Was verändert die ePrivacy-Verordnung?

25.05.2018

Wir erklären die wichtigsten Neuerungen von Cookie-Tracking bis E-Mail-Versand.

Die ePrivacy-Verordnung hat weitaus mehr Sprengstoff als die DSGVO und wird daher kontroverser diskutiert, was auch dazu führt, dass die Richtlinie nicht zum 25. Mai in Kraft treten wird. Wann genau, ist noch nicht einmal absehbar. ePrivacy regelt vor allem das Tracking, Kritiker sprechen sogar vom Ausspähen der Nutzer von Webseiten. Lückenlose Informationen via Cookies zu sammeln ist vor allem für Werbetreibende extrem wichtig – und damit auch für Newsseiten, die mit Werbung Geld verdienen. Beide fürchten starke Schäden durch die neue Richtlinie. Entsprechend wird lobbyiert, entsprechend verzögert sich die Verabschiedung.

Eine ePrivacy-Richtlinie gibt es bereits seit 2002, doch im Gegensatz zu Verordnungen bedürfen Richtlinien der nationalen Zustimmung, damit sie in den jeweiligen Ländern in Kraft treten. Ergänzt wurde sie 2009 durch die Cookie-Richtlinie, die unter anderem eine Einwilligung bzw. Aufklärung der Nutzer über das Setzen von Cookies auf Websites verlangt. Beide Richtlinien sollen in ihren neuen Versionen drastische Verschärfungen erfahren. Schließlich hat sich die elektronische Kommunikation in den vergangenen Jahren deutlich verändert. So soll aus der Richtlinie eine bindende Verordnung werden.

Das ist eine der wichtigsten Änderungen. Weitere geben wir hier im Überblick:

Cookie-Tracking

Bisher gilt in Deutschland die so genannte Opt-out-Lösung. Der Nutzer muss der Speicherung seiner Daten ausdrücklich widersprechen und voreingestellte Häkchen wegklicken. Künftig muss der Nutzer per Opt-in zweimal ausdrücklich seine Zustimmung erteilen. Das gilt auch, wenn die Daten pseudonymisiert werden, also nicht mit einem tatsächlichen Profil verbunden werden können.

Werbung per E-Mail-Versand

Ist ebenfalls nur nach ausdrücklicher Zustimmung des Kunden möglich. Ausnahme: Wenn das werbende Unternehmen die E-Mail-Adresse in Zusammenhang mit dem Kauf eines Produktes oder einer Dienstleistung erhalten hat, kann diese für ähnliche Produkte oder Dienstleistungen verwendet werden – ohne Extra-Zustimmung. Der Kunde hat allerdings ein Widerspruchsrecht, das er nach jeder Nachricht nutzen kann.

Telefon-Werbung

Ausgerechnet Telefonwerbung, ein immer größeres Ärgernis für Verbraucher, ist nach derzeitigem Stand künftig nicht durch eine Einwilligung des Angerufenen beschränkt. Unternehmer, die Direktwerbeanrufe tätigen, müssen allerdings eine Rufnummer angeben, unter der sie erreichbar sind. Der Angerufene soll zudem schnell erkennen können, dass Werbung droht. Die ePrivacy-Verordnung verlangt beim Anruf das Signalisieren eines besonderen Codes oder Nutzung einer speziellen Vorwahl. Solche Anrufe lassen sich dann sperren.

Vor allem das erschwerte Setzen von Cookies sorgt Werbetreibende wie auch Medien. Sie fürchten, dass künftig das Messen von Leistungswerten und Reichweiten nicht mehr möglich ist, genauso wenig wie zielgerichtete Werbung und Targeting. Media-Agenturen fürchten „Werbung nach dem Gießkannenprinzip“, die großen Verlage Umsatzeinbußen. Sie lobbyieren entsprechend in Brüssel. Eine Studie des Verband Deutscher Zeitschriftenverleger sieht einen Schaden von mehr als 300 Millionen Euro im Jahr durch Werberückgänge. Profiteure könnten die großen Internetkonzerne wie Amazon oder Facebook sein. Bei ihnen sind die Nutzer über die Login-Funktion bereits registriert und haben ihr Einverständnis gegeben.

Bild: ev via Unsplash




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