Dmexco: Wie wir noch bessere Geschichten erzählen

16.09.2016

Die Dmexco 2016 ist vorbei, diese Inspirationen haben wir mitgenommen.

Für die Dmexco war 2016 das Jahr der Rekorde: Veranstaltungen und Stände auf einer Fläche von 90.000 Quadratmetern, knapp über 1.000 Aussteller, 570 Speaker und rund 50.000 Besucher. Egal, ob Digitalzirkus oder Place to be – unter dem Motto „Digital is everything – not every thing is digital“ wurden Trends auf den Prüfstand gestellt und über Innovationen diskutiert. Wer meint, zu Content Marketing und Storytelling müsste doch nun langsam alles erzählt sein, hat keinen Blick auf die Veranstaltungsübersicht der Dmexco 2016 geworfen. Drei Dinge, die uns künftig beim Content machen inspirieren.

Was Daten und Storytelling miteinander zu tun haben? Matthew Luhn klärt auf.

1. Gute Geschichten wecken Emotionen

Matthew Luhn von Pixar ist Storyteller par Excellence. Auf seine Kappe gehen Filme wie Toy Story, Finding Nemo und Monsters Inc. Er sprach auf der Dmexco 2016 zum Thema „Big Data – how algorithms and insights can shape Storytelling and rise profits“. Luhn erklärte, wie Pixar mithilfe von Datenmassen Charaktere lebendig werden lässt. Wie Psychologen durch Analysen Entwickler dabei unterstützen, aus Woody, Nemo und Co. authentische Kerle zu machen. Gut, Inspiration hinsichtlich „rising profits“ gab es eher wenig. Zum Thema Storytelling jedoch reichlich. Denn Pixar lehrt uns seit Jahren, wie gute Geschichten funktionieren. Luhns wichtigste Botschaft: „Die Leute werden sich nicht daran erinnern, was du gesagt hast. Sondern nur, wie sie sich dabei gefühlt haben.“ Wenn wir Geschichten erzählen, sollte genau das unsere Basis sein. Es gilt also, unsere Story immer wieder auf den Prüfstand zu stellen. Berührt und bewegt der Spin tatsächlich? Was lässt uns mitfiebern? Wie muss ein Protagonist sein, um zu begeistern?

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2. Gute Geschichten holen den Zuschauer ab

TV ist tot? Vielleicht in der Form, wie wir Fernsehen bisher kannten. Der Aufstieg von Vice allerdings beweist, dass bewegte Bilder noch immer begeistern – teilweise sogar mehr denn je. Die Emmy-gekrönten Vice Reports und der eigene TV-Sender Viceland sind nur zwei Beispiele dafür, warum es sich bei Vice um den angeblich am schnellsten wachsenden Sender der Welt handelt. Wieso das so ist? Kaum eine Marke hat es so raus, Bewegtbild-Content maßgeschneidert für alle Kanäle zu produzieren. Eine Storytelling-Idee so zu konzipieren, dass sie auf verschiedenen Plattformen funktioniert. Vice nimmt seine Zuschauer mit und kriegt es dabei hin, den Ton der Zielgruppe zu treffen – und sie sogar fürs Fernsehen zu begeistern. Klingt banal, gelingen tut’s jedoch nur einigen wenigen Playern.

3. ...und nehmen ihn mit

What's next in Storytelling? Eine Frage, die die Branche bewegt

360 Grad VR Storytelling – egal, ob SXSW, IFA oder eben Dmexco. Auf jeder, wirklich jeder Digital- beziehungsweise Technikmesse sieht man Besucher Virtual-Reality-Brillen ausprobieren. Noch sind Virtual-Reality-Storys alles andere als Mainstream. Es gibt erste Versuche. Bild.de beispielsweise veröffentlicht immer wieder 360-Grad-Videos. Refinery 29 setzt auf das Storytelling für (fast) alle Sinne. „Es reicht nicht, nur offen für diese Art von Storytelling zu sein“, sagte Kate Ward, Vice President of International vom Onlinemagazin Refinery29, in einem Panel auf der Dmexco 2016. „Man muss begeistert sein.“ Sie hat recht. Diese Art des Storytellings steckt noch in den Kinderschuhen. Es ist Zeit, sie erwachsen werden zu lassen. Denn sie bietet sowohl für Medien als auch für Unternehmen großes Potenzial. Medien können Leser und Zuschauer quasi mit in ihre Geschichten nehmen, Marken lassen Konsumenten tief in ihre Welt eintauchen. Näher geht kaum. Warum also nicht auch Virtual-Reality-Formate in der Content-Strategie berücksichtigen? Die Technik ist längst da, nun sind Ideen und neue Formate gefragt, um ihr tatsächlich Leben einzuhauchen.

Ricarda Twellmann

beschäftigt sich im Content-Center mit dem digitalen Medienwandel und kanalübergreifenden Format-Fragen.




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