WTF 2017: Trial and Error als Leitspruch

23.06.2017

Wir haben uns beim We Transform Communications Festival inspirieren lassen.

WTF – das steht in diesem Fall für das We Transform Communications Festival, das diese Woche in Berlin seine zweitägige Premiere feierte. Das Festival sollte Kommunikationsfrischlingen die Möglichkeit geben, sich untereinander auszutauschen und mit Hilfe des Inputs von Fachexperten neue Kommunikationsstrategien zu entwickeln. Einseitige Frontpanels waren dabei tabu. Mit einer gesunden Portion Enthusiasmus und einer ordentlichen Hands-On-Mentalität hatten Junioren die Chance, sich in zahlreichen Workshops und Simulation Games auszuprobieren. Da Berliner Türen bekanntlich die härtesten sein sollen, gab es allerdings auch beim WTF eine klare Regelung: Wer über 35 ist, kommt hier nicht rein! Wir konnten für euch und alle, die draußen bleiben mussten, einige Eindrücke und Erkenntnisse sammeln.

#1 Keine Ahnung zu haben ist super

Dass man im Laufe eines Arbeitslebens oftmals vor WTF-Momenten steht, in denen man erst mal keine Ahnung hat, stellte bereits Moderatorin Muschda Sherzada‏ in ihrem Talk zur Eröffnung des Festivals fest. Die Berlinerin wurde schon in ihren Zwanzigern zur Pressesprecherin des Onlineshops ABOUT YOU und stand so vor ihrer bisher größten Herausforderung. Dass es aber wiederum völlig okay oder sogar von Vorteil ist, keine Ahnung zu haben, erklärte im nächsten Schritt Dirk von Gehlen von der Süddeutschen Zeitung. In seinen Key Insights plädierte der Social-Media-Leiter für mehr Ratlosigkeit und machte den „Shruggie”-Emoji zum Impulsgeber.

Überforderung ist kein Problem, sondern der Default-Modus unserer Zeit.

Dirk von Gehlen, Social-Media-Leiter der Süddeutschen Zeitung

Seiner Meinung nach seien die Sichtweisen von Menschen, die bereits zu viele Vorkenntnisse, zu viel Ahnung haben meist sehr begrenzt. Es liege ohnehin schon in dem Grundwesen von Ü-30ern, Innovationen vorschnell abzulehnen, ganz nach dem Motto „Früher war alles besser”. Wichtig sei es, sich immer wieder für neue Perspektiven zu öffnen und das gehe nun mal als junger, frischer und nicht vorbelasteter Kopf am leichtesten. Mit folgenden Tipps sollten es die Junioren wagen, schon heute keine Ahnung mehr zu haben:

  1. Habe keine Antwort
  2. Finde gute Fragen
  3. Frage dich z. B. „Und wenn das Gegenteil richtig wäre?”
  4. Vertrau dem Zufall
  5. Hör nicht auf

Unser Gründer und Vorstand Bernhard Fischer-Appelt (l.) auf dem Hot Seat

#2 Versuch und Irrtum sind die beste Strategie

Wer keine Ahnung hat, dem können natürlich auch hier und da Fehler passieren. Wenn man auf der WTF jedoch eins gelernt hat, dann ist es, dass diese sehr wohl notwendig sind. Eine Vielzahl der Speaker, unter anderem auch unser Gründer und Vorstand Bernhard Fischer-Appelt, vermittelte in ihren Talks die „Trial and Error”-Strategie, bei der es darum geht Fehler, zu machen und daraus zu lernen. Diese Theorie bewies sich auf dem Festival auch immer wieder in der Praxis. Sei es bei den Simulation Games oder in den Workshops. Ob es nun hieß, sein Unternehmen bei einer simulierten Social-Media-Krise gegen fiese Internet-Trolle zu verteidigen, oder ob versucht wurde, allein mit dem Smartphone ein eigenes Video zu produzieren und zu schneiden – wer hier nichts wagte, konnte auch nichts gewinnen. Es zeigt sich, dass es im Nachgang meist am interessantesten war, die dabei gemachten Missgeschickte zu analysieren und passende Lösungsansätze zu finden.

Das Simulation Game mit unserem Chefredakteur Dirk Benninghoff (r.)

#3 Manchmal endet auch ein Festival mit einem WTF-Moment

Dass bei einer Festival-Premiere nicht alles zu hundert Prozent rund laufen kann, liegt auf der Hand. Auch hier heißt es durch Versuch und Irrtum herauszufinden, was im nächsten Jahr verbessert werden kann. Das dürften beim WTF nicht nur die zu spärlich vorhandenen Food Trucks sein – auch die Platzierung des letzten Speakers könnte man nochmals überdenken. Vincent Harris, Trump-Supporter und Fracking-Befürworter, sorgte mit seinen kontroversen Kommunikationsthesen nochmals für eine Menge Aufregung. Ehrliches Feedback gab es dafür von einer Besucherin, die keinen Hehl daraus machte, wie „awful” sie Harris’ Vortrag fand. Sowohl das Publikum als auch die Moderatorin blieben nicht gerade wenig erstaunt zurück. Ob man nächstes Mal lieber einen versöhnlicheren Abschluss plant oder ob dieser WTF-Moment dem Namen des Festivals alle Ehre machte und genau richtig kam, sei nun dahingestellt.

Wir freuen uns jedenfalls schon auf das WTF 2018!

fischerAppelt stößt an bei der Live Case Study von Jägermeister

Elena Keller

verantwortet als Digital Native das Social Media Marketing von fischerAppelt.




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