Angriff der FinTechs

09.09.2015

Wie die Offensive der neuen digitalen Finanzdienstleister die Kommunikation verändert.

Wofür brauchen wir eigentlich noch Bargeld? Werden wir auch in fünf Jahren im Supermarkt noch beim Kassierer zahlen? Das große schwedische Möbelhaus mit den vier Buchstaben macht hierzulande vor, was in seinem Heimatland, aber auch in Großbritannien schon in jedem kleinen Lebensmittelgeschäft gang und gäbe ist: Die Ware wird an der Selbstzahlerkasse gescannt – fertig. Nie ging einkaufen so schnell.

Das Bezahlen wird immer komfortabler. Mobil, kontaktlos an kleinen Terminals ohne Personal, mit dem Smartphone – das ist ohnehin immer dabei, Mobile Payment ein Wachstumstrend. Die Digitalisierung bringt enorme Veränderungen für den Handel – und ist eine Herausforderung für Banken und andere Finanzdienstleister.

Das mediale Sommerloch im Banking fiel aus

Und so war es das Sommerlochthema in der Unternehmens-berichterstattung dieses Jahres: die Digitalisierung der Bankenwelt und der Aufschwung der FinTech-Unternehmen. Die jungen Start-ups mit Bezahl- und Bankinglösungen für die digitale Welt rühren das Geschäft der etablierten Unternehmen auf. Sie sind wendig, schnell und kreativ – und mit komfortablen Lösungen nah an den Bedürfnissen und Gewohnheiten der neuen Kunden.

Ob sparen, traden oder Altersvorsorge – für alles gibt es auf dem Markt neue digitale Lösungen. Selbst Beratung (Stichwort RoboAdvisory) und Vermögensverwaltung für Family Offices werden digital. Die Filialbanken müssen sich mit dem Wandel befassen und ihre Geschäftsmodelle nachjustieren, um nicht ins Hintertreffen zu geraten. Viele Institute schließen Filialen und entwickeln eigene mobile Angebote. Gerade heute (9. September) nimmt eine Konferenz am Center for Financial Studies der Universität Frankfurt die Entwicklungen unter die Lupe.

Experten verzweifelt gesucht!

Die Umwälzungen im Markt haben auch Folgen für die Kommunikation. Denn das Interesse der Medien am Kampf um Marktanteile und an technischen Veränderungen im wichtigen Bankenmarkt ist immens. Vor allem Entwicklungen rund um Zahlverfahren und Mobile Payment stehen im Fokus. Trendforscher, IT-Fachleute und Wirtschaftsweise geben ganz unterschiedliche Einschätzungen zur Zukunft ab – wer kann konkrete Entwicklungen voraussagen? Medien suchen teilweise händeringend nach Experten, die das große Ganze im Blick haben. Gefragt ist Expertise zu Technik, Regulierung und den Folgen der Veränderungen für uns alle.

Gleichzeitig gibt es ein großes Interesse an Kommunikation seitens der Unternehmen, die sich jetzt im Wettbewerb positionieren (müssen) – ob Großbanken, Bankenverbünde oder FinTechs. Gesucht werden kurzfristige PR-Lösungen, um das eigene Angebot am Markt bekannt zu machen. Aber auch die langfristige Vision will formuliert werden: Wie sieht die digitale Corporate Story aus? Was bedeutet der digitale Wandel für den Auftritt des Unternehmens im Markt?

Hier gehen etablierte Unternehmen wie neue Player derzeit in die Offensive. Und so arbeiten wir bei fischerAppelt für mehrere Kunden in diesem Bereich. Wir erstellen Konzepte für die neue digitale Medienwelt, unterstützen bei der Erweiterung von klassischer PR um Blogger Relations, entwerfen Websites neu und sorgen über einen Newsroom-Workflow für ein kontinuierliches Themenmanagement.

Schwere Kost smart erzählen

Bisweilen geht es um schwere Kost. Wie dringt man da als Anbieter am Markt durch? Zum Beispiel mit der Kombination aus guten Geschichten, echtem Fachwissen und einem smarten Ansatz für die Erzählung – sie sorgt für Präsenz in den Medien und Wahrnehmung bei potenziellen Kunden. Und das Wissen um die richtigen Formate und Verbreitungskanäle bringt die Zielgruppengenauigkeit.

Der Clou ist es, die Sache auf den Punkt bringen, Schweres leicht erzählen. Und so ist eine Frage schwer zu beantworten: Wer wird am Ende (zumindest in der medialen Wahrnehmung) den Erfolg für sich beanspruchen können – die etablierten Banken oder neue Dienstleister?

Klar ist aber: Es wird unter anderem derjenige sein, der die besten Geschichten erzählt und so den Vorteil seiner Lösung für den Kunden am besten sichtbar macht. Es ist der, der seine Corporate Story und seine Positionierung für das eigene Geschäftsmodell in der digitalen Zukunft plausibel darstellen kann und sich als Themenführer in der öffentlichen Debatte durchsetzt. Bei ihm werden die Geldströme zusammenlaufen – ob bar oder digital.

Thorsten Wiese

ist Senior-Redakteur und Storymacher. Gemeinsam mit dem Strategieexperten Philipp Dieterich aus Frankfurt betreut er Kunden aus der Finanzindustrie.




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