Oktober 2017: Hamburger Agenda Watch

28.09.2017

Unsere Agenda Watch zu wichtigen Hamburger Events aus Politik und Gesellschaft.

Jeden Monat finden in Hamburg viele inspirierende Vorträge, Lesungen und Diskussionsrunden rund um die Themen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft statt. fischerAppelt stellt ein Best of der Veranstaltungen in der Agenda Watch zusammen. Diese wird ab jetzt auch über das Hamburger Tagesjournal distribuiert. Hier geht es zur Anmeldung für den kostenlosen werktäglichen Newsletter am Morgen.

Das sind die wichtigsten Hamburger Events im Oktober:

Die Republik rückt nach rechts – Was die Linken jetzt tun müssen

Rosa-Luxemburg-Stiftung, Donnerstag, 05.10.2017, 19:00 Uhr

„…im Morgenlicht des anbrechenden Tages erstreckt sich vor uns ein Trümmerfeld, das Trümmerfeld der Parteienlandschaft der Nachkriegsgeschichte“ (FAZ). Diese Einschätzung muss nicht geteilt werden, aber die Ergebnisse haben einerseits zu einem Rechtsruck, andererseits aber vor allem zu einer stärkeren Polarisierung der Gesellschaft beigetragen. Ein entscheidender Motor war die Auseinandersetzung in der asylpolitischen Debatte und der Umgang mit den Schutzsuchenden. Im Ergebnis befinden sich die Parteien „links von der Union“ im Abwärtstrend, „dank“ der Schwäche der SPD.

Zehn Tage nach der Bundestagswahl stellt sich also nicht nur die Frage, wer nun im Bund miteinander regieren wird, sondern vor allem, welche Konsequenzen sich aus dem Wahlergebnis für die linken bzw. mitte-links Parteien ergeben. Ist der große Zuspruch für die AfD zugleich eine Chance, sich auf soziale und humanitäre Werte zu besinnen?

Gäste: u.a. Prof. Dr. Dirk Jörke, Politikwissenschaftler TU Darmstadt

Curio Haus, Rothenbaumchaussee 13

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Keine Wahl? Alternativen zum gegenwärtigen Wirtschaftssystem

W3 – Werkstatt für internationale Kultur und Politik, Dienstag, 10.10.2017, 19:30 Uhr

Die Kritik am Kapitalismus wird in den letzten Jahren wieder lauter, aber eine Art über Alternativen jenseits von plakativer Rhetorik und Vergleichen zu sprechen, scheint nicht etabliert. Somit wird er gemeinhin als alternativlos beschrieben. Aber ist er das wirklich? Der Wirtschaftsprofessor Dr. Giacomo Corneo stellt in einem einführenden Vortrag eine Auswahl an Alternativen zum bestehenden Wirtschaftssystem vor und diskutiert deren „Für und Wider“. Ausführlicher wird er auf das konkrete Modell des sogenannten Aktienmarktsozialismus eingehen.

Gäste: Prof. Dr. Giacomo Corneo, Wirtschaftswissenschaftler an der Freien Universität Berlin

W3 – Werkstatt für internationale Kultur und Politik e.V., Nernstweg 32-34

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Deutschland. Das nächste Kapitel. G20-Nachlese im Blick auf die innere Sicherheit in Deutschland

Konrad-Adenauer-Stiftung, Mittwoch, 11.10.2017, 18:00 Uhr

Während auf den Straßen der Hansestadt kaum noch etwas an den Ausnahmezustand rund um den G20-Gipfel erinnert, blieben die Bilder der gewalttätigen Ausschreitungen deutschlandweit in den Köpfen vieler Menschen haften. Das Gipfeltreffen hatte die Grenzen des Messegeländes überschritten und zahlreiche Akteure verschiedener Gruppierungen in Bewegung versetzt. Um übergreifende Fazits formulieren zu können, ist eine Analyse der Ereignisse im Kontext des stattgefundenen G20-Gipfels hilfreich. Wie blickt die Polizei auf dieses Großereignis zurück? Was bedeutet die geforderte „lückenlose Aufklärung“ für sie und wie geht eine Sicherheitsbehörde mit den Vorwürfen bzgl. Polizeiübergriffen um? Welche Informationen liegen mittlerweile über die gesellschaftlichen und politischen Hintergründe der gewaltanwendenden Akteure vor? Und welche Erkenntnisse und Konsequenzen lassen sich aus den G20-Erfahrungen für künftige politische Großereignisse und die Lage der inneren Sicherheit ziehen?

