Podcast

Dating-Deutschstunde mit Juliane Leupold und Tinder

Darum geht's in unserer 91. Podcast-Folge „Monsters of Content Marketing“

Dirk Benninghoff

Dirk Benninghoff

Chefredakteur

Erfolgsstories funktionieren nicht, Astro-Talk dafür umso besser: Die neue Folge der Monsters of Content Marketing taucht tief ein in die Welt des Online-Datings. Und mit wem ginge das besser als mit Juliane Leupold, Kommunikations- und Marketingchefin von Tinder? Ein Podcast über das Dating-Vokabular der GenZ, Konkurrenz für RTL und den neuen Funken der Liebe.

Dieser Podcast startet mal ganz ungewohnt mit Nachhilfe. Tinder-Deutsch 2026: Juliane Leupold  klärt auf in der neuen Ausgabe der „Monsters of Content Marketing“. Von Breadcrumbing über Cuffing Season bis Loud Looking. Aktuelle Trends im Online-Dating sind nicht in deutsche Begriffe zu fassen. Kein Wunder, schließlich ist die Zielgruppe der mittlerweile 15 Jahre alten App die GenZ zwischen 18 und 25 Jahren.

Ein neuer Trend ist Double Dating: Statt zwei Leuten verabreden sich über Tinder gleich vier. Für die Kommunikation extrem förderlich. „Bei vieren ist die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem Gespräch kommt, höher“, sagte die Kommunikations- und Marketingchefin von Tinder. Und damit zu einem Date. Denn, so die Tinder-Wissenschaft, erst ab der sechsten Antwort im Chat wird in der Regel ein Date aus dem virtuellen Flirt. Und das findet neuerdings häufiger auch mal zu viert oder zu dritt statt.

Tinder goes Trash-TV

Daraus hat Tinder jetzt seine erste TikTok Show gemacht. „Double Date Island“. Klingt nach Trash-TV. Ist aber Konkurrenz dafür. In acht Ländern wurden Dating-Doppel gecastet und dann nach Portugal gebracht, wo wie bei den TV-Vorbildern von „Love Island“ oder „Temptation Island“ die Dating-Funken überspringen. Daraus wurden dann „unfassbar viele Content Pieces“ nicht fürs Fernsehen, sondern für TikTok produziert. Ein weiterer Unterschied zu den RTL-Vorbildern: Positives Dating soll im Vordergrund stehen, auch wenn es durchaus mal Reibereien geben darf. Denn eigentlich ziehen – wie überall – Dramen besser, sagt Juliane Leupold, „Erfolgs-Storytelling ist den Leuten zu langweilig.“ 2025 wurde die Serie noch für Youtube präsentiert, die längeren Filme kamen aber nicht so gut an, jetzt setzt Tinder auf „pure social und superkurze Cuts“.

Nicht nur mit den Doppel-Dates bietet Tinders Geschäft natürlich besten Stoff fürs Storytelling. Zumal, wie Juliane Leupold sagt, „die GenZ alles öffentlich ausspricht und verhandelt“. Schon dadurch enstehe die nötige Reibung. Was aktuell auf der Plattform in Sachen Kommunikation ganz weit oben steht: Astrologie. „Bei jungen Frauen ein wahnsinnig aufgeladenes Thema.“ Wie auch Musik funktioniert Astro hervorragend als Einstiegsthema, vor allem bei Leuten, die sich sonst schwerer tun mit der Kommunikation. Für beides lässt sich auf Tinder ein spezieller Modus einstellen. So will die Plattform den „Spark“ kreieren, den Funken, der überspringen soll. Das ist bei Deutschen schwerer als in anderen Ländern, denn wir seien „unfassbar unbeeindruckbar“ gegenüber neuen Trends, sagt die Expertin. „Als wären wir ne abgeschlossene Rieseninsel.“

Was Juliane Leupold in der deutschen Medienlandschaft für besonders tragisch hält, warum „Situationship“ über allem steht und wie Tinder seine Daten für die Kommunikation einsetzt: Das und mehr erfahrt ihr in der neuen Folge der Monsters of Content Marketing.


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