehrheit. In großer Eile begann die Regierung mit der im Wahlkampf angekündigten „Reparatur des polnischen Staates”. Eine in Polen und Europa heftig umstrittene Schwächung des Verfassungsgerichts, von vielen als Einschränkung der Gewaltenteilung betrachtet, ebnete dafür den Weg. Die unabhängige Generalstaatsanwaltschaft ist der Regierung unterstellt worden, ein neues Mediengesetz, hinter dem das Ziel der Steuerung der öffentlich-rechtlichen Medien vermutet wird, ist schwer in der Kritik. Auch die Wissenschaften werden zu Kampfzonen einer nationalkonservativen patriotischen Wende, der Druck auf Museen und andere Einrichtungen nimmt stetig zu. Was sind die Ziele der Regierung und muss man sich tatsächlich Sorgen um Gewaltenteilung und Freiheitsrechte in Polen machen? Sind, wenn nicht gehandelt wird, Demokratie und Rechtsstaat in ernster Gefahr? Was ist jetzt zu tun, sowohl in Polen als auch in Europa?

Gäste: Klaus Bachmann (Journalist und Lehrstuhlinhaber für Internationale Politik an der Szkola Wyzsza Psychologii Spolecznej in Warschau) und Agnieszka Pufelska (Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Nordost-Institut in Lüneburg)

Julius-Leber-Forum, Rathausmarkt 5

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Hamburg 2030: Arme reiche Stadt

Bucerius Law School, Mittwoch, 26.04.2017, 19 Uhr  

Diskussion: Die soziale Gerechtigkeit ist auf dem besten Weg, zur zentralen Frage im kommenden Bundestagswahlkampf zu werden. Der SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat bereits angekündigt, die Hartz-4-Gesetzgebung des damaligen sozialdemokratischen Bundeskanzlers Gerhard Schröder zu reformieren. Ist das der richtige Ansatz, um Ungleichheit in Deutschland zu bekämpfen? Und: Wie gespalten sind die Verhältnisse in Deutschland und Hamburg überhaupt?

KörberForum, Kehrwieder 12

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Was ist mit den Amis los? – Hundert Tage Präsident Trump und die Folgen für Amerika und Europa

Heinrich-Böll-Stiftung, Donnerstag, 27.04.2017, 19 Uhr

Gespräch: Donald Trumps erste Monate im Amt sorgen für Turbulenzen in den USA und in den transatlantischen Beziehungen. Vieles, was selbstverständlich erschien, steht in Frage: der Respekt eines Präsidenten vor Gerichten und Medien, die Beistands-garantie der NATO, die Bindung an die Werte einer offenen und liberalen Gesellschaft. Welche US-Bürger*innen haben Trump gewählt, für wen macht er Politik?

Gast: Dr. Stefanie von Berg (Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft, Bündnis 90/Die Grünen)

Moderation: Christoph von Marschall (Historiker und Journalist)

Staats- und Universitätbibliothek Hamburg, Vortragssaal, Von-Melle-Park 3

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