Der Werkzeugkasten für die digitale Zukunft

24.01.2017

Interview mit Creative Director Roman Hilmer zur neuen Hilti-Website.

Für Hilti haben die Digitalexperten von Fork Unstable Media sowie unsere Text- und Bewegtbild-Spezialisten einen neuen Onlineauftritt umgesetzt. Das Ergebnis zeigt, wie heute die Verbindung von Content, UX und E-Commerce aussehen sollte. Unser Chefredakteur Dirk Benninghoff hat mit Roman Hilmer, Creative Director unserer Digital-Unit, über das Vorzeigeprojekt gesprochen.

Was habt ihr gemacht?

Wir haben zwei tragende Säulen von Hilti auf einmal überarbeitet: den Onlineshop und den digitalen Markenauftritt. Da kommen gleich mehrere Aufgaben zusammen – Branding, E-Commerce, User Experience, Internationalisierung, Webdesign und Content.

Ein wichtiger Fokus war die stärkere Personalisierung: Auf der individuellen Startseite sehen Hilti-Kunden entsprechend ihrer Branche und Rolle im Unternehmen unterschiedliche Inhalte und Funktionen. Die Produktempfehlungen entsprechen der Kaufhistorie und ebenfalls der Branche des Kunden. Darüber hinaus haben wir eine State-of-the-art-Suche inklusive Auto-Vervollständigen auf der Website eingeführt sowie „Quick Item Entry“, das Einkäufer ganze Einkaufslisten auf einmal in den Warenkorb legen lässt.

Eine weitere wichtige Säule im UX-Konzept war die noch stärkere Anpassung auf (mobile) Nutzungsszenarien. Die alte Website war aufgeteilt in eine mobile Version und eine Desktop-Version. Mit der neuen Seite haben wir ein responsives Design eingeführt, das sich auf alle Arten von Endgeräten, vom Smartphone bis zum 27-Zoll-Bildschirm, anpasst und so für alle User immer eine optimale UX bietet.

Was war die Herausforderung?

Eine starke Marke wie Hilti zu überarbeiten, die Marke für digitale Kanäle zu interpretieren und eine zur Marke passende User Experience zu entwickeln. Und das alles für unterschiedliche Endgeräte und mit internationaler Tragweite, das ist eigentlich schon Herausforderung genug. Richtig interessant wird es jedoch, wenn man bedenkt, dass sich unsere Arbeit unmittelbar auf den Absatz von Hilti auswirkt. Das ist natürlich deutlich komplexer als zum Beispiel die Arbeit an einer Corporate Website. Um Umsatzeinbußen zu vermeiden, darf man eigentlich keine Fehler machen.

Und, habt ihr Fehler gemacht?

Jeder macht Fehler. Aber wir haben Maßnahmen ergriffen, um sie zu vermeiden. Zum Beispiel haben wir im Projektverlauf zehn UX-Tests mit bestehenden Hilti-Kunden durchgeführt. Das Projekt ist auch für uns noch nicht abgeschlossen. Wir schauen uns den Live-Betrieb ganz genau an und optimieren weiterhin. In den ersten Tagen gab es bereits 5.000 neue Bestellungen. Das freut uns natürlich.

Wie war das Projekt-Setup?

Die Aufgabe war nur zu stemmen, indem viele Parteien zusammengearbeitet haben. Kunde, Backend-Partner, Digital-Unit und Content-Experten. Aufgrund des sehr sportlichen Timings haben beispielsweise im Bereich Technik bis zu drei Sprint-Teams gleichzeitig gearbeitet. Das bedeutet 16 Frontend-Entwickler.

Beinhaltete das Projekt auch eine Content-Strategie oder Storytelling-Aspekte?

Irgendwo habe ich gelesen, dass Marke die konzentrierteste Form von Storytelling ist. Und Hilti hat natürlich viel zu erzählen. Gerade weil das Angebot über Baumaschinen und Verbrauchsmittel hinausgeht und insbesondere Know-how auf die Baustellen der Welt getragen wird. Gemeinsam mit dem Kunden und der Redaktion bei fischerAppelt haben wir hierfür neuartige Inhalte entwickelt – und wir sind immer noch dabei, weitere zu erstellen. Diese werden in diesem Jahr ihren Weg auf die Website und in weitere digitale Kanäle finden.

Wie können andere Unternehmen davon profitieren?

Ich glaube, dass wir durch unsere Aufstellung eine interessante Kombination anbieten können: UX- und Kreativkompetenz, also: „Logic“ und „Magic”. Wir bringen die UX- und Technik-Skills mit – und können zudem auch Marke, Design und Inhalt. Letzteres auch in Zusammenarbeit mit unseren Text- und Bewegtbildkollegen von fischerAppelt. Ich bin davon überzeugt, erst die Kombination aus den verschiedenen Aspekten macht den Unterschied. Und Hilti ist ein gutes Beispiel dafür, wie gut dieses Zusammenspiel funktionieren kann.

Spannende Zahlen zum Projekt

  • Bis zu 16 Frontend-Entwickler in Spitzenzeiten
  • 5.000 neue Bestellungen nach wenigen Tagen
  • Bis zu drei Sprintteams, die parallel gearbeitet haben
  • Zehn UX-Tests auf Basis von Click-Dummies mit Kunden von Hilti
  • eine Corporate Website und 39 Länderwebsites
  • Entwicklung von mehr als 150 Templates

Dirk Benninghoff

setzt als Chefredakteur digitale Storytelling-Impulse. Die bringt er unter anderem von der FTD, stern.de und BILD.de mit.




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