Hamburger Agenda Watch im Dezember

30.11.2016

Der monatliche Überblick über Veranstaltungen aus Politik und Gesellschaft.

Jeden Monat finden in Hamburg viele inspirierende Vorträge, Lesungen und Diskussionsrunden rund um die Themen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft statt. fischerAppelt stellt ein Best of der Veranstaltungen in der Agenda Watch zusammen. Diese wird auch über das Hamburger Tagesjournal distribuiert. Hier geht es zur Anmeldung für den kostenlosen werktäglichen Newsletter am Morgen.

Das sind die wichtigsten Hamburger Events im Dezember:

Große Koalition: Auslauf- oder Dauermodell?

Die Neue Gesellschaft, Donnerstag, 01.12.2016, 18 Uhr, Kosten: 3 Euro

Vortrag/Diskussion: Bei den letzten Landtagswahlen haben CDU und SPD in der Wählergunst fast überall erheblich weniger Zuspruch erhalten. Die Große Koalition hinterlässt ihre Spuren: Sie verwischt Parteiprofile und scheint bei vielen Bürgern durch zu viele Kompromisse Unmut und Verdrossenheit ausgelöst zu haben. Vor allem für die SPD stellt sich die Frage, mit welchem Konzept sie aus ihrem Dauerumfragetief bei der Bundestagswahl 2017 herauskommen will.

Gäste: Herbert Ludz (Vorsitzender „Die Neue Gesellschaft“), Dr. Joachim Federwisch (Geschäftsführer „Die Neue Gesellschaft“)

Neue Gesellschaft Geschäftsstelle – Springeltwiete 1

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Informationsveranstaltung zum G20-Gipfel Hamburg 2017 – Wer sind die G20? Worüber wird verhandelt? Was geht uns das an?

Heinrich-Böll-Stiftung, Donnerstag, 01.12.2016, 18 – 20 Uhr

Informationsveranstaltung und Diskussion: Am 1. Dezember 2016 übernimmt Deutschland die Präsidentschaft der G20, der Gruppe der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer. Diese Gelegenheit soll für eine Informationsveranstaltung genutzt werden, um einen umfassenden Überblick darüber zu geben, wer die G20 sind und was sie tun, aber auch was konkret auf der deutschen Gipfel-Agenda steht. Darüber hinaus soll über die organisatorische Herausforderung des im Juli in Hamburg stattfindenden Gipfels gesprochen werden. Was bedeutet der Gipfel 2017 für die Bürger*innen und die Stadt? Welche weiteren Veranstaltungen sind in Planung? Diese und weitere Fragen sollen in der abendlichen Veranstaltung am 1. Dezember beantwortet und diskutiert werden.

Gäste: u.a. Heike Löschmann (Referentin Internationale Politik, Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin), Irina Soeffky (Leiterin OSZE/G20-Stab), Stefan Schurig (Member of the Executive Board, Director Climate Energy, World Future Council Foundation)

GLS Bank Hamburg, Düsternstraße 10

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Hinter den Kulissen von Berlin – Wie funktioniert eigentlich politische Lobbyarbeit?

Bundesverband Mittelständische Wirtschaft, Donnerstag, 01.12.2016, 17.30 – 20 Uhr, Kosten: 20 Euro (für Nicht-Mitglieder)

Vortrag und Diskussion: Lobbyisten – kaum ein anderer Berufsstand ist so von der Aura des Geheimnisvollen umgeben wie die politischen Interessenvertreter: Rund 5.000 von ihnen arbeiten in der Bundeshauptstadt Berlin. Vertrauliche Gespräche in Hinterzimmern und Einflussnahme an der Grenze der Legalität: All das gehört zum Bild des Lobbyismus, wie er bei einem Großteil der Bevölkerung vorherrscht. Stimmen diese Klischees oder üben Lobbyisten ein Business aus wie andere auch? An diesem Abend wird darüber informiert, wie die Vernetzung von Politik und Wirtschaft in Berlin funktioniert und wie eine noch junge Branche ihre Interessenvertretung in der Praxis umgesetzt hat.

