Analog shoppen, mobil zahlen

02.12.2015

Weihnachts-Shopping könnte durch Mobile Payment um einiges entspannter werden.

Süßer die Kassen nie klingeln als zur Weihnachtszeit. Auch in diesem Jahr steht dem Handel ein vielversprechendes Jahresendgeschäft bevor: In den kommenden Tagen und Wochen will jeder Deutsche 259 Euro für Geschenke ausgeben. Oh wunderbares Christmas Shopping!  

Doch wir werden alle wieder fluchen, wenn wir im Gedrängel der Fußgängerzone nicht vorankommen, wenn wir in der Schlange an der Kasse stehen und prall gefüllte Taschen kilometerweit durch die Innenstadt schleppen.

Klar, auch ich will nicht alles online kaufen. Wie riecht das Parfüm? Wie sitzt der Pulli? Fühlt sich der Schal wirklich so toll an, wie ihn mir die Produktbeschreibung im Onlineshop anpreist? Im Geschäft kann ich potenzielle Geschenke in die Hand nehmen, bevor ich sie kaufe. Und auch da gibt es zahlreiche Möglichkeiten, den Einkauf komfortabler zu gestalten. Wir nutzen sie nur nicht. Mobile Payment zum Beispiel ist wie gemacht für den Trubel im Weihnachtsgeschäft. Doch darüber redet kaum jemand.

Mobile Payment kommt

In den Medien ist das Thema derzeit sogar von Widersprüchen geprägt. Da sind zum einen die zahlreichen Studien, die zeigen: Mobile Payment entwickelt sich mit großem Tempo zum Massenphänomen. Das Smartphone wird zur Geldbörse, zum Haushaltsplaner, zum elektronischen Kontoauszug, zur Bankfiliale. Im Herbst gab es eine große Diskussion darüber, ob Bargeld überflüssig wird. Und Irland hat jüngst die 1- und 2-Cent-Münzen abgeschafft.

Auf der anderen Seite kommt Mobile Payment hierzulande nicht voran. Der Bezahldienst Yapital gibt sein Angebot für Verbraucher auf – ein Negativsignal angesichts der großen Hoffnungen, mit denen das Unternehmen 2011 an den Markt ging.

Mehrwert kommt an

Wie kommt das? Sind die Banken schuld? Nein – viele digitalisieren sich und arbeiten auch mit Start-ups zusammen. Die Gründung einer Innovationskoalition für Finanzdienstleistungen von Amazon, Apple, Google und anderen Anfang November wird den Druck noch verstärken.

Haben deutsche Unternehmen keine Ideen? Doch, siehe die zahlreichen Start-ups in vielen deutschen Städten, ob Nord, Süd, Ost oder West, mit den unterschiedlichsten Geschäftsmodellen – von Payment über Wertpapierverwaltung bis Vermögensberatung. Sie alle bemühen sich derzeit um das Ohr der Verbraucher, wie viele New-Business-Anfragen bei fischerAppelt zeigen.

  Was also ist da los? Ich glaube, der große Mehrwert von Mobile Payment ist bei den Verbrauchern noch viel zu wenig angekommen. Auch die starke Ausrichtung auf die Debitkarte hierzulande spielt eine Rolle. Doch Unternehmen brauchen die Akzeptanz der Verbraucher, damit sich Investitionen rechnen und auszahlen.

Mehr Zeit für Weihnachten!

Dafür braucht es Kommunikation. Sie erklärt, schafft Aufmerksamkeit für die neuen Möglichkeiten des Bezahlens und bildet Vertrauen. Denn nur wer als Verbraucher den Komfort für das eigene Bezahlen zu schätzen weiß, ist auch bereit, die eigene Komfortzone von Cash und EC-Karte zu verlassen – und Neues auszuprobieren. Dann rechnen sich auch die neuen Business-Modelle.

Das ist die Voraussetzung für schnelles Bezahlen, kurze Schlangen an der Kasse und entspanntes Weihnachtsshopping. Das Ergebnis: Geschenke gekauft. Schneller zu Hause. Und mehr Zeit für Weihnachten!

Thorsten Wiese

ist Senior-Redakteur und Storymacher. Gemeinsam mit dem Strategieexperten Philipp Dieterich aus Frankfurt betreut er Kunden aus der Finanzindustrie.




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