Über Authentizität und Image

11.11.2017

YouTuber LeFloid im Interview

Influencer genießen das Vertrauen ihrer Community – doch dieses Vertrauen wird immer öfter auf die Probe gestellt. Florian Mundt, auch bekannt als der erfolgreiche YouTuber LeFloid, hat mit uns über ein Thema gesprochen, das die gesamte Influencer-Branche bewegt: Glaubwürdigkeit. Auch die von uns initiierte große Influencer-Marketing-Studie zeigt: 48 Prozent der 18- bis 35-Jährigen folgen einem Influencer nur, wenn er sie durch seine Persönlichkeit und seine Inhalte überzeugen kann – während 38 Prozent die Relevanz eines Influencers von dessen Tipps und Empfehlungen abhängig macht.

Was bedeuten für dich Glaubwürdigkeit und Transparenz in Bezug auf Influencer Relations?

Das bedeutet für mich in erster Linie, dass mittel- und langfristige Beziehungen zu Unternehmen aufgebaut werden, die mit mir als Person und meinem Content voll und ganz auf einer Wellenlänge liegen. Sobald bei meinen Zuschauern ein Fragezeichen über dem Kopf auftaucht, wenn sie sich einen Sponsored Post bei mir anschauen, dann wäre das für mich nicht vertretbar. Deshalb führen mein Management und ich im Vorfeld zahlreiche Gespräche mit potenziellen Kooperationspartnern und überlegen genau, wie beide Seiten davon profitieren können.

Führen Sponsored Posts Deiner Meinung nach zu einem Glaubwürdigkeitsverlust?

Sponsored Posts generell nicht – schlecht gemachte und unpassende Sponsored Posts natürlich schon. Das ist aber nicht das Problem von Sponsored Post, sondern unzureichender Vorbereitung und mangelnder Abwägung im Vorfeld.

Was für Feedback bekommst du von deiner Community bzgl. Sponsored Posts?

Je transparenter man als Influencer agiert und mit seiner Community kommuniziert, desto offener ist auch das Feedback. Deshalb ist das Feedback aus der Community bzgl. Sponsored Posts überwiegend gut. Bei kritischen Stimmen herrscht in erster Linie Skepsis vor, weil Sponsored Posts bzw. Marketing allgemein ein negativer Ruf anhaftet. Diese Skepsis lässt sich argumentativ jedoch beseitigen und die absolute Mehrheit der Abonnenten steht auch völlig dahinter, dass ich als Kanalbetreiber auch Interesse daran habe, mit meinen Kanal Geld verdienen zu können.

Hat die “verschärfte“ Kennzeichnungspflicht Einfluss auf die Performance deiner Posts?

Die Zeiten, in denen für Unternehmen einzig und allein die Reichweite relevant war, sind glücklicherweise auch vorbei. Inzwischen haben die meisten Firmen verstanden, dass eine andere „Währung“ viel wichtiger ist: Glaubwürdigkeit. Sie ist sozusagen das Kapital der Influencer. Einen negativen Einfluss auf die Performance meiner Posts kann ich deshalb nicht feststellen – allerdings ist hier natürlich im Vorfeld gemeinsam mit den Unternehmen zu klären, was der zugrunde liegende Wert ist, mit dem die Performance gemessen werden soll.

Wie ist auf deinem Kanal das Verhältnis von eigenen und gesponsorten Posts?

Die absolut überwiegende Mehrheit von Posts auf meinem Kanal ist originärer Content. Sponsored Posts bilden immer nur die Ausnahme von dieser Regel. Ich beobachte auch sehr genau das Feedback aus der Community, um Rückschlüsse darüber zu gewinnen, wie die Frequenz von Sponsored Posts wahrgenommen wird.

Was macht einen guten Sponsored Post aus?

Bei einem guten Sponsored Post wird auf Authentizität und Image des Influencers gesetzt und die Marke tritt dabei in den Hintergrund.

Früher wollte LeFloid Chirurg werden. Dann hatte er einen Fahrradunfall, der ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Als Testimonial für die TK-Kampagne “Mein Weg” erzählt er – glaubwürdig – von seinem Schicksalsschlag.




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