Agenda Watch für Hamburg: November 2017

26.10.2017

Unsere Agenda Watch zu wichtigen Hamburger Events aus Politik und Gesellschaft.

Jeden Monat finden in Hamburg viele inspirierende Vorträge, Lesungen und Diskussionsrunden rund um die Themen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft statt. fischerAppelt stellt ein Best of der Veranstaltungen in der Agenda Watch zusammen. Diese wird ab jetzt auch über das Hamburger Tagesjournal distribuiert. Hier geht es zur Anmeldung für den kostenlosen werktäglichen Newsletter am Morgen.

Das sind die wichtigsten Hamburger Events im November:

Wird Afrikas Zukunft verspielt?

GIGA / Handelskammer Hamburg, Mittwoch, 01.11.2017, 18:00 Uhr

Jedes Jahr kommen 200.000 Afrikanerinnen und Afrikaner nach Europa. Vor allem junge Menschen fliehen vor Krieg, Armut und Hunger. Sie leiden unter repressiven Regierungen und haben zuhause keine Perspektiven. Gibt es Ansätze für eine Lösung der afrikanischen Dauerkrise?

Deutschland und die EU reagieren auf diese Entwicklung. Die Bundesregierung hat im Juni ein Eckpunktepapier „Wirtschaftliche Entwicklung Afrikas“ vorgestellt und die EU im September einen „External Investment Plan“ verabschiedet. Nach einer zunehmenden Abschottung reagiert die Politik mit neuen Ideen. Aber kann Europa die Entwicklung Afrikas nachhaltig beeinflussen? Oder kann die EU nur durch gezielte Einwanderungspolitik sowie verschärfte Grenzpolitik auf die zunehmende Migration aus Afrika reagieren? Über diese Zusammenhänge diskutieren Vertreterinnen und Vertreter der Wirtschaft und der Afrika-Wissenschaften.

Gäste: u. a. Dr. Stefan Liebing (Afrika-Verein); Prof. Dr. Rainer Tetzlaff (Universität Hamburg); Georg Schmidt (Auswärtiges Amt)

Handelskammer Hamburg, Adolphsplatz 1, Plenarsaal

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„Dafür habe ich meinen Beruf nicht gelernt“

Hamburger Bündnis für mehr Personal im Krankenhaus, Donnerstag, 02.11.2017, 18:00 Uhr

Im Zuge der Ökonomisierung des Gesundheitssystems ist der Druck besonders auf das Pflegepersonal gestiegen. Viele Pflegekräfte scheitern an dem Widerspruch zwischen ihren eigenen ethischen Ansprüchen auf der einen Seite und dem Kostendruck auf der anderen. Wir wirkt sich der Umgang mit Patient*innen aus, wenn diese auf einmal nur noch als „Profitbringer” oder „Kostenfaktoren” definiert werden?

Gast: Michael Wunder, Diplompsychologe, Gründungsmitglied des Instituts Mensch, Ethik, Wissenschaft und Mitglied des deutschen Ethikrats

Gewerkschaftshaus, Besenbinderhof 60. Raum St. Georg

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Das Ende der Gerechtigkeit – Ein Richter schlägt Alarm

Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, Donnerstag, 02.11.2017, 19:00 Uhr

Wir Deutschen berufen uns gern auf unseren gut funktionierenden Rechtsstaat, doch ist dieser wirklich wirksam? Eklatante Schwächen im Ausländerrecht, nicht vollstreckte Haftbefehle, Steuerbetrug, der nicht verfolgt wird. Viele Deutsche verstehen die vielen Rechtsvorschriften nicht mehr. Richter, Anwälte und Justizangestellte bekommen Hassmails und Todesdrohungen, weil sie ihren Job machen. So jedenfalls lautet der Befund im neuen Buch „Das Ende der Gerechtigkeit“ von Jens Gnisa. Über die Erosion des Justizsystems sowie über Ursachen und Folgen sprechen Jens Gnisa und Anna von Treuenfels-Frowein.

Gäste: Jens Gnisa, Vorsitzender des deutschen Richterbundes; Anna von Treuenfels-Frowein, Sprecherin der FDP-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft

Bucerius Law School Hamburg, Jungiusstraße 6

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Deutsch-indische Beziehungen: Perspektiven poli-tischer Zusammenarbeit in turbulenten Zeiten

GIGA – German Institute of Global and Area Studies, Dienstag, 07.11.2017, 18:00 Uhr

Von Indien und Deutschland wird erwartet, dass sie mehr globale Verantwortung übernehmen. Beide Länder spielen eine bedeutende Rolle innerhalb ihrer Weltregionen und sind in der globalen Diplomatie zunehmend sichtbar. Als weltweit größte Demokratie mit wachsender Volkswirtschaft und globalem Gestaltungsanspruch ist Indien ein zentraler Partner für Deutschland in Fragen der Global Governance. Trotz einer strategischen Partnerschaft, regelmäßigen Regierungskonsultationen und einer gemeinsamen Initiative für einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen ist das Potenzial der bilateralen Beziehungen jedoch bei Weitem nicht ausgeschöpft. Die Podiumsdiskussion wird sich den jüngsten Dynamiken und zukünftigen Perspektiven der indisch-deutschen Beziehungen widmen.

