Anruf in Austin

20.03.2014

Jedes Jahr im Frühjahr lockt das Festival „South by Southwest“ (SXSW) die Jünger des Internets ins texanische Austin. So auch Indra Schlachter, Fork-Stratege, und seinen Kollegen, Art Director David Hellmann.

Indra, welcher Branchen-Cowboy hat dich auf dieser SXSW bisher am meisten beeindruckt?

Also, Cowboys habe ich hier noch keine gesehen. Im Gegenteil – was wir hier erlebe, ist für uns gar nicht mal so fremd und neu. Vielmehr fühlen wir uns bestätigt, dass wir auf einem guten Weg sind: mit unseren Methoden der User Experience und unserem nutzerorientiertem Ansatz.

Aber was in technischer Hinsicht das nächste große Ding wird, habt ihr doch sicher schon erfahren.

Wer Wearable Computing im Gepäck hat, also Devices im Stil der Google-Brille, liegt klar im Trend. Spannend sind bei dieser SXSW für mich aber vor allem die Antworten auf die Frage, wie sich das Netz für den guten Zweck nutzen lässt. Google und Facebook etwa forschen daran, wie sie in infrastrukturell noch unerschlossene Bereiche vordringen können. Facebook schickt dafür Drohnen ins Rennen, Google Heißluftballons. Obwohl dahinter offensichtlich Geschäftsinteressen stecken, zeigt sich auch das Streben, Menschen mit Technologie zu besserem Zugang zu Informationen zu verhelfen.

Einige sagen: Auch NSA-Enthüller Edward Snowden hat die „Möglichkeiten des Internets“ am Ende für einen guten Zweck genutzt. Auf der SXSW war er persönlich via Video-Livestream zugeschaltet. Habt ihr seinen Auftritt gesehen?

Snowden und die NSA-Enthüllungen sind natürlich hier in Austin ein großes Thema. Ich konnte mir den Vortrag aber nicht anhören, da ich zur gleichen Zeit einen Talk besuchte, der für meine Arbeit relevanter ist: eine Veranstaltung zu neuen Wegen, wie wir Nutzern den Content zeigen, den sie suchen – noch bevor sie überhaupt wissen, dass sie ihn suchen. Titel war „The UX of Real Time Site Personalization“. Die SXSW bietet unzählige spannende Events. Da darf man sich nicht grämen, wenn man nicht alle besuchen kann, die einen interessieren.

Auch das Abendprogramm gehört dazu – was sollten sich SXSW-Reisende aus deiner Sicht auf keinen Fall entgehen lassen?

Neben dem iTunes-Festival, für das David Tickets gewonnen hat, gehört für mich eine Aktion zu den Highlights, die Social Media-Experte Curt Simon Harlinghausen organisiert hat: Zusammen mit 70 Besuchern sind wir in einem Schulbus ins „Salt Lick“ hier in der Nähe gefahren. Das soll eines der besten BBQs in Texas sein. Dort gab es ein Networking Event mit All-you-can-eat-Buffet. Wer herkommt, sollte seinen Besuch außerdem ein halbes Jahr vorher planen, sonst sind alle guten Unterkünfte schon vergeben.

Und wie können wir uns euren temporären fA-Standort Austin vorstellen?

Wir haben mit acht Leuten ein Haus gemietet. Unsere Mitbewohner sind Kollegen aus der Digitalbranche. Insgesamt fünf Agenturen und ein Freelancer leben hier unter einem Dach. David hat unser Haus beim Foursquare angemeldet und dort „Cocktail Club“ genannt. Gestern Abend bekamen wir plötzlich Besuch von drei Kölnern auf der Suche nach einer Bar hier am Ort, die auch so heißt. Zwar haben sie nicht genau die Bar gefunden, nach der sie suchten – unsere Cocktails haben ihnen aber auch gut geschmeckt.




Mehr aus dem Blog