Bloggerin Vreni Frost über Fake Follower

01.06.2018

So war unser Influencerevent „fA inspires me” in München

Im April luden wir zum zweiten Mal zu „fA inspires me“ in das Münchner Infinity Office ein. Die Eventreihe soll den persönlichen und regelmäßigen Wissens- und Interessenaustausch zwischen Agentur und Influencern fördern. Diesmal ging es dabei um das Thema „Fake Follower“.

Gemeinsam diskutierten wir mit Mode- und Lifestylebloggerin Vreni Frost und weiteren Münchner Bloggern Fragen wie: Was bedeuten Fake Follower für Blogger? Wie reagieren Agenturen und Marken darauf? Was sagt die Plattform selbst dazu? Und welche Konsequenzen bringen Fake Accounts mit sich?

„Ich frisiere meine Zahlen“

Mit dieser Aussage auf ihrem Blog bekannte sich Vreni im letzten Frühjahr einen Instabot zu bezahlen, der ihre Reichweite künstlich in die Höhe trieb – bis die Belastung zu groß wurde. Schließlich befreite sie sich davon und schuf mit dem Hashtag #neverevernotreal Klarheit in ihrer Community.

Sie berichtet auch von der Reaktion Instagrams auf ihre Reinigungsaktion und dass der Online-Dienst die Existenz von „Fake-Followern“ verneine. Instagram sagt, dass es Spam-Accounts gibt. Diese würden jedoch vom Spam-Management kontinuierlich gelöscht.

In der anschließenden Diskussion wird schnell klar, dass es für die anwesenden Blogger wichtiger ist, die richtige Zielgruppe in entsprechender Qualität zu erreichen als eine hohe Reichweite zu generieren.

Also Qualität vor Quantität?

Vreni berichtet von Bloggern, die unglaubliche Reichweite erzielen und das aufgrund des „hundertprozentigen Fit” zwischen dem gebotenen Content und der Zielgruppe. Das bedeute aber auch, manche Kooperation vielleicht abzulehnen und langsam, jedoch stetig zu wachsen. Wie viel Effort das braucht, weiß jeder der hier anwesenden Blogger. So kann auch jeder nachvollziehen, wie man in Versuchung gerät, Reichweite durch einen Instagrambot zu kaufen.

Vreni kennt den Algorithmus mittlerweile ziemlich gut: „Wenn du in den ersten 45 Minuten zu wenig Likes auf dein Bild bekommst, nimmt dich der Algorithmus nicht auf. Der denkt dann, dass du nicht wichtig genug bist. Likes und Kommentare kannst du aber noch schneller kaufen als Abonnenten. Das ist ein Klick und wenige Sekunden später hast du 500 Likes. Das kann auch dabei helfen, den Algorithmus auszutricksen – selbst wenn es ,leere’ Likes sind.”

Vrenis Tipps

Als Influencer wird es zunehmend schwieriger, dem Wettbewerbsdruck und auch dem Druck durch den Algorithmus standhalten zu können. Fake Follower und Social Bots scheinen für besonders ambitionierte Blogger dann die unmoralische Lösung zu sein, um schnell zu wachsen und auch für größere Unternehmen attraktiv zu werden.

Vreni hat fünf einfache Tipps, wie Agenturen und auch Influencer Fake Follower erkennen können:

1. Was sagt das Profilbild im Zusammenhang mit dem Namen aus?

Vreni: „Ich glaube nicht, dass Ahmed, der mit Maschinengewehr vor einem Panzer posiert, sich für meinen Flowerpower und Sneakerporn interessiert… Bei mir fliegt jeder, der mir in seinem Profilbild Waffen oder den nackten Hintern entgegen streckt.”

2. Du bist unschlüssig, ob du kasya1111334 und jkjkjktt2 blockieren kannst?

Vreni: „Kann ich verstehen – es ist mehr als wahrscheinlich, dass es einfach nur stille Follower sind… not. Lösch’ sie!”

3. Kein Profilbild ist nicht unbedingt ein Zeichen für ein Fake-Profil

Vreni: „Ich hätte fast meine beste Freundin blockiert. Deshalb dürfen Profile mit halbwegs nachvollziehbarem Namen bleiben, auch wenn es kein Profilbild gibt.”

4. Genauso verhält es sich mit abstrusen Namen!

Vreni: „Es gibt tatsächlich echte Follower, die sich die seltsamsten Namen ausdenken. Die aktiven kenne ich aber oft, weil ich ab und an ein Like bekomme.”

5. Es ist mühsam, Tausende von Accounts durchzugehen – richtig mühsam.

Vreni: „Diverse Apps helfen dir dabei, so zum Beispiel Cleaning Apps. Das nervige ist, wenn die App bei 12.000 abstürzt und du dich neu durchscrollen musst, um bei deiner Liste weiterzumachen. Aber hey – ohne Fleiß, kein Instapreis.”

Keep it real

Genaueres Hinschauen, Prüfen und Hinterfragen empfehlen auch unsere Influencer-Experten und analysieren die Accounts von Bloggern vor einer Auftragsvergabe mit dem Kunden sehr genau: „Letztendlich sorgen Social Bots und Fake Accounts bei allen Beteiligten – Influencern, Followern sowie Marken – gleichermaßen für Unzufriedenheit.” Daher lautet auch unsere Empfehlung: „Keep it real.”

In unserem Whitepaper zum Thema Influencer Marketing & Relations findet ihr weitere Tipps, Best Cases und Interviews.




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