Gäste: u.a. Prof. Dr. Rafael Behr, Professor für Polizeiwissenschaften Hamburg; Wolfgang Brand, Vize-Polizeipräsident Hamburg

Politisches Bildungsforum Hamburg der KAS, HanseContor Esplanade, Stephansplatz 2-6

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Bangladesch: Kehrseite einer globalisierten Welt?

Friedrich-Ebert-Stiftung, Montag, 16.10.2017, 12:30 Uhr

Vor über vier Jahren stürzte das Fabrikgebäude Rana Plaza in Bangladesch ein. Mehr als 1100 Menschen starben. In dem Fabrikgebäude ließen vor allem europäische und US-amerikanische Unternehmen Kleidung produzieren. Die Katastrophe führte zu einem globalen Aufschrei und stieß eine überfällige internationale Debatte über unmenschliche Arbeitsbedingungen und Verantwortlichkeiten entlang der Lieferkette an. Bangladesch ist stark von der Textilindustrie abhängig und kämpft zudem mit innen- und außenpolitischen Herausforderungen. 2018 wird gewählt und Bangladesch muss sich international als Demokratie beweisen. Wie steht es über vier Jahre nach Rana Plaza um die Arbeitnehmerrechte in Bangladesch? Welche Erfolge konnten internationale Abkommen erzielen? Und wie stark entwickelt sich das Land zu einem Einparteienstaat?

Gäste: Franziska Korn, Repräsentantin der Friedrich-Ebert-Stiftung in Dhaka

Julius-Leber-Forum, Rathausmarkt 5

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Nach dem Putsch – Die Rolle Europas im stetigen Zerfall der türkischen Demokratie

W3 – Werkstatt für internationale Kultur und Politik, Montag, 16.10.2017, 18:00 Uhr

Mehr als ein Jahr ist vergangen seit dem Putsch des Militärs in der Türkei. Die türkische Regierung handelt, getragen durch ein Referendum, zunehmend autokratisch: Massive Einschränkungen der Pressefreiheit, Verhaftungen und eine Spaltung der Gesellschaft setzen sich rasant fort. Knapp die Hälfte der Bevölkerung will diese Entwicklung jedoch nicht – was braucht sie zur Unterstützung? Und können wir von einer diplomatischen Krise sprechen oder täuscht der Begriff die Öffentlichkeit? Wohin steuern die Türkei und Deutschland und hat die Türkei noch eine Chance in Europa?

Gäste: Kristian Brakel, Heinrich-Böll-Stiftung Istanbul

W3 – Werkstatt für internationale Kultur und Politik e.V., Nernstweg 32 – 34

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Geschäftsmöglichkeiten in Malaysia

German Asia-Pacific Business Association, Mittwoch, 18.10.2017, 9:30 Uhr

Anlässlich des Besuchs des malaysischen Wirtschaftsministers laden die Veranstalter zu einem Seminar nach Hamburg ein. Teil der Veranstaltung sind ein Investmentseminar mit dem Wirtschaftsminister Dato’ Sri Mustapa Mohamed, Vorträge, Präsentationen und Diskussionen rund um das Thema „Geschäftsmöglichkeiten in Malaysia” von Experten aus Deutschland und Malaysia sowie praktische Erfahrungsberichte von zwei deutschen Unternehmen in Malaysia.

