Die Kunst des Machens

09.03.2017

Unser Team hat bei der Munich Creative Business Week (#MCBW) mitgemischt.

Bei einer Talk-Runde im Infinity-Office tauschen sich Jungunternehmer Daniel Hahn, Künstler Patrick Möckesch und fischerAppelt-Strategin Gloria von Salis über Denken und Handeln im Marketing aus.

Am Ende der Veranstaltung fragt Moderator Ithar Adel, Stratege bei fischerAppelt: „Gloria, was ist dein Fazit?“ Sie überlegt kurz und sagt: „Es gibt einen großen Unterschied zwischen Denken und Handeln in Kunst und Kommerz.“ In der Tat hatten die drei Talk-Gäste den rund 60 Besuchern im neuen Münchner fischerAppelt-Office völlig unterschiedliche Philosophien des Machens vorgestellt. Eines eint sie jedoch alle: ihr Erfolg.

Die Philosophie des Machens

In der Kommunikation zerreißt manches Projekt im Spannungsfeld zwischen Konzeption und Umsetzung, Denken und Handeln. Doch was macht ein erfolgreiches Projekt überhaupt aus? Und wie viel Strategie ist notwendig? Bei der Munich Creative Business Week, Deutschlands größtem Design-Event für Gestalter und Auftraggeber, widmen wir uns der Philosophie des Machens und damit eben jenen Fragen. Was liegt da näher, als mit einem Künstler, einem kreativen Jungunternehmer und eine Strategin darüber zu diskutieren?

Entspannte Talk-Runde im neuen Infinity-Office

Gloria von Salis, Director Consulting bei unserer strategischen Marketingberatung, ist Expertin für internationales Markenmanagement. Die Probleme ihrer Kunden betrachtet sie ganzheitlich, um zu ihrem Kern vorzudringen. Im Vordergrund steht dabei stets das Ziel, das sich das jeweilige Unternehmen gesetzt hat. Perfektionismus sei da eher hinderlich, meint von Salis. „Ich habe früher oft Zeit verschwendet, weil ich bei der Entwicklung einer Strategie jede Kleinigkeit im Umfeld bedenken wollte, und wusste im Grunde doch schon längst, worauf es eigentlich ankommt.“

Strategie-Expertin Gloria von Salis im Gespräch mit dem Künstler Patrick Möckesch

Künstler Patrick Möckesch, in karierter Weste, lehnt sich auf dem Sofa zurück und lächelt. Er studiert an der renommierten Folkwang Universität der Künste in Essen Fotografie, verfolgt seine Kunst kompromisslos und konsequent. Perfektionistisch arbeitet er an seinen Werken, so lange, bis er zufrieden ist. Wie lange das dauert, ist ihm egal. Die Zielgruppe auch. So wurde aus der Idee einer Fotoserie über Pappe nach rund drei Jahren unter anderem ein faszinierendes Bild von Plastiknetzen: bunte Schnüre, die sich vor dunklem Hintergrund ringeln. Ein Fanal gegen Umweltverschmutzung und Verschwendung. Allerdings ist Möckesch auch ein Gratwanderer, da er als Fotograf und Designer ebenso für kommerzielle Kunden arbeitet. „Im Gegensatz zu meiner Arbeit als freier Künstler legt mir das natürlich ein Korsett an. Ich kämpfe jedoch auch bei Kunden mit harten Bandagen für meine Ideen“, sagt er.

Jungunternehmer Daniel Hahn: Konsequent Möglichkeiten nutzen

Als Künstler versteht sich Daniel Hahn nicht. „Dafür bin ich zu gschamig“, sagt er und lacht. Schon als 16-Jähriger malte er sich aus, wie Räume in der Großstadt München für Theater, Lesungen und Clubs genutzt werden könnten. Eine Strategie habe er nicht verfolgt, sagt Hahn. Er habe auch lange nicht gewusst, was er mit seinem Leben machen solle. Und doch nutzte er konsequent Möglichkeiten. Arbeitete hart. Motivierte Mitstreiter. Verfolgte seinen Traum. So schuf der Jungunternehmer mit seinem Team Raum für Kultur in München, einer Großstadt, in der jeder Quadratmeter Boden ein Vermögen kostet.

Der Moderator des Events: fischerAppelt-Stratege Ithar Adel (Mi.)

Zuerst kreierte er den Bahnwärter Thiel, eine Bar im Zug, dann WANNDA Circus, ein buntes Festival in Zirkuszelten und schließlich eine Eventlocation auf einem Schiff, das er aus dem Ammersee auf eine Münchner Brücke verfrachten ließ. Ein riskantes Projekt. Und eines, das für Aufsehen sorgte, für das ihn Münchner lieben – und die lokale Presse. Eine PR-Strategie stecke nicht dahinter, sagt Hahn. Er mache einfach das Beste aus dem, was sich ihm biete. Er sieht sich deshalb als Perfektionist, als jemand, der alles immer noch besser machen will. „Und ich frage mich manchmal, ob es eine Sucht ist, dass ich immer noch einen draufsetzen will.“ Etwas Spektakuläreres als das Schiff, meint er, könne er in seinem Leben wahrscheinlich nicht mehr schaffen. Dabei ist er erst 26 Jahre alt.

Weitermachen will Hahn natürlich trotzdem. Denn er hat eine Arbeit gefunden, die ihn erfüllt und die ihm jeden Tag Freude bereitet. Und das wiederum hat er mit Gloria von Salis und Patrick Möckesch gemeinsam.




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