Digital-Trends 2015: Aus Staunen wird Story

14.01.2015

Digital-Vorstand Franziska von Lewinski gibt in der aktuellen Ausgabe der new business einen Ausblick auf die Digital-Trends 2015 und beginnt dafür mit einem Blick zurück auf die Geschichte der Zeitung.

Heute setzen wir voraus, dass sie um sechs Uhr in der Früh druckfrisch, voller spannender Geschichten und sauber gerollt im Briefkasten steckt. Davon war man im 19. Jahrhundert noch weit entfernt. Denn bevor die ersten Rotationsdruckmaschinen hohe Auflagen und die schnelle Distribution einer Zeitung als Massenware für Jedermann ermöglichten, waren die Zeitungen ziemlich dünn – und direkt auf den Frühstückstisch kamen sie gleich gar nicht. Und so war das Staunen über die neue Technik vor mehr als 150 Jahren groß – es war schlicht faszinierend, wie schnell plötzlich Inhalte aus der ganzen Welt einer großen Zahl von Lesern zugänglich gemacht werden konnten. Doch diesem einstigen Staunen über die Technik wich schnell der Blick auf die Geschichten, die die Welt bewegen. Die Zeitung als Fenster zur Welt. Faszination Content.

Warum Ich in die Geschichtskiste greife? Weil die digitale Technik, die die Kommunikation heute bewegt, im Jahr 2015 vor einem ähnlichen Epochenwechsel steht.

Das Klein-Klein zahlreicher Neuerungen allein wird uns zunehmend weniger begeistern – es werden die Geschichten sein, die auch in der digitalen Kommunikation den Unterschied machen. Mit der App das TV-Programm von unterwegs aus aufnehmen – geschenkt. Der smarte Kühlschrank, der mir per SMS mitteilt, dass die Milch zur Neige geht oder sie bei Amazon gleich nachbestellt – auch schon oft gehört. Mittlerweile sind 25 Billionen Geräte mit dem Internet verbunden, ob Autos, Küchenzubehör oder Haustechnik – sogar Kühe. Alles wird ‚smart’ und wir managen unseren Alltag über PC und Smartphone. Auf der CES in Las Vegas wurde soeben ein Fieberthermometer in Form eines Pflasters vorgestellt, das auf die Haut geklebt wird und 24/7 die Temperatur beispielsweise eines kranken Kindes auf das Smartphone der Mutter sendet. Diese Neuerungen lösen große Faszination aus, aber überraschen Sie uns noch?

Content ist und bleibt King

Für Kommunikationsfeatures gilt dasselbe: Unternehmen haben eine Xing-Präsenz, ein Facebook-Profil, Instagram-, und Twitter-Accounts und eine Corporate Website im responsiven Design – das ist das Mindeste, was der Kunde erwartet. Er weiß mittlerweile, was geht, denn er nutzt selbst jeden Tag die neuen Möglichkeiten. Gute Geschichten dagegen sind immer wieder spannend – damit bleiben Marken 2015 im Gespräch! Content ist und bleibt King: Persönliche und relevante Inhalte, die zum richtigen Zeitpunkt und über alle Endgeräte optimal erreichbar sind, das ist die Erwartungshaltung der Kunden für 2015. Selbst auf dem Nationalen IT-Gipfel in Hamburg gab es eine eigene Arbeitsgruppe zum Thema „Technik und Content“ und zur Frage, wie sich beides miteinander verbinden lässt. Ins Zentrum rückt für Kommunikatoren somit eine neue, wenn auch uralte Frage: die nach dem richtigen Inhalt. „Was will ich eigentlich erzählen? Wie erzähle ich es? Welches Format? Welcher Kanal und wann ist der richtige Zeitpunkt für meine Geschichte – und wie gelingt mir all das?“

Sicher, die Technik bleibt im Marketing und in der Kundenkommunikation der Treiber von Veränderungen. Wir werden sogar eine neue Stufe der Digitalisierung erleben. Es beginnen sich Unternehmen zu digitalisieren, die ihr Kerngeschäft bislang noch anders verstanden haben: die Energiebranche, der Möbelhandel und Banken zum Beispiel. Die Deutsche Bank hat dazu ein eigenes Vorstandsressort geschaffen. Dieser Trend wird sich 2015 noch verstärken. Ein Megathema ist auch Gesundheit: Mit Microsoft, Google, Apple oder Samsung haben gleich vier der Giganten Plattformen für Gesundheitsdaten im Aufbau. Und die ersten Krankenversicherer haben seit Jahresbeginn Prämienmodelle im Programm, die auf Fitnessdaten beruhen. Aber der Weg, sich über diese Neuerungen mit dem Kunden zu unterhalten, sind spannende Geschichten – neuartig erzählt. Die fortschreitende Digitalisierung in der ‚Old Economy’ wird zum Beispiel neue Aufgaben für Kommunikationsagenturen hervorbringen. Denn die Digitalisierung bringt für deren Kunden neue Produkte und Services hervor – und Neues muss entwickelt und bekannt gemacht werden.

Den vollständigen Artikel gibt´s in der new business-Ausgabe 01-03/2015.

Bild: Freepik

Franziska von Lewinski

verantwortet im Vorstand der fischerAppelt-Gruppe die Ressorts Digital und Innovation.




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