Gäste: u. a. Ina Lepel, Leiterin der Abteilung Asien und Pazifik des Auswärtigen Amtes; Prof. Rajendra K. Jain, Jawaharlal Nehru University

GIGA, Neuer Jungfernstieg 21

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Frieden machen: Von Sarajevo nach Srebrenica

Körber-Stiftung, Dienstag, 07.11.2017, 19:00 Uhr

Warum versank Jugoslawien in den 1990er Jahren in Chaos und Krieg? Während seines Bestehens war der Staat stets mit der Herausforderung konfrontiert, trotz ethnischer, religiöser und kultureller Unterschiede und ausgeprägter sozial-ökonomischer Ungleichheit eine nationale Einheit herzustellen. Das Projekt, die südslawischen Völker des Balkans zusammenzuführen, sollte trotz dieser Konflikte über 70 Jahre lang gelingen: Sinnbild dieses Erfolgs waren die Olympischen Winterspiele von 1984 in Sarajevo, als sich Jugoslawien der Weltgemeinschaft als buntes und modernes Land präsentierte. Wenige Jahre später zerfiel diese Einheit jedoch: Zwischen 1991 und 2001 forderten die Kriege und Konflikte im ehemaligen Jugoslawien über 130.000 Menschenleben und zwangen beinahe vier Millionen Menschen, ihre Heimat zu verlassen. Der Diplomat Wolfgang Ischinger und die Südosteuropa-Historikerin Marie-Janine Calic diskutieren, wie nach dem blutigsten Konflikt der neueren europäischen Geschichte durch Intervention von außen, den Abschluss von Friedensabkommen und durch juristische Aufarbeitung ein anhaltender Frieden geschlossen werden konnte.

Gäste: Wolfgang Ischinger; Marie-Janine Calic

KörberForum, Kehrwieder 12

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Industrie 4.0 – Neue Prosperität oder Vertiefung ge-sellschaftlicher Spaltung?

Rosa-Luxemburg-Stiftung, Mittwoch, 08.11.2017, 18:00 Uhr

Die Veranstaltung bildet den Abschluss der Reihe „Industrie. Arbeit. Gesellschaft 4.0” und lädt ein zur Diskussion über folgende Fragen: Bietet die schöne neue Arbeitswelt Chancen für die Beschäftigten und ihre Gewerkschaften auf humanere Arbeit und Arbeitsentlastung oder vertiefen sich gesellschaftliche Spaltungen auch unter den Beschäftigten in Industrie und Dienstleistungsbereichen? Leitet Industrie 4.0 einen neuen Innovationsschub ein, der zu neuen Ufern führt oder ist es ein weiteres Aufbäumen gegen die Wachstumsschwäche?

Gäste: u. a. Meinhard Geiken (Vorsitzender IG Metall Küste); PD Dr. Ralf Ptak (Wirtschaftswissenschaftlicher Referent KDA Nordkirche)

KLUB am Besenbinderhof, Besenbinderhof 62

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Wer regiert die digitale Welt? Die Macht der Inter-netkonzerne und die Regulierung des Internets

Friedrich-Ebert-Stiftung, Montag, 13.11.2017, 19:00 Uhr

Die Digitalisierung aller Lebensbereiche ist längst Alltag. Sie wird bestimmt von einigen wenigen großen Internetkonzernen. Wir kennen einige der Schattenseiten: Google verbreitet Fake News, Facebook und Twitter sind Plattformen für Hasskommentare, der NSA-Skandal hat gezeigt, wieweit Überwachung inzwischen geht. Unsere Vorstellungen von Informations-, Presse- und Meinungsfreiheit, aber auch von Datenschutz und Privatsphäre werden zunehmend in Frage gestellt. Die Politik scheint den Entwicklungen hinterherzulaufen, während Google und Co. den Weg vorgeben. Wer also regiert das Internet? Lässt sich die Digitalisierung unseres Alltags überhaupt regulieren? Wenn ja, wer macht dann die Regeln? Brauchen wir digitale Grundrechte?

Gast: Prof. em. Dr. Wolfgang Kleinwächter, Kommunikationswissenschaftler und einer der Initiatoren der Charta der Digitalen Grundrechte der EU

Hamburger Botschaft, Sternstraße 67

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Die Republik Frankreich heute

Konrad-Adenauer-Stiftung, Dienstag, 14.11.2017, 19:00 Uhr

Diskussion und Vorträge zur innenpolitischen Lage und den deutsch-französischen Perspektiven ein halbes Jahr nach dem Regierungswechsel.

