Spring Break für Nerds

25.03.2015

South by Southwest: Ein subjektiver Erfahrungsbericht in vier Kapiteln.

SXSW – ein Kürzel wie ein Mantra. Jedenfalls für die Kreativen und Coder der Digitalbranche. Das South by Southwest lockt im Frühling jährlich Zehntausende Besucher aus aller Welt nach Austin. Ein bisschen Spring Break für Nerds, Festival, Messe, Konferenz, Promis und prominente Nerds, Musik, Film und ganz viel Technologie. Da konnte auch Digitalstratege Indra Schlachter sich dem Gesang der Sirenen nicht entziehen. Ein Erfahrungsbericht in vier Kapiteln mit Nachschlag.

Eins - das Programm

Wer auf dem SXSW nicht den passenden Input für sich findet, hat nicht richtig gesucht. Die Vielfalt ist überwältigend. Über Googles Weltraumpläne, selbstfahrende Autos und Project Loon zum Beispiel sprach Dr. Astro Teller (gibt es einen passenderen Namen?). Mein persönliches Highlight: In ihrem Vortrag „The Principles of UX Choreography“ haben Rebecca Ussai (R/GA) und Disney-Legende Glen Keane (Die Schöne und das Biest, Arielle, Pocahontas) erklärt, wie sich Prinzipien aus der Welt der Animationsfilme für ein besseres Nutzererlebnis in Web und mobile Apps anwenden lassen.

Im Workshop „Designing UI in Keynote for Web and Mobile Apps“ von Joel Beukelman (Google) und Ted Boda (Passpop) habe ich mir angeschaut, wie wir Keynote in der Konzept- und Designphase nutzen können. Ein schönes Beispiel dazu liefert ein Video zu Googles Material Design.

Goldene Regel für das SXSW: Genieße die Vorträge, die Du besuchst und mache Dir keine Gedanken über das, was Du verpasst. Denn Du wirst sowieso mehr als 95 Prozent verpassen.

Zwei - Trends, Hypes und Start-ups

Wer das SXSW besucht, hat gute Chancen, früher als die Heimgebliebenen zu erfahren, was das nächste große Ding sein wird. Nachdem Twitter beim SXSW 2007 ganz groß raus gekommen ist, versuchen Jahr für Jahr zig Startups ihren großen Launch zu schaffen. Die auffälligsten Trends dieses Mal: Virtual Reality, Wearables und Robotics. Der Hype des Frühlings? Definitiv Meerkat. Auf einmal wurde von jedem Event und jedem Vortrag ein Livestream geschaltet.

Schon im Arbeitsalltag angekommen sind die Themen Big Data/Analytics und UX/Design für Tech- oder klassische Unternehmen. Letzteres habe ich mit besonderem Wohlwollen vernommen. Bin ich doch der Überzeugung, dass eine gute User oder Customer Experience essentiell für jedes Unternehmen ist. Eine unterhaltsame Session zur Bedeutung von Design hat John Maeda gehalten.

Drei – die Messe

Die Messe geht meist ein wenig unter. Und wenn man ehrlich ist, ist sie verglichen mit anderen Messen auch eher überschaubar. Dennoch lohnt sich auch hier ein Besuch, da man hier Dinge zu Gesicht bekommt, die man vielleicht noch nicht gesehen hat. Mich haben dieses Jahr die Stände von japanischen Hardware-Startups geflasht, ob Roboter-Arme für Arm-amputierte Menschen, per iPad gesteuerte Mini-Roboter oder Virtual-Reality-Spiele, die per Eyetracking gesteuert werden. Das war schon sehr beeindruckend.

Vier– Netzwerken (Events)

Wer alte Bekannte treffen oder neue Leute kennen lernen will, ist beim SXSW richtig. Startups, Investoren, Marketing People, Agenturen – zur SXSW kommen Leute aus allen möglichen Bereichen. What? Nerds kennen lernen? Ja, sie sind doch äußerst zugänglich, besonders wenn mehr als 35.000 von ihnen in eine Stadt einfallen. Auf jeden Fall gibt es von fast jeder größeren „Internet-Firma“ wie Facebook, Yahoo! oder Mashable eine Party. Aber auch kleinere Highlights wie selbstgemachte Pizza im German Folks House machen das SXSW aus. Viele Events und Konzerte bieten freien Eintritt. So kam ich dieses Jahr in den Genuss von TV on the Radio und Ludakris.

Nachschlag – Food

Okay, alle Veganer oder Vegetarier überspringen diesen Abschnitt bitte. Austin liegt halt auch kulinarisch in Texas. Und da gibt es eben Steak. Oder BBQ – Sausages, Ribs. Wer auch noch auf Mexikanisches steht (ich nicht), findet Tacos und Burritos an jeder zweiten Ecke.

So, wenn man sich dann vor Augen führt, dass die SXSW von Freitagmorgen bis Dienstagabend geht und man sieht, was man alles mitnehmen kann, ist klar, warum es danach heißt:

Indra Schlachter

Als Director User Experience bei Fork sind ihm die Bedürfnisse und Erlebnisse der Nutzer ein besonderes Anliegen.




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