Fünf Gedanken zur Kommunikation von Institutionen

19.05.2014

Kommunikation wird wichtiger, je mehr die Komplexität zunimmt.

1.) Beschleunigung ist eine Herausforderung für die Menschen und ihre Organisationen. Diese findet sowohl technisch als auch sozial statt. Computer erhöhen unsere Taktung, Lebensläufe wandeln sich bisweilen drastisch – die Gegenwart schrumpft. Neben vielen Chancen lauern auch Gefahren: Issuegetrieben droht der Abstand zum eigenen Tun verloren zu gehen. Bei Verlust der strategischen Distanz droht kreative Armut aufgrund von Beschleunigungsparalyse.

2.) Die Bandbreite der Kommunikation nimmt zu: Während Agenturen oftmals lediglich als verlängerte Werkbank gesehen werden, wird die Rolle als Sparringspartner auf Augenhöhe immer wichtiger. Fundierte und reflektierte Meinungen sind rar – und werden gerade deshalb von Kunden so geschätzt. Eine positive Entwicklung: Die Ausbildungswege in der Kommunikationsbranche etablieren sich, Branchen-Buzzwords entlarven sich zunehmend selbst.

3.) Die Komplexität der Unterstützungleistungen wächst. Kommunikation ist komplex – die notwendigen Kompetenzen erscheinen weit verstreut. Großen Koordinierungsaufwand zwischen verschiedenen Kanälen und Dienstleistern oder gar mikropolitische Reibungsverluste wollen und können sich aber immer weniger Institutionen leisten: Sie setzen auf integrierte Kommunikation eingespielter und bewährter Teams.

4.) Institutionen reifen zu echten Persönlichkeiten. Sie führen Beziehungen und denken nachhaltig, das verschlossene Visier ist keine Option mehr. Unternehmen stehen in der Öffentlichkeit – im Dialog und ihrem Verhalten zeigt sich ihr Charakter. Die besten sind Good Citizens und wissen wofür sie stehen und was sie für das Gegenüber relevant macht. Sie sind interessante Gesprächspartner, die eigene kreative Inhalte haben, Themen setzen und inspirieren. Und die wissen, warum sie sich in welche Richtung bewegen – und wie Sie andere mitnehmen.

5.) Dazu brauchen Sie einen Überblick, der in unübersichtlichen Zeiten besonders wichtig wird. Dabei liegen enorme Chancen in der Digitalisierung. Sie führt nicht nur dazu, dass Dinge immer besser messbar werden, sondern verschafft auch neue Darstellungs- und Interaktionsmöglichkeiten. Der boomende Bereich der Infografiken zeigt: Wir bewegen uns in eine neue Epoche des Overviewism. Die Landkarte der Unternehmenskommunikation (Corporate Communication Map) will ihren Beitrag dazu leisten.

Die Landkarte ist in Zusammenarbeit mit einem Masterkurs an der HTW Berlin entstanden. Ziel der sich weiterentwickelnden Map ist es, einen visuellen Überblick über den Bereich der Unternehmenskommunikation zu geben.

Lars Heitmüller

ist Leiter External Relations bei fischerAppelt und Strategieberater zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.




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