Wie identifiziere ich Fake-Follower im Social Web?

20.12.2016

... und wie wird man sie los? Social-Media-Expertin Nadine Müller erklärt.

Meldungen um Fake-News auf Facebook machen gerade die Runde in den Branchenmedien. Auch was Follower angeht, besteht schon lange die Problematik der Frage: Hat der wirklich so viele Follower? Vor allem auf Instagram sind Spam-, Ghost- und Fake-Follower ein bekanntes Problem. Besonders für Marken ist dieses Phänomen eine Herausforderung – und für Influencer erst recht. Wer möchte schon mit jemandem arbeiten, der seine Reichweite vermeintlich gekauft hat?

Fake-Accounts identifizieren: Diese sechs Fragen helfen

Mit diesen Fragen nehmen Sie einen Account und seine Follower genau unter die Lupe und kommen Fake-Profilen leichter auf die Schliche:

  1. Wie schnell antworten wie viele Follower auf ein gepostetes Bild? Antwortet ein Account augenblicklich und auf jeden Post, ist die Wahrscheinlichkeit eines Fakes hoch.
 
  1. Wie wird kommentiert? Kommen nur banale Kommentare oder nicht wirklich passende Kommentare? Auch hier gilt: Achtung, da steckt wohl eher ein Bot und kein Mensch dahinter.
 
  1. Was für ein Naming hat der Account? Oftmals sind Fake-Accounts schon am Namen erkennbar, z.B. „Buyfans“ oder „Easyorhard“ oder „etcetcetc“.
 
  1. Wie sieht das Profilbild des Accounts aus? Meistens haben Fake-Accounts nicht mal ein Profilbild.
 
  1. Ist das Profil auf „privat“ eingestellt? Natürlich gibt es auch echte Profile, die auf „privat“ eingestellt sind, doch zumeist ist dies, auch im Zusammenhang mit dem Profilbild und Naming, ein Indiz für einen Fake-/Spam-Account.
 
  1. Wie viele Bilder hat ein Account hochgeladen? Fake-Accounts haben selbst oft keine Bilder oder nur im einstelligen Bereich gepostet.

Im Vergleich zu anderen Plattformen wie Facebook oder Twitter sind bei Instagram leider keine öffentlichen Account-Insights zu finden. Auf Facebook zum Beispiel ist eine Statistik zu den „Gefällt mir-Angaben“ einer Fanpage für jeden einzusehen. So lassen sich beispielsweise signifikante Sprünge in der Fanzahl ausmachen – ein möglicher Hinweis auf Fankauf.

Social Media Tools unterstützen beim Follower-Check

Neben dem händischen Follower-Check gibt es natürlich noch eine Vielzahl an zum Teil kostenpflichtigen Tools, mit deren Hilfe man Follower-Kauf auf die Schliche kommen kann.

Das Tool quintly zeigt etwa in einer Tabelle, aus welchem Land die Follower kommen: Sind bei einer deutschen Brand etwa 90 Prozent aus Indien und Bangladesch, wurde mächtig eingekauft.

Außerdem lässt sich über die Engagement Rate identifizieren, wo Fake-Accounts ihr Unwesen treiben. Wenn im Account die durchschnittliche Engagement Rate berechnet wird, können Fotos mit einer überdurchschnittlichen Anzahl an Interaktionen genauer untersucht werden. So finden sich Fakes am leichtesten. Eine gesunde Engagement Rate (Interaktionsrate = (Likes + Comments / Fans) x 100) auf Instagram liegt zwischen 4 bis 10 Prozent. Liegt die Rate wesentlich höher oder wesentlich niedriger, kann man von gekauften Followern ausgehen.

Und wie werde ich die Fake-Follower wieder los?

  • Auf das Profil des Fake-Accounts klicken
  • Oben rechts in der Ecke auf das Share-Zeichen klicken
  • Auf „User blockieren“ klicken
  • Are you sure? Yes, I’m (definitely) sure (!!)
  • Fertig!

Auch hier können außerdem Tools helfen: So zum Beispiel die iOS-App Cleaner for Instagram, über die kann man sein Profil automatisch sauber halten. Auf Followercheck kann man sein Profil in Sekundenschnelle scannen und die identifizierten Fake-Follower anzeigen lassen – dann einfach wie oben beschrieben blockieren.

Nadine Müller

ist als Social-Media-Plannerin nahe an den Trends im Social Web. Da bleiben auch Problemfelder wie Fake-Follower nicht außer Acht.




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