Upday – so liest man in Zukunft Nachrichten

11.09.2015

Im Trend Talk nehmen wir mit unserem Chefredakteur Harald Ehren die News-App Upday von Springer und Samsung unter die Lupe.

Was ist das Besondere an Upday?

Mit Springer traut sich zum ersten Mal ein namhafter Verlag, Premium-Content exklusiv für das Smartphone aufzubereiten. Nutzer des Samsung Galaxys erhalten Zugriff auf unterschiedliche Nachrichteninhalte. News, die der Nutzer wissen muss, um mitzureden, bereitet ein lokales Redaktionsteam auf. Den restlichen Content ermittelt ein Algorithmus, der das individuelle Nutzerverhalten analysiert und dementsprechend zusammenstellt, was von persönlichem Interesse ist. Die App greift also nicht nur neue Gewohnheiten des Nachrichten-Konsums auf, sondern auch den Wunsch nach einem maßgeschneiderten Content-Angebot.

Welche Bedeutung hat Upday?

Upday spielt eine zentrale Rolle in der Digital-Strategie des Axel-Springer-Verlags. Mit Peter Würtenberger als Chief Executive Officer und Jan-Eric Peters als sein Stellvertreter und Produktchef stehen zwei Männer an der Spitze, die den digitalen Wandel des Medienunternehmens maßgeblich vorangetrieben haben. Würtenberger war 2012 mit Bild-Chefredakteur Kai Diekmann im Silicon Valley unterwegs und gilt als der Digital-Experte des Hauses. Peters baute die Tageszeitung „Die Welt“ zur multimedialen Medienmarke um. Doch auch für Samsung ist Upday ein wichtiger strategischer Schritt. Denn Konkurrent Apple launcht ebenfalls eine App, die Nachrichten aus verschiedenen Quellen zusammenstellt. Samsung geht das Ganze ein Stück weit professioneller an und holt sich mit Springer einen Publishing-Experten mit journalistischem Renommee an Bord.

Themenauswahl und kuratierter Content in der Upday-App

Ist Upday wegweisend für andere mediale Ideen?

Mobiles Internet und Bewegtbild-Inhalte sind die Wachstumstreiber schlechthin im Netz. Einer aktuellen Studie zufolge surfen 60 Prozent der Deutschen mit dem Smartphone im Internet – Tendenz steigend. Immer mehr Menschen konsumieren Nachrichten „mobile“. Ebenso spielt die Personalisierung von Angeboten eine immer größere Rolle. News-Konsumenten wollen auf einen Blick die Inhalte haben, die relevant sind und die sie interessieren. All diese Bedürfnisse bedient Springer mit Upday. Somit könnte die App zum Gold-Standard werden, was die Präsentation von Nachrichten im Netz angeht.

Harald Ehren

ist als Chefredakteur verantwortlich für alle Content-Formate und war Gründungsmitglied der FTD.




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