Gäste: Dr. Nino Galetti, Leiter des Auslandsbüro Frankreich der Konrad-Adenauer-Stiftung; Cécile Calla, freie Journalistin und Autorin

Reimarus-Saal der Patriotischen Gesellschaft von 1765, Trostbrücke 6

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Der bedrohte soziale Zusammenhalt. Vielfalt als republikanische Verpflichtung?

Körber-Stiftung, Mittwoch, 15.11.2017, 19:00 Uhr

Im demografischen Wandel nimmt die Diversität unserer Stadtgesellschaft weiter zu. Eine weltweite Verflechtung von Aktivitäten bringt die Menschen auf ganz neue Weise miteinander in Beziehung. Zugleich ziehen sich viele in ihre kleinen Lebenswelten zurück, in denen sie sich Verlässlichkeit erhoffen. Ist der soziale Zusammenhalt unserer Gesellschaft durch diese gegensätzlichen Entwicklungen bedroht? Heinz Bude diskutiert, ob die Gesellschaft der Zukunft nur noch ein buntes Nebeneinander mit Berührungen und Abstoßungen ist oder ob wir noch einen organischen Zusammenhang von solidarischen Übereinkünften und lebenspraktischen Anschlüssen gestalten können.

Gast: Heinz Bude, Soziologe, Philosoph und Professor an der Universität Kassel

KörberForum, Kehrwieder 12

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Erreger ohne Grenzen: Herausforderung für Politik und Forschung

GIGA – German Institute of Global and Area Studies, Donnerstag, 16.11.2017, 18:00 Uhr

Krankheitserreger halten sich nicht an nationale Grenzen. Im Zeitalter der Globalisierung haben sich die Wege weltweiter Übertragung vervielfacht und die Verbreitung von Infektionskrankheiten hat sich erheblich beschleunigt: Gefährliche Grippeviren können uns innerhalb weniger Tage von fast jedem Punkt der Erde aus erreichen und eine Pandemie auslösen. In Industriestaaten erfolgreich bekämpfte Krankheiten wie Malaria, Cholera und Tuberkulose sind in armen Ländern weiterhin verbreitet. Auch in Europa können die Erreger dieser Erkrankungen aufgrund von Klimawandel und Antibiotikaresistenzen wieder gefährlich werden. Bei der Veranstaltung diskutieren Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, welche Erreger uns heute bedrohen, wie soziale Ungleichheiten und militärische Konflikte ihre Bekämpfung behindern und wie sich Infektionskrankheiten besser eindämmen lassen.

Gäste: u. a. Prof. Dr. Gülsah Gabriel, Heinrich-Pette-Institut; Prof. Dr. Stefan Niemann, Leibniz-Zentrum für Medizin und Biowissenschaften

GIGA, Neuer Jungfernstieg 21

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No direction home

Rosa-Luxemburg-Stiftung, Mittwoch, 22.11.2017, 19:00 Uhr

Das Fotobuch NO DIRECTION HOME mit Arbeiten von 30 griechischen Fotografen dokumentiert die jüngste Flucht- und Migrations-Geschichte über die südöstliche Migrationsroute, die mehr als eine halbe Millionen Menschen nach und durch Griechenland geführt hat: von den Kriegsgebieten in Syrien über die griechischen Inseln nach Piräus, durch die Squats und Camps in Attika und den Norden nach Idomeni und weiter auf der Balkanroute. Im Rahmen der Buchpräsentation werden der Fotojournalist Angelos Christofilopoulos und die Aktivistin Eleni Amorgos über die aktuelle Situation in Griechenland berichten, über persönliche Erfahrungen von der Diskrepanz zwischen dem Erlebten und der Berichterstattung darüber, über Selbstorganisation und Unterstützung, über das Leben in informellen Strukturen wie den Squats in Athen und anderswo. Gleichzeitig berichten lokale Aktivisten*innen über die Situation und die Arbeit ihrer Organisation hier in Deutschland.

Gäste: Angelos Christofilopoulos; Eleni Amorgos

Centro Sociale, Sternstraße 2

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Forscher fragen: Physik des Gedränges

Körber-Stiftung, Dienstag, 28.11.2017, 19:00 Uhr

Katastrophen wie bei der Loveparade in Duisburg 2010, in Mekka 2015 und in Turin 2017 zeigen die gefährliche Dynamik von Menschenmassen. Wie reagieren Personen im Gedränge? Dichte, Durchsatz und Volumen bieten physikalische Erklärungsmodelle für dieses Phänomen. Ob wir uns bewegen wie Teilchen, diskutiert Armin Seyfried vom Forschungszentrum Jülich mit Johannes Büchs, ARD.

Gäste: Armin Seyfried; Johannes Büchs

KörberForum Kehrwieder 12

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