Die wichtigsten Trends zum Thema 360-Grad-Video

26.09.2016

Auf der IBC 2016 wurden neue Bewegtbild-Technologien und -Produkte vorgestellt.

Die IBC (International Broadcasting Convention) hat in diesem Jahr fast 60.000 Besucher nach Amsterdam gelockt. Das Motto der diesjährigen Messe: Content Everywhere! Unser Technology Director Frank Schliefer hat das Event besucht und die wichtigsten Neuerungen zum Trendthema 360-Grad-Videos zusammengetragen.

360-Grad-Streaming auf dem Fernseher

Fraunhofer FOKUS hat auf der IBC 2016 eine 360-Grad-Video-Streaming-Lösung vorgestellt: das cloudbasierte System HbbTV Application Toolkit. Der User soll zukünftig hochaufgelöste 360-Grad-Filme direkt auf dem HbbTV-fähigen („Hybrid Broadcasting Broadband TV“) Fernseher erleben. Damit kann er individuell seine Perspektive bestimmen und so selbst entscheiden, was er sehen möchte. Das HbbTV Application Toolkit wurde für die Redaktionen von TV-Sendern entwickelt: Entwickler und Fernsehredakteure können damit ganz einfach HbbTV-Apps für Sendungen erstellen und mit Content befüllen.

Mit HbbTV können Fernsehsender über vielfältige TV-Empfangswege (Hybrid Broadcasting) und Breitbandinternet (Broadband) neue Informationen und Services für User anbieten. Damit wird die Verschmelzung der beiden Medien TV und Internet vorangetrieben – und der herkömmliche Videotext könnte abgelöst werden.

Vorstellung des cloudbasierten HbbTV Application Toolkit | Fotocredit: Fraunhofer FOKUS

Die Technologie eröffnet neue Möglichkeiten der Content-Produktion und -Distribution. Marketer könnten Bewegtbildinhalte präsentieren – 360-Grad-Videos ihrer Brand – und dem Kunden so einen viel intensiveren Eindruck vom Produkt verschaffen.

Live-Übertragungen in 360 Grad

Aber auch die Hersteller haben auf der IBC 2016 spannende neue Technologien vorgestellt. Dabei reichte die Bandbreite vom Kinofilm bis hin zur YouTube-Anwendung. Die Virtual-Reality-Kamera „Ozo“ von Nokia etwa soll 360-Grad-Live-Übertragungen erlauben und erzeugt direkt in der Kamera fertige 360-Grad-Bilder mit eingebettetem Ton. Im Kugelteil sind die acht synchronisierten Kameramodule sphärisch montiert – durch die Anordnung der Kameras gibt es eine Vorzugsrichtung. Das aufwändige Stitching der einzelnen Kameraperspektiven in der Postproduktion soll laut Nokia hier völlig entfallen.

Die 360-Grad-Kamera Ozo von Nokia

Nach den normalen Action Cams nimmt sich GoPro des Bereichs 360-Grad-Live-Video an auf YouTube an. Dort wurden unter anderem für den Motorradfahrer Dakota Mamola zwei Kameraköpfe des Modells Hero 4 Black auf dem Motorrad back-to-back montiert und erzeugten so ein 360-Grad-Bild. Über das GoPro-eigene Funksystem HeroCast wurde so via WLAN eine Live-VR-Übertragung in 360 Grad umgesetzt.

Die Technologie zur VR-Live-Übertragung kann natürlich für viele Usecases interessant sein, etwa Sportveranstaltungen oder andere große Events.

Diese neuen Möglichkeiten für den Zuschauer bieten natürlich gleichzeitig neue Chancen für Marken und Werbetreibende, als eine echte Alternative zu teuren Plätzen in den ersten Reihen.

Frank Schliefer

beschäftigt sich bei fischerAppelt mit kanalübergreifenden Bewegtbildlösungen und digitalen Trends.




Mehr aus dem Blog