Gäste u.a.: Matthis Still (Inhaber der Agenturen Public Effect und DIE AGENDA), Mirko Knappe (Geschäftsführer des Bundesverbandes für Unbemannte Systeme)

Northern Business School, QUARREE Wandsbek-Markt, Quarree 8-10

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After-Work mit Franz Müntefering

Körber-Stiftung, Freitag, 02.12.2016, 16 Uhr

Gespräch: Arbeit und Soziales sind seine Lebensthemen, heute treiben ihn Fragen des demografischen Wandels und des Alters um. Nach 38 Jahren aktiver Politik ist der ehemalige Bundesminister selbst in der „After-Work“-Phase des Lebens angekommen: Franz Müntefering spricht mit Karin Haist, Körber-Stiftung, über Solidarität in einer alternden Gesellschaft, eine längere Lebensarbeitszeit und Generationengerechtigkeit. Und über den Stellenwert von Arbeit in seinem eigenen Leben.

Gäste: Franz Müntefering und Karin Haist (Körber-Stiftung)

KörberForum – Kehrwieder 12

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„Es war ein Anschlag...“ Warum sprechen wir so gern von Terroristen?

Behörde für Schule und Berufsbildung, Montag, 05.12.2016, 19 Uhr

Vortrag: Rekrutierung, Ausbildungscamps, Internetschulung – man könnte meinen, es handele sich um einen Ausbildungsberuf, wenn vom „modernen Terroristen“ die Rede ist. So besonders, so irritierend sind sie, dass neue Wörter gebraucht werden und noch im seltsamen Sprechen vom „feigen Attentäter“ schwingt die Faszination des negativen Helden, des Anti-Menschen mit. Der Terrorist – das ist eine offensichtlich attraktive Idee, nicht nur für die Täter grausamer Taten, sondern auch für uns. Dabei sollten wir doch inzwischen wissen, dass das Bild vom leibhaftigen Bösen vor allem für eines notwendig ist: Für unsere Hoffnung darauf, dass am Ende alles gut wird. Es wäre nicht das erste Mal, dass wir aus Sehnsucht nach einer Heilsgeschichte das Böse selber herbeibeten, auf dass es uns vom Leibe bleibt. Was also richten wir wirklich an, wenn wir Mörder nicht mehr Mörder nennen? Und was hat unser Denken mit den Taten zu tun?

Gast: Dr. Bettina Stangneth (Philosophin, Historikerin, Autorin)

Krypta des Mahnmals St. Nikolai, Willy-Brandt-Straße 60

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Direkte Demokratie – Ausweg oder Irrweg?

Friedrich-Ebert-Stiftung, Montag, 05.12.2016, 19 – 21 Uhr

Podiumsdiskussion: Stromnetze, Schulen, Olympia – in Hamburg entschieden darüber die Bürgerinnen. Auch auf der Bundesebene wird der Ruf nach direkter Demokratie immer lauter. Lässt sich so der wachsenden Skepsis gegenüber Politikerinnen und Parlamenten begegnen? Oder setzen wir die Vorteile einer repräsentativen Demokratie aufs Spiel? Die Hamburger Erfahrung ist zwiespältig. Zuletzt machte sich Erleichterung breit, als ein Volksentscheid über die Unterbringung von Geflüchteten gerade noch abgewendet werden konnte. Was hat es also auf sich mit den Forderungen nach mehr direkter Demokratie? Ist sie gleichbedeutend mit einem Mehr an Demokratie? Ist die Zeit reif für Volksgesetzgebung auf Bundesebene?

Gäste: u.a. Frank Decker (Professor für Politische Wissenschaft an der Universität Bonn), Andreas Dressel (Vorsitzender der SPD-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft)

monsun.theater, Friedensallee 20

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Wo ist deine Kunst zu Hause, Samy Deluxe?

