Das längste Gespräch Deutschlands

15.11.2019

Offene Gespräche und spannende Zeitzeugen an der ehemaligen innerdeutschen Grenze

Etwas mehr als vier Stunden dauerte es am 9. November 1989 von der Verkündung der Reisefreiheit bis zur Öffnung des Grenzübergangs an der Bornholmer Straße/Bösebrücke in Berlin. Genau in dieser historischen Zeitspanne – zwischen 18:53 und 23:30 Uhr – setzten wir mit einem interdisziplinären Team im Auftrag der Bundesregierung das „längste Gespräch Deutschlands“ um. Im Mittelpunkt: ein interaktives Talk-Format, das es so noch nicht gegeben hat. Entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze kamen knapp 3.000 Menschen an vier Orten zusammen, um über das wichtigste Ereignis der neueren deutschen Geschichte zu sprechen: den Mauerfall 1989. Mehr als 10.000 Menschen verfolgten das Ereignis in unserem Livestream auf unseregeschichte.bund.de.

Vom oberfränkischen Hof, über das thüringische Geisa und dem ehemals geteilten Doppeldorf Zicherie/Böckwitz in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt bis nach Ratzeburg in Schleswig-Holstein fanden offene und ehrliche Gespräche rund um den Mauerfall statt. Zwischenzeitlich wurde auch nach Berlin geschaltet, wo zehntausende Gäste den zentralen Festakt am Brandenburger Tor verfolgten.

Geschichten, die verbinden – Gespräche, die zum Nachdenken anregen

Die TV-Moderatoren Marko Schreyl und Judith Rakers begrüßten in ihrem Hofer Studio unter anderem Fußballexperte Reiner Calmund, der unmittelbar nach dem Mauerfall die ersten DDR-Fußballer für West-Clubs vermittelte und die Autorin Anne Hahn. Sie war nach einem missglückten Fluchtversuch verurteilt worden und erlebte den Mauerfall am 9. November 1989 hinter Gefängnismauern des SED-Regimes.

Cassandra Steen, Sängerin der Band Glashaus, bei ihrer Unplugged-Performance in Geisa.

Im thüringischen Geisa übernahmen Susan Link und Jan Köppen den Staffelstab und sprachen unter anderem mit Comedian Thomas Nicolai, der den Mauerfall mit seinen Ostberliner Kommilitonen feierte und direkt mit der S-Bahn an den Ku‘Damm fuhr. Für Christian Hirte, stellvertretender Kommissionsvorsitzender und Beauftragter der Bundesregierung für die neuen Bundesländer ist der 9. November `89 nichts weniger als „einer der spannendsten Tage in der neuen deutschen Geschichte“.

Gute Laune nach dem Talk in Geisa (v.l.n.r.): der Moderator Jan Kunath, der Comedian Thomas Nicolai, das Moderatorenduo Susan Link und Jan Köppen, die Schwimmerin Britta Steffen und der Historiker Martin Sabrow.

Die Gastgeber Kim Fisher und Jan Hahn begrüßten mehr als 120 Gäste in einem mobilen TV-Studio, das in der Doppelgemeinde Zicherie/Böckwitz errichtet wurde. Hier wurden die letzten Tage der DDR und der Mauerfall aus unterschiedlichen Perspektiven besprochen. Der Sternekoch Robin Pietsch bereitete für die Studiogäste eine Neuinterpretation des Klassikers „Tote Oma“ zu und berichtete, wie die ostdeutsche Küchentradition ihn bis heute inspiriert. Weitere Talkgäste, darunter Dr. Maria Nooke, Matthias Platzeck und Wolfgang Lippert, tauschten ihre eigenen Erfahrungen zu ihrem Erleben der Friedlichen Revolution aus.

Ratzeburg, als letzter Standort des „längsten Gesprächs“, stand ganz im Zeichen der jüngeren Generation. Schlagersängerin Ella Endlich sang ihren Mauerfall-Song „Geschichten“, Fitnesscoach Detlef D. Soost berichtete über seine Jugend im ehemaligen Ostteil Berlins und die Herausforderungen nach dem Mauerfall. Außerdem berichtete eine Schulklasse über ihre Projektwoche zum Thema Friedliche Revolution. Zum Abschluss des längsten Gesprächs fragte das Moderatorenduo die Studiogäste nach ihren Wünschen und Zielen für die Zukunft. Die meistgenannte Antwort: Mehr miteinander reden und aufeinander zugehen.

Die Talkrunde in Ratzeburg (v.l.n.r.): der Fitnesscoach Detlef D. Soost, die Schwimmerin und Weltmeisterin Verena Schott, die Moderatorin Anni Hoffmann, die Schlagersängerin Ella Endlich, die Linguistin Dr. Clara Herdeanu und der Moderator Christian Düren.

Die Aufnahmen des Livestreams sind noch bis zum 10.11.2020 auf der Website unseregeschichte.bund.de abrufbar.

An der Umsetzung des des Projekts waren fünf Spezialeinheiten unserer Agenturgruppe beteiligt. Damit liefert die Jubiläumsaktion ein Best Case in Sachen integrierter Kommunikation. Unsere Eventspezialisten setzten die Events und das Einladungsmanagement um, während unsere Bewegtbildexperten alle Filme und Reportagen optimal in Szene setzten. Unsere Digitalprofis von Fork Unstable Media gestalteten und programmierten die Kampagnensite unseregeschichte.bund.de. Unsere Advertising-Experten und Performance-Spezialisten kümmerten sich um die Online-Aktivierung, um die Mediaplanung und die begleitende Presse- und Medienarbeit.




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