fischerAppelt at Gamescom 2017

25.08.2017

Wir waren auf einer der weltweit größten Messen für Unterhaltungselektronik

Haltestelle Messe/Köln Deutz – bereits in der Bahn vom Kölner Bahnhof zur Messe ist die Menschenmasse kaum überblickbar. Nerds, Computer-Cracks, Normalos, Geschäftsleute, Alte und Junge, Männer und Frauen – sie alle sind auf dem Weg zur Gamescom! Was als Games Convention einmal in Leipzig begann, findet seit 2008 jährlich in den heiligen Hallen der Kölner Messe statt, die sich nicht unweit des Rheins über ein riesiges Areal erstreckt. Durch Absperrbänder, Bauzäune über Kies und asphaltierte Straßen – der Weg von der Bahnhaltestelle bis zur Zugangshalle gestaltet sich als Marathon. Die Veranstalter sind bemüht, die Menschenmassen in geregelten Bahnen und ohne große Wartezeiten über bestimmt einen Kilometer hinweg zu entzerren. Auf dem Weg fallen immer wieder junge Menschen in Cosplay-Kostümen auf. Von Zelda bis Lara Croft ist da alles dabei. Immer wieder rennen Cosplay-Fans zu ihnen und bitten um Fotos, für die die Kostümierten überaus bereitwillig posieren. Jemand, der dieser Szene nicht beiwohnt, mag das vielleicht wirr erscheinen, auf der Gamescom sind sie aber die Stars. Fertig posiert, liegen sich dann auch mal Splinter Cell’s Sam Fisher und Prinzessin Mononoke des berühmten japanischen Anime Studios Ghibli in den Armen. In der Phantasy-Welt ein unvorstellbares Bild, als Besucherpärchen auf der Gamescom durchaus möglich.

The Heart of Gaming

In der ersten Halle angekommen – welche das nun war, kaum zu sagen, die Gamescom ist etwas unübersichtlich – hört man von allen Seiten laute Musik, unterschiedlichste Moderationen oder kreischende Kids, die das nächste Goodie fangen wollen, das im Begriff ist, gerade von einer der vielen Bühnen hinuntergeworfen zu werden. Auffällig dunkel sind die Hallen gestaltet, als wenn man mit aller Macht versuchen würde, dem Klischee des Kellerkindes Rechnung zu tragen. Definitiv gelungene Atmosphäre: The Heart of Gaming eben, wie der Slogan der diesjährigen Gamescom auch verspricht.

Ein paar Schritte weiter in der Family & Friends Halle 10.2 fällt sofort ein Retro-Gaming-Bereich auf, in dem über 200 Spielekonsolen, Heimcomputer, Handhelds und Automaten der letzten vier Jahrzehnte ausgestellt sind und auch bespielt werden können. So ist die Geschichte und Kultur des Computerspiels greifbarer an einem Ort, wie kaum woanders. Einer der ersten einsatzfähigen Computer für die Masse ist dabei der Commodore 64, der Anfang der 80er Jahre einen unglaublichen Siegeszug feierte. Bis in die 90er stand der C64 in Kinderzimmern, Schulen, Universitäten und Wohnzimmern als das Maß aller Dinge und die Fachwelt ist sich bis heute sicher, wer einen C64 programmieren kann, der gehört in die Spieleentwicklung.

Schön zu sehen ist, dass sich insbesondere junge Menschen für diese Geräte interessieren: überall sind Väter zu sehen, die ihren jungen Kindern erklären, worauf es im Spiel Donkey Kong ankommt oder die sich abwechselnd an der Nintendo Classic um den nächsten Highscore battlen.

Cosplay

Man lässt sich auf der Gamescom treiben. Überall gibt es etwas zu entdecken, überall sind unglaubliche Menschenmassen, die einen realisieren lassen, wieso die weltweite Gaming-Industrie ein Multimilliarden-Business ist.

Und da sind sie wieder die Kostümierten! Im Cosplay Village versammeln sie sich in Heerscharen. Treffen sich, tauschen sich aus und beäugen begeistert, wie Anime-Zeichner neue Figuren schaffen, die sie vielleicht schon auf der nächsten Gamescom treffen. Eine echte Traumwelt – faszinierend.

Beliebte Neuheiten

Eines der zentralen Themen einer jeden Gamescom sind die Upcoming Releases der großen Spielehersteller. Bereits Monate vorher registrieren sich begeisterte Gamer, um die neuen Spieletitel zu testen. Wer nun glaubt, dass Anstehen dann nicht mehr notwendig ist, der hat sich definitiv geschnitten.

Überall finden sich Schilder „Ab hier bitte nicht mehr anstellen” oder „Ab hier sind es 5 Stunden Wartezeit”. Findige Marketer und Firmen stellen den Gamern gebrandete Papphocker zur Verfügung und machen so auf sich stundenlang aufmerksam. Für die Gamer allerdings eine willkommene Markenbotschaft – wer sitzt schon gerne stundenlang im Schneidersitz auf dem Boden, ohne dass es auch nur einen Meter vorangeht?

Einmal vorne angekommen sitzen die Gamer in Reih und Glied und testen beispielsweise die neue Russland-Erweiterung von „Battlefield 1: In the Name of the Tsar”.

Aber auch EA macht ordentlich auf sich aufmerksam. Sie bewerben das neue „Star Wars Battlefront 2”. Für einen Moment fühlt man sich inmitten des Star Wars Universums. In einer Ecke der Messehalle hängt der X-Wing mit R2D2 – wohlgemerkt in Originalgröße – und symbolisiert das Gute, in der anderen ein startbereiter Tie-Fighter – die Inkarnation des Bösen. Zwischenrein laufen Jedis, Klonkrieger und Stormtrooper. Wieviel der Stand von EA mit allem Drum und Dran gekostet haben mag, möchte man sich kaum vorstellen – zu schön ist es, in dieser Parallelwelt unterzugehen.

Re­sü­mee

Untergehen ist ein gutes Stichwort. 20 Kilometer zu Fuß und 8 Stunden vergingen wie im Flug.

Auf dem Weg zurück zum Kölner Bahnhof erblickt man lauter glückliche Gesichter.

Die Gamescom ist definitiv „The Heart of Gaming”. Sie ist ein friedliches Beisammensein. Ein Ort für Alle, die gerne in Computerspielen versinken, aber auch ein Ort, der dem Außenstehenden ständig staunend den Mund öffnen lässt! Wirklich inspirierend.

Die Gamescom ist auf jeden Fall einen Besuch wert!

Felix Bell

hat als Teil unserer VR/AR Unit ein Händchen für Tech-Trends.




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