Gäste: u. a. Dato’ Sri Mustapa Mohamed, Wirtschaftsminister Malaysia

Sofitel Alter Wall, Alter Wall 40

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Die NPD: Verfassungsfeindlich, aber nicht verfassungswidrig?!

Bucerius Law School, Donnerstag, 19.10.2017, 19:00 Uhr

Karlsruhe hat gesprochen: Die rechtsextreme NPD verfolgt zwar verfassungsfeindliche Ziele, ist aber zu unbedeutend, um verboten werden zu können. Damit ist die verfassungsrechtliche und verfassungspolitische Debatte um die Behandlung der NPD aber nicht abgeschlossen. Denn das Gericht hat zu erkennen gegeben, dass verfassungsfeindliche Parteien durch Grundgesetzänderung von der staatlichen Parteienfinanzierung ausgeschlossen werden können. Droht nun also ein „Parteiverbot light”, das in der Praxis aber fast genauso wirkt wie ein echtes Parteiverbot? Kann man wirklich sagen, dass die NPD, nur weil sie derzeit eher eine Randerscheinung ist, keine Gefahr für das demokratische Gemeinwesen darstellt? Und wie steht es nach dem Urteil um die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und Rassismus in Deutschland?

Gäste: u.a. Prof. Dr. Doris König (Richterin des Bundesverfassungsgerichts) und Renate Künast (MdB, DIE GRÜNEN)

Bucerius Law School, Moot Court, Jungiusstraße 6

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Plünderung der Tiefsee – Welthunger nach Rohstoffen

Heinrich-Böll-Stiftung, Freitag, 20.10.2017, 18:00 Uhr

Rund 2 Millionen Quadratkilometer des Meeresbodens in der Tiefsee haben sich weltweit verschiedene Unternehmen und Staaten als Lizenzgebiete gesichert. Dort wollen sie zukünftig in Tiefen zwischen 1.000 und 6.000 Metern Bergbau betreiben und mineralische Rohstoffe wie Gold, Silber oder Kupfer fördern. Über 120 Millionen Menschen sind hier direkt von intakten Küstenökosystemen abhängig, um Ernährung und Alltagsleben zu sichern. In den Gewässern vor Papua Neuguinea soll Solwara 1, das erste kommerzielle Tiefseebergbau-Projekt, gestartet werden. Vor Ort und in der ganzen Pazifikregion regt sich dagegen breiter Widerstand. An diesem Abend werden die Problematik des Tiefseebergbaus erläutert und dessen weitreichende Folgen für die Rohstoff-, Umwelt- und Meerespolitik diskutieren.

Gäste: u.a. Emele Duituturaga, PIANGO (Fidschi)

Staats- und Universitätsbibliothek, Von-Melle-Park 3

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Digitale Chancen: Für alle gleich?

Körber-Stiftung, Dienstag, 24.10.2017, 19:00 Uhr

Der digitale Wandel ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Mehr als die Hälfte der Deutschen ist täglich im Netz und das auch immer länger. Es ist normal geworden, digitale Anwendungen mobil zu nutzen und sich mit anderen online zu vernetzen. Unser Alltag wird dadurch nicht nur bequemer, auch unser Verhältnis zur Technik wandelt sich. Aber sind die Chancen gleich verteilt, wenn es darum geht, kompetent, kreativ und verantwortungsbewusst mit den neuen Technologien umzugehen? Hängt vieles nicht auch von der persönlichen Lebenswelt ab? Und wenn digitale Teilhabe auch zukünftig immer stärker soziale Teilhabe bedeutet: Wie stellen wir sicher, dass wirklich alle mit der Entwicklung Schritt halten und niemand abgehängt wird?

