Appetitsteigernde Maßnahmen

10.01.2019

Wie Food-Marken digital den realen Heißhunger anregen

„Was essen wir heute Abend?” – Es gibt vermutlich kaum eine Frage, über die wir uns so regelmäßig den Kopf zerbrechen, wie über diese. Vielleicht Auflauf? Oder doch lieber Spaghetti Bolognese? Und, wie genau bereitet man das Gericht denn eigentlich zu, damit es auch schmeckt?

Hobbyköche suchen im Netz nach Rezepten

Fakt ist, dass Omas Kochbuch langsam aber sicher ausgedient hat. Zwei Drittel aller Rezept-Suchen finden heutzutage online statt. Dazu kommt, dass 65 Prozent der Kochlustigen genau die Produkte und Marken kaufen, die in den Online-Rezepten empfohlen werden. Auf vorgeschlagenen Einkaufslisten basiert oftmals der Einkaufswagen, der ebenso immer mehr online gefüllt wird.

Diese Entwicklung können Marken für sich nutzen: Beispielsweise arbeiten sie mit Food-Portalen und -Pages wie chefkoch.de oder lecker.de zusammen und lassen sich entweder innerhalb der Rezepte direkt empfehlen oder schalten Werbung auf diesen. Supermärkte & Co. bieten ebenfalls eigene Plattformen an, die dem Nutzer unter anderem Rezepte an die Hand geben; hierüber können Food-Marken ebenso Aufmerksamkeit beim Konsumenten erregen und bestenfalls im Warenkorb landen.

Auch Social Networks und Plattformen wie Pinterest oder Instagram sind perfekt geeignet, um Marken im Umfeld der Zielgruppe zu positionieren. Foodblogger spielen hier eine bedeutende Rolle.

Daten und Informationen, die insbesondere online generiert werden, können differenzierte Insights mit sich bringen: Der Appetit auf Daten seitens der Food-Marken kann so schließlich  auch in appetitsteigernde Maßnahmen auf Konsumentenseite überführt werden.

Kreativität & Purpose gehen gemeinsame Wege

Die Möglichkeiten, Food-Marken kreativ zu inszenieren, sind vielfältig. So hat Rama beispielsweise mittels eines ASMR-Videos (Autonomous Sensory Meridian Response)  gezeigt, dass man die Sinne der Konsumenten auch anders – und vor allem erfolgreich – ansprechen kann: Knapp 2 Millionen Aufrufe kann der 27-minütige YouTube-Clip bereits verzeichnen. Doch, neben innovativen Herangehensweisen in der Vermarktung bedarf es ebenso eines Umdenkens mit Blick auf den Markenkern – auch im Food-Sektor.

Im deutschen Markt wird zunehmend von Konsumenten und anderen Stakeholdern mehr Wert auf ein nachhaltiges Unternehmertum gelegt. Das, was im englischen „Purpose” genannt wird, ist für den langfristigen und wirtschaftlichen Erfolg von Bedeutung. Nachhaltiges Unternehmertum hat zur Folge, dass Risiken gesenkt, das Vertrauen auf Konsumentenseite erhöht und damit auch die Kosten für das Unternehmen verringert werden. Zu guter Letzt wird das Wachstum höher sein als bei derjenigen Konkurrenz, die dies nicht berücksichtigt.

Unternehmen konzentrieren sich zunehmend darauf, „sinnstiftende” Leistungen zu liefern oder aber entsprechende Produkte zu kreieren. So gehört es zur Basis-Hygiene nachhaltig zu agieren und produzieren oder aber sich dem Thema Transparenz und Fairness beispielsweise gegenüber Lieferanten zu widmen.

Wichtig ist, dass mehr als nur ein einziger CSR-Beitrag geleistet wird – auch hier ist Nachhaltigkeit der Schlüssel. Die Unternehmen, die das in unserem rasenden digitalen Zeitalter richtig umsetzen, werden schließlich auch langfristig erfolgreich sein.

Merlin Koene

arbeitet als Partner bei fischerAppelt, advisors an der Schnittstelle zwischen klassischer Unternehmensberatung und strategischer Kommunikations- sowie Markenberatung.




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