Tech-Startup: Industrie 4.0 als Businessmodell

25.09.2015

Skybus hat das Publikum beim Startups@Reeperbahn Pitch überzeugt – zu Recht.

Buzzwords wie das „Internet of Things“ kursieren schon seit Jahren in der Welt der digitalen Innovationen. Die Verknüpfung physischer Dinge mit dem Netz ist schon längst in unserem Alltag angekommen – sei es eine Lampe, die über eine App steuerbar ist, oder der Fitnesstracker, der unsere neue Bestzeit bei der morgendlichen Joggingrunde direkt an Facebook sendet.

Komplizierter wird das Thema Vernetzung allerdings für die Industrie: Ein globales Systemkonzept, das dem Internet und seinen Möglichkeiten gerecht wird und vor allem einfach ist, fehlte bislang. Dieser Lücke haben sich Pierre Manière, Peter Sorowka und Marius Schmeding mit ihrem Startup Skybus angenommen. Sie haben eine Softwareplattform entworfen, die Maschinen und Software so einfach wie noch nie miteinander vernetzt – und machen sich damit ein weiteres Tech-Buzzword, nämlich Industrie 4.0, zu eigen. Daher auch der Firmenname: Ein „Bus-System“ beschreibt in der Technik ganz allgemein die Kommunikationsverbindung – oft in Form eines Kabels – zwischen Maschinen und Computersystemen. Skybus stellt ein solches Bus-System im Internet („der Cloud“, darum Skybus) zur Verfügung.

Die Einsatzgebiete des entwickelten Toolkits sind vielfältig: Im Rahmen eines Forschungsprojekts haben die Jungunternehmer mit dem Sensorhersteller Sick die Einbindung von so genannten RFID-Lesegeräten, die über Funk miteinander kommunizieren, in der Demofabrik Aachen umgesetzt. Darüber hinaus starten sie gerade ein Pilotprojekt mit Siemens.

Pierre Manière, Marius Schmeding und Peter Sorowka von Skybus vernetzen Maschinen mit Software

„Unsere Ingenieure kennen die Gegebenheiten und Anforderungen auf der Industrie-Seite, und wir können mit unserer Lösung, die sowohl einen Teil Beratung, aber vor allem Software und auch gewisse Hardware-Adapter umfasst, hier den Weg ins Internet aufzeigen“, fasst CTO Peter Sorowka das Konzept von Skybus zusammen. Für ihn und seine Mitgründer ist aber besonders wichtig, als Software-Entwickler zu denken – so haben sie ein System entworfen, das es genau diesen Kreativen erleichtert, Daten mit Industriegeräten auszutauschen. „Wir ermöglichen tatsächlich die API für die Industrieanlage.“

Für mich als studierte Ingenieurin und inzwischen passionierte Digital-Kommunikateurin ist das Thema Industrie 4.0 eine besonders spannende Entwicklung: Beide Welten verschmelzen unweigerlich miteinander, die Industrie (genau wie alle anderen Branchen) kommt ohne Digitalisierung nicht aus.

  Mit ihrer Idee haben die drei Hamburger von Skybus auch das Publikum beim Startups@Reeperbahn Pitch am 23. September 2015 überzeugt – und das trotz der komplexen Thematik. Die Mühe hat sich gelohnt: Den Zuschauern gefiel Skybus am besten, und damit konnte ich dem Trio den von unserer Digitalagentur Fork Unstable Media gestellten Preis überreichen: eine kreatives Konzept für eine Digitalkampagne.

„Wir müssen unser Produkt greifbarer machen“

Und die kommt zum genau richtigen Zeitpunkt für das Startup. „Wir haben mit unserem sehr abstrakten Thema nach wie vor das Problem, unser Konzept knackig rüberzubringen“, erklärt Peter Sorowka. „Das liegt auch daran, dass der Zielmarkt zwar extrem neugierig ist, aber letztlich noch gar nicht weiß, was genau er benötigt. Wenn wir es mit euch schaffen, unser Produkt für die Zielgruppe greifbarer und visueller zu machen, wäre das für uns schon ein super Schritt.“

Was genau ist denn die Zielgruppe, die Skybus bedient und die wir bei Fork mit unseren Ideen ansprechen sollen? Das sind zum Beispiel die vielen Big-Data-Startups, die gerade aus dem Boden sprießen, oder Software-Agenturen und Gerätehersteller im weitesten Sinne, denn viele von ihnen erweitern gerade ihr Geschäftsmodell um das Gebiet Service. Für Wartungen oder Updates ist eben meistens ein permanenter Draht zu den Produkten nötig.

  Eine Zielgruppe, die wächst. Das Thema Industrie 4.0 wird immer wichtiger für Unternehmen – aus genau den genannten Gründen. Die Anforderungen für die Vernetzung von Maschinen, Dingen und Software sind schon längst auf dem Markt vorhanden. Und Technologien von Innovatoren wie Skybus können Betrieben helfen, ihnen gerecht zu werden – und vielleicht sogar einen Schritt weiter zu gehen.

Franziska von Lewinski

verantwortet im Vorstand der fischerAppelt-Gruppe die Ressorts Digital und Innovation.




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