Gäste: u. a. Silke Borgstedt, Sozialforscherin

KörberForum, Kehrwieder 12

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Digitaler Kapitalismus: Potentiale und Konfliktlinien

Rosa-Luxemburg-Stiftung, Mittwoch, 25.10.2017, 18:00 Uhr

In dieser Veranstaltung sollen die sozioökonomischen und gesellschaftlichen Auswirkungen der Digitalisierung in den Blick genommen werden. Bisher stehen sich in der Debatte ökonomisch determinierter, neoliberaler Fortschrittsglaube und die Angst vor der forcierten Verdrängung menschlicher Arbeit gegenüber. Gibt es demgegenüber Optionen, um den Prozess der Digitalisierung für emanzipatorischen Fortschritt zu nutzen oder gar – wie Paul Mason in seinem Buch „Postkapitalismus” behauptet – darüber das Ende des Kapitalismus einzuläuten?

Gast: Ralf Ptak, Volkswirt des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt (KDA) der Nordkirche

Klub im DGB-Haus HH, Besenbinderhof 62

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Frauenbilder im Koran und in der islamischen Normenlehre (Scharia)

Konrad-Adenauer-Stiftung, Mittwoch, 25.10.2017, 18:00 Uhr

In islamischen Ländern unterscheiden sich die Frauenbilder von Traditionalisten und Islamisten deutlich von denen liberaler und säkularer Muslime. Auch in Deutschland wird diese Diskussion, u.a. durch die Flüchtlinge aus islamischen Ländern, immer wichtiger. Aber: Die EINE Rolle der Frau gibt es nicht, sondern es gibt viele verschiedene kulturelle und länderspezifische Besonderheiten. Dieser Abend möchte daher informieren und herleiten sowie mit gängigen Vorurteilen und Halbwahrheiten aufräumen. Unter anderem werden dabei die Themen Gleichberechtigung von Mann und Frau, Geschlechtertrennung, „Schleierverse“ oder das Verständnis der Ehre behandelt.

Gäste: u.a. Dr. Gundula Krüger, Islam- und Religionswissenschaftlerin

HanseContor Esplanade, Stephansplatz 2-6

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Reformation und europäische Identität – Impulse aus Politik, Wirtschaft und Kirche

Die Frage nach der europäischen Identität stellt sich aktuell nicht zuletzt durch den „Brexit“, der den Zusammenhalt Europas auf die Probe stellt. Die Bruchlinien und Mentalitäten Europas sind wesentlich von der Reformation und ihren Folgen geprägt worden. Das Reformationsjubiläum ist ein guter Anlass, nach der europäischen Identität und ihrer Geschichte zu fragen. Die heutige zivilgesellschaftliche Bedeutung der Reformation und ihre Nachwirkungen sollen in der Diskussionsveranstaltung aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden.

Gäste: u. a. Lord Stephen Green of Hurstpierpoint, ehemaliger britischer Handelsminister

Hauptkirche St. Michaelis, Englische Planke 1

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Sprachlos – chancenlos – arbeitslos? Perspektiven für Geflüchtete

Friedrich-Ebert-Stiftung, Donnerstag, 26.10.2017, 19:00 Uhr

In Deutschland leben zahlreiche geflüchtete Menschen aus Bürgerkriegs- und Krisenregionen, die hier ein sicheres und selbstbestimmtes Leben führen wollen. Neben dem Spracherwerb ist Arbeit hierfür ein entscheidender Schlüssel, doch aktuell befinden sich nur sehr wenige Geflüchtete in einer qualifizierten Ausbildung. Gleichzeitig sucht die deutsche Wirtschaft dringend qualifizierte Beschäftigte. Die nüchterne Bestandsaufnahme zeigt, dass unter den anerkannten Geflüchteten der überwiegende Teil zu geringe Qualifikationen für den Arbeitsmarkt aufweist. Ohne Nachbildung und Ausbildung werden viele von ihnen weiter prekäre Jobs ausüben, doch im Kompetenzwirrwarr der Behörden drohen gut gemeinte Förderprogramme zu verpuffen. Wie können wir also die Berufsfähigkeit von Geflüchteten effektiv steigern? Wie kann die Wirtschaft stärker in die Integration eingebunden werden?

Gäste: u.a. Ties Rabe, Hamburger Senator für Schule und Berufsbildung

Julius-Leber-Forum, Rathausmarkt 5

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