Eine kurze Geschichte des GIF

13.01.2015

Vom pixeligen Blickfang zum Short-Form Storytelling.

Das animated GIF feierte in den letzten Jahren sein überraschendes Comeback im Web. Ob lustig, erstaunlich oder als Form der Berichterstattung – das GIF ist fester Bestandteil des Internets und der Popkultur.

In den Achtzigern war es ein einfaches Standardformat für Bilder und Grafikelemente, das mit wenig Speicherplatz auskommen sollte. In den Anfangstagen des Internets mussten sich auf allen privaten Homepages Animationen, blinkende Texte und nervige bunte Buttons befinden – man wollte ja schließlich auffallen. Spätestens nach der Einführung des JPGs und von Flash-Animationen galt das GIF als veraltet.

  Mit der Entstehung von Social Networks ab 2010 und der damit verbundenen neuen Lust auf kurze, teilbare Content-Formate wurde das GIF wieder zum Lieblingsspielzeug im Web. Bei „Buzzfeed“, „9Gag“ und der „Huffington Post“ gehören GIFs oder GIF-Galerien zu gängigen Content-Formaten.

Das Prinzip

Das Prinzip ist einfach: Fünfsekündige Clips aus aneinander gereihten Bildern ergeben einen Daumenkino-Effekt. Hysterisch lachende Promis, Sportevents, ausgeflippte Haustiere oder Alltagspannen – die kurzen Clips sind vielseitig. Außerdem sind GIFs in sozialen Netzwerken Share-Highperformer und lassen sich auf den meisten Plattformen mittlerweile automatisch abspielen. So erreicht das Format die Massen und vermittelt Content innerhalb weniger Sekunden.

Die Ursprünge

Das GIF ist ein Kind der Achtziger: 1987 wurde das Graphics Interchange Format (GIF) vom Onlinedienstleister Compuserve erfunden und zunächst nur wegen seiner effizienten Datenkompression populär. Als Mitte der Neunziger die ersten leistungsfähigeren Browser auf den Markt kamen, startete der Boom: Mit mehreren Einzelbildern in einer Datei war das digitale Daumenkino geboren. Eines der ersten dieser Art war „das tanzende Baby“, das sich zum Medienphänomen entwickelte.

Das Comeback

Die aufstrebenden Social Networks bereiteten dem GIF den Weg für sein Comeback. Die Mehrzahl der Bilder hatte zunächst genau ein Motiv: Katzen, Katzen, Katzen. Die großen Medien zogen nach. Buzzfeed und die “New York Times” animierten die besten Momente der Olympischen Spiele in London. Sogar der britische „Guardian“ kam auf’s GIF und fasste so die TV-Duelle um die US-Präsidentschaft 2012 zusammen.

Der Ausblick

Heute kann jeder mit wenigen Klicks ein GIF erstellen, egal ob es ein hochwertiges Kunstwerk wird oder einfach eine Wiederholung in Endlosschleife der Lieblingszene aus einem Youtube-Video.
Tools wie GIF YouTube online oder ein eigenes Tool, das YouTube derzeit testet, generieren GIFs automatisch und machen sie in wenigen Sekunden teilbar. So bleiben GIFs der digitale Botenstoff für Unterhaltung, Witz, Emotionen und Pointen und wandern sogar ins Content-Marketing-Portfolio großer Unternehmen.

2015 wird das Jahr von Branded GIFs.

Benjamin Werner

Gelernter Friedens- und Konfliktforscher, Strategieberater und Fan von buzzing Content.




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