Körber-Stiftung, Dienstag, 06.12.2016, 20 Uhr

Dialog: „Dies‘ Land hier ist so ignorant, wahrscheinlich bricht es bald ’n Weltrekord.” Das rappt Samy Deluxe – Reimexperte, Rap-Poet und musikalische Instanz. Über seine künstlerischen Wurzeln, seine gesellschaftskritischen Texte und sein soziales Engagement spricht der Hamburger Jung in der Talk-Reihe mit dem Kabarettisten und Moderator Abdelkarim.

Gäste: Samy Deluxe

KörberForum – Kehrwieder 12

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Brexit: 6 Monate später...

Staatspolitische Gesellschaft, Dienstag, 06.12.2016, 18 Uhr, Kosten: 5 €

Vortrag/Diskussion: Sie haben es tatsächlich getan: Im Sommer stimmten die Briten knapp für den Ausstieg aus der Europäischen Union. Ein Erdbeben ging durch die Politik und durch die Börsen. Was führte zu dieser Entscheidung, was bedeutet sie für Großbritannien, seine eigene Einheit und die Europäische Union? Ist dies der tatsächlich der Untergang der EU oder befreit sich die EU von faulen Kompromissen? Waren Briten-Rabatt und eine ständige Sonderrolle mit der Idee einer gleichberechtigten Staatengemeinschaft einfach nicht mehr vereinbar?

Gast: Martin Hoschützky (Historiker)

Bleicherhaus, Ohlsdorfer Straße 37

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Sekt oder Selters: Der launige Jahresrückblick

Körber-Stiftung, Mittwoch, 07.12.2016, 19 Uhr

Vortrag/Diskussion: Wenn die großen Sender ihre Jahresrückblicke halten, ist auch die Staatspolitische Gesellschaft mit von der Partie: Wer hat das Jahr überstanden, wen hat es aus der Kurve getragen, was waren die Themen des Jahres? Es sollen Aufreger und Aufsteiger, Absurdes und Abseitiges beleuchtet werden, um schließlich entscheiden zu können, welches Glas auf das Jahr 2016 erhoben werden soll: Sekt oder Selters?

Gast: Martin Hoschützky (Historiker)

Bleicherhaus, Ohlsdorfer Straße 37

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Das Ende der Demokratie?

Körber-Stiftung, Mittwoch, 07.12.2016, 19 Uhr

Gespräch: Der digitale Wandel macht Vorhersagen möglich, die bisher undenkbar waren. Big Data speichert unser Verhalten, die künstliche Intelligenz analysiert unsere Absichten. Wer uns so gut kennt, kann uns manipulieren, warnt die Juristin und Essayistin Yvonne Hofstetter. Kehren wir zurück in eine selbst verschuldete Unmündigkeit? Stehen am Ende Freiheit und Demokratie auf dem Spiel? Auftakt zur neuen Reihe „Digital Mündig“ mit Gastgeber Christoph Kucklick („GEO“).

Gäste: Yvonne Hofstetter (Unternehmerin und Autorin)

KörberForum – Kehrwieder 12

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Waffenexporte und Grenzaufrüstung aus der Reihe „Die Verstrickungen Europas in Flucht und Migration“

Rosa-Luxemburg-Stiftung Hamburg e.V., Donnerstag, 08.12.2016, 19.30 – 21.30 Uhr

Diskussion/Vortrag: Die Welt rüstet immer stärker auf, und Deutschland ist ganz vorn mit dabei. Im Juli 2016 hat die Bundesregierung den Rüstungsexportbericht 2015 veröffentlicht: In 2015 wurden Rüstungsexporte in Höhe von insgesamt 12,8 Mrd. Euro genehmigt, also nahezu doppelt so viel wie 2014. Das ist seit Beginn der Veröffentlichung der Genehmigungswerte 1999 der absolute Höchststand. Autoritäre Regime sind gern gesehene Käufer deutscher Rüstungsgüter. Die auch mit deutschen Waffen vertriebenen Menschen hingegen sind weniger gern gewollt; gegen Flüchtlinge schottet Europa sich ab, mit allen Mitteln der Technologie. Die Veranstaltung informiert über deutsche Rüstungsexporte, das Geschäftsfeld Grenzaufrüstung sowie über den Zusammenhang zwischen Waffenlieferungen, Handelsabkommen, militärischen Abkommen und Herkunfts- und  Zufluchtsstaaten von Flüchtlingen.

