Völlig schwerelos

29.09.2017

Wir unterstützen die ersten deutschen Astronautinnen

Parabelflug und Übungen in der Zentrifuge – mit diesem Programm haben die beiden ersten weiblichen Astronauten-Trainees aus Deutschland im August ihre Ausbildung in Moskau begonnen. Zwei Jahre lang werden Nicola Baumann und Insa Thiele-Eich auf den Einsatz im Weltall vorbereitet. Die beiden Frauen hatten sich zuvor im Auswahlverfahren der unabhängigen Initiative „Die Astronautin“ gegen 400 andere Kandidatinnen durchgesetzt.

Als Partner des Projektes tun wir, was in der Macht der Kommunikation liegt, um den Einsatz auf der ISS zu realisieren. Unsere Mission ist es, die Initiative und die beiden Astronautin-Trainees grandios zu platzieren: Für Fernsehen, Radio, Tagespresse und Fachkreise sammeln wir Fakten, erzählen Geschichten und zeigen allen, was hier Spektakuläres Form annimmt.

Zwischen Schwerelosigkeit und extremer Beschleunigung

Die erste deutsche Frau im All sein: Das ist das Ziel der Eurofighter-Pilotin Nicola Baumann und der Meteorologin Insa Thiele-Eich. Zum Ausbildungsstart reisten die beiden Frauen nach Moskau und absolvierten vom nahe gelegenen russischen Militärflughafen Star City ihren ersten Parabelflug. Dabei lernten die beiden Frauen die Schwerelosigkeit und das Bewegen darin kennen. Bei den weiteren Parabeln standen gezielte Experimente im Fokus. Dazu zählten das An- und Ausziehen des Raumanzugs inklusive Helm, das Trinken – insbesondere das Schlucken – in der Schwerelosigkeit sowie Lektionen zur Formationsbildung.

Astronauten-Trainees Nicola Baumann (l.) und Insa Thiele-Eich in der Schwerelosigkeit

32 Jahre meines Lebens habe ich mit der Schwerkraft gelebt. Und jetzt hat sie plötzlich jemand „ausgeschaltet”. Ich fand das unglaublich, spannend und absolut süchtig machend. Diesem Gefühl werde ich noch lange hinterherjagen.

Nicola Baumann, Astronauten-Trainee

Außerdem standen Übungen in der Zentrifuge auf dem Programm, um den Start einer Rakete zu trainieren. Denn dabei muss der Körper extreme Beschleunigungen bewältigen. „Die Trainingseinheiten in Moskau sind ein erster wichtiger Schritt für die beiden Trainees in ihrer Astronautenausbildung“, erklärt Peter Eichler, Crew Training Coordinator, der 16 Jahre für die ESA Astronautentraining entwickelt und durchgeführt hat. „Im weiteren Verlauf erhalten die beiden Frauen eine maßgeschneiderte Ausbildung mit technischen und wissenschaftlichen Übungen, auch Russischunterricht steht auf dem Lehrplan. Russisch ist neben Englisch offizielle Sprache an Bord der ISS.

Nicola Baumann bei Übungen und Experimenten

Forschungsmission auf der ISS im Jahr 2020

Die über Spenden und Sponsoren durch die Initiative „Die Astronautin“ finanzierte Ausbildung zur Astronautin dauert zwei Jahre. In ihrem Verlauf entscheidet sich, welche der beiden Frauen im Jahr 2020 für eine Forschungsmission zur ISS fliegt. Während der Mission sollen unter anderem Daten über das Verhalten des weiblichen Körpers in der Schwerelosigkeit und über psychische und soziale Belastbarkeit gesammelt werden.




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