A.I. oder das Ende der Streuverluste

21.06.2017

Künstliche Intelligenz könnte das Denken in Media-Zielgruppen ablösen.

Künstliche Intelligenz (oder auch A. I. für Artificial Intelligence) ist derzeit in aller Munde. Für den Endverbraucher bedeutet sie, mit Siri auf seinem iPhone in natürlicher Sprache zu chatten. Oder mit Google Home heimische Lampen vom Büro aus anzuschalten. Facebooks Jarvis stellt Klimaanlagen selbstständig ein und nimmt sogar an Spielen der Familie Zuckerberg teil. Es ist das Versprechen eines persönlichen Butlers für Jedermann, das künstliche Intelligenz zu einem Massengeschäft macht.

Werbung erobert das Internet of Things

Für Werbetreibende umfasst künstliche Intelligenz jedoch weit mehr als schlichte Smart-Home-Applikationen. IBM arbeitet an der Werbesoftware „Watson“, die den persönlichen Butler für Anzeigen zugänglich macht. Wer nicht weiß, was er abends kochen soll, fragt Watson. Der virtuelle Assistent stellt in kürzester Zeit passende Anzeigen zusammen und liefert die dazugehörige Zutatenliste gleich mit. Zukünftig können auch die Einkäufe online erledigt und die Lebensmittel an die Haustür geliefert werden. Die Vorteile liegen klar auf Seiten der Werber: Wenn Marketing zu einem festen Bestandteil des Internets of Things wird, lösen persönliche Vorlieben und situationsgerechte Werbung das herkömmliche Denken in Media-Zielgruppen ab. Das Ende der Streuverluste rückt in greifbare Nähe – und mit ihm das Ende der Überflüssigkeit von Werbeeinblendungen.

Der virtuelle Assistent "Watson" stellt in kürzester Zeit passende Antworten zusammen.

Die persönlichkeitsgerechte Ansprache von Millionen Menschen können Marketer nicht händisch steuern. Viele Unternehmen wappnen sich schon jetzt für ihre veränderten Rollen. Google ist ein prominentes Beispiel: 2016 rief das Unternehmen A.I. zum Forschungsprimat aus. Seitdem verlieren hinterlegte Schlagworte an Relevanz. Werbliche Entscheidungsketten ruhen stattdessen auf einem wachsenden Regelwerk, das im Sekundentakt auf die veränderten Nutzerbedürfnisse in den Weiten des Internets reagiert. Händisch stellen Werber lediglich die Regeln ein – die Aussteuerung der Werbung erfolgt automatisiert.

Google reagiert auf wachsenden Druck der Branche

Werbetreibende suchen ihre Arbeitstools nach der Geschwindigkeit und Passgenauigkeit seiner Algorithmen aus. Für Google, Facebook & Co. gilt nicht nur, das akute Interesse eines Menschen so schnell und genau wie möglich zu erfassen, sondern auch eine riesige Anzahl an Nutzern parallel in gleichbleibender Qualität und maximaler Geschwindigkeit anzuspielen. Den täglichen Anforderungen der Börse kommt das sehr nahe.

Dr. Angela Harre

Dr. Angela Harre ist Social-Media-Expertin mit den Schwerpunkten Werbung, Performance und virale Kampagnenplanung. Sie arbeitet für Kunden aus der Pharma- und Finanzbranche sowie aus dem Konsumgüterbereich.




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