Gäste: Dr. Ulrike Borchardt (Politikwissenschaftlerin im Arbeitsbereich Kriegsursachenforschung an der Uni Hamburg) und Jan van Aken (Außenpolitischer Sprecher der Linksfraktion im Bundestag)

W3 – Werkstatt für internationale Kultur und Politik e.V., Nernstweg 32-34

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Kultur.Macht.Geld.

Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, Samstag, 10.12.2016, 19 – 21 Uhr

Ausstellungseröffnung: „Die Kunst ist eine Tochter der Freiheit“ – das sagte schon Friedrich Schiller. Sie lebt von der Vielfalt und dem Spannungsverhältnis zwischen Vertrautem und Neuem, Eigenem und Fremdem. Kulturelles Schaffen ist höchst individuell, unmittelbar, persönlich. Zugleich schafft Kultur Verbindungen und einen Dialog, der Kreativität anregt und wesentlich zur gesellschaftlichen Erneuerung beiträgt. Gleichzeitig wird immer wieder über die Finanzierung von Kultur und Kultureinrichtungen diskutiert. Bund, Länder und vor allem Kommunen sparen einerseits oft – gezwungenermaßen – an Kulturausgaben vor Ort. Andererseits werden kulturelle Großprojekte als Standort- und Tourismusfaktoren immens gefördert. Hinzu kommt der Trend, bei Kulturbetrieben und kulturbezogenen Projekten, private Finanzierungsformen stärker auszuschöpfen. Zuwendungen durch Spenden privater Haushalte, Unternehmen und Stiftungen sowie Sponsoring und Werbung sind für viele Kulturinstitutionen unverzichtbar geworden. Unter dem Titel „Kultur. Macht. Geld.“ soll an diesem Abend über das Spannungsverhältnis zwischen Kultur, Geld und Geldgebern mit Experten und dem Publikum gesprochen werden.

Gäste: Dr. Christopher Vorwerk (Leiter Marketing, Presse und Öffentlichkeitsarbeit, Staatsballett Berlin), Jens Meyer (Kulturpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft), Anna Christina Köbrich (Pianistin)

The Westin Hotel in der Elbphilharmonie, Platz der Deutschen Einheit 2

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Vielfalt als Chance: Konzepte für eine erfolgreiche Zukunft

DGB Hamburg, Donnerstag, 15.12.2016, 18 – 20 Uhr

Vortrag und Diskussion: Die Arbeitsmarktprognose des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) geht davon aus, dass aufgrund des demographischen Wandels im Jahr 2030 in Deutschland sechs Millionen Menschen weniger erwerbstätig sein werden. Dies zeigt, dass Unternehmen ihren Fach- und Arbeitskräftebedarf sichern müssen. Nur so können sie langfristig auf dem globalen Weltmarkt agieren. Auch weitere gesellschaftliche Megatrends wie Globalisierung, Internationalisierung der Wirtschaftsbeziehungen und steigende Migrationsbewegungen zwingen Unternehmen sich zukünftig anzupassen. Lösungen bietet die interkulturelle Öffnung und das Konzept Diversity Management. Indem Unternehmen die Vielfalt von Mitarbeiter*innen wahrnehmen, wertschätzen und fördern, binden sie Fachkräfte und sichern sich langfristig Wettbewerbsvorteile. In dieser Veranstaltung sollen Best-Practice-Beispiele aus Hamburger Unternehmen vorgestellt werden.

Moderation: Elvisa Kantarević (Leiterin der Fachstelle Migration und Vielfalt, Arbeit und Leben Hamburg DGB/VHS e. V.)

Gewerkschaftshaus, Besenbinderhof 57a, Raum „Rethe“

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