5 Dinge, die nur auf Marketing-Festivals passieren

01.03.2016

Ein Rückblick auf die #OMR16 von Florian Brill.

In Amerika gibt es seit einigen Jahren den scheinbar unaufhaltsamen Trend, Konferenzen und Fachausstellungen mit dem Charakter eines Festivals zu verbinden. Eine etablierte Form dieses Festival-Messe-Konferenz-Hybriden ist zum Beispiel die in knapp zwei Wochen startende South by Southwest in Texas. Dort beschäftigt man sich stark mit Themen im Bereich Musik und Film, die im Übrigen auch für Marketingentscheider international immer anschlussfähiger werden. Unterdessen hat Deutschland ein Marketing-Festival mit dem merkwürdigen Namen „Online Marketing Rockstars“ hervorgebracht, das dieses Jahr mit rund 16.000 Besuchern eine bedeutende Größe erreicht hat. fischerAppelt war zum ersten Mal dabei – und das aus gutem Grund. Wir haben auf dem Festival nicht nur eine Masterclass zum Thema Creative Technology gegeben, sondern auch unsere hauseigene Fotobox für animierte GIFs, die Forkbox, an unserem Stand präsentiert.

Im Onlinemarketing-Segment ist die dmexco völlig zurecht die etablierteste Veranstaltung – mit einer riesigen Expo in den Hallen der Kölnmesse, internationalen C-Level-Speakern auf der Konferenz und einem Rahmenprogramm, das uns jedes Jahr auf’s Neue begeistert. Aber: Die dmexco ist kein Festival. Der Unterschied liegt dabei keineswegs nur in der Semantik, wie die Besucher der #OMR16 am eigenen Leib erfahren konnten.

Zur Veranschaulichung haben wir uns fünf Dinge gemerkt, die nur auf einem Marketing-Festival und niemals auf einer Konferenz passieren:

  1. Der durchgestylte Messestand mit Lead-Tracking und Einlasskontrolle wurde durch eine GIF-Maschine mit tapezierten Holzwänden ersetzt.
  2. Statt des angekündigten Speakers steht plötzlich Überraschungsgast Jan Delay auf der 60 Meter breiten Bühne und macht aus den Fachbesuchern kurzerhand ein Konzertpublikum.
  3. Man sucht vergeblich nach VIP-Schlangen-, -Eingängen, -Shuttles und anderen Maßnahmen, die Besucher nach ihrer vermeintlichen Wichtigkeit kategorisieren.
  4. Knapp 5.000 Marketingleute trällern nachmittags Lieder mit Udo Lindenberg und lauschen im Anschluss andächtig den Worten von Marketing-Ikone Bonin Bough, der seine Keynote über Regelbrüche im Marketing im Übrigen auch mehr rappt als vorträgt.
  5. Nach zwei Tagen Expo, Konferenz und Party hat man zwar noch einen ganzen Stapel Visitenkarten übrig, aber keinen Speicherplatz mehr auf dem iPhone und garantiert keinen Akku mehr.

Die ständige Verspätung im Ablaufplan, das dezente Chaos auf der Konferenz und die Leichtigkeit, mit der Olli Schulz auf der Expo-Party einen Gast zum spontanen Bühnensolo bittet – das ist es, was den erkennbaren Unterschied ausmacht.

Alle Branchen tagen mehrmals pro Jahr in berufsständischen Zusammenschlüssen und verleihen ihren Veranstaltungen dabei meist eine ganz eigene Note. Wer schon mal dabei war, weiß, wie wichtig solche Treffen sind. Sie fördern den Austausch, die Inspiration und die Kreativität. Ärzte brauchen Kongresse, Berater brauchen Konferenzen, Religionsvertreter brauchen Konvente und Politiker brauchen Klausurtagungen. Wir Marketingleute brauchen ein Festival – ein Zusammentreffen, das über nackte Sales-Maßnahmen und trockene Fachgespräche hinausgeht. Die Online Marketing Rockstars haben dieses Jahr aus unserer Sicht genau ins Schwarze getroffen. Wir sind gespannt auf 2017!

Florian Brill

ist Experte für digitales Marketing bei fischerAppelt. Als Assistent des Vorstands beschäftigt sich Florian mit der Steuerung, Vermarktung und Entwicklung der Agentur.




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