Teengeist

Flaute für Fridays for Future?

Teengeist-Umfrage zum Klimaschutz

fischerAppelt News

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Der Artikel erschien zu erst in der W&V.

Heißt es zukünftig etwa nicht mehr: Fridays for Future? Für über die Hälfte der Gen Z ist es aktuell unvorstellbar, für den Klimaschutz auf die Straße zu gehen. Dabei wird der Generation doch so ein großes Nachhaltigkeitsbewusstsein nachgesagt. Welche Rolle spielen also Klimawandel, Umweltschutz und Nachhaltigkeit für die Teens? Unsere Kompetenz-Unit Teengeist  hat nachgefragt. Gemeinsam mit Appinio   und W&V   haben wir die überraschenden Studienergebnisse im dritten großen Teengeist  Report veröffentlicht. Zudem gibt die Befragung Aufschluss über angesagte Hypes und Trends der Jugendlichen.

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Wie schätzen die Teens den Klimawandel ein? Spüren sie selbst bereits Auswirkungen? 69 Prozent antworteten hier mit ja, der Rest nimmt keine Folgen der Klimaveränderung in Deutschland wahr. Vor allem die Veränderung des Wetters wird hier genannt: „Im Winter gibt es weniger Schnee, im Sommer ist es extrem heiß. Es gibt mehr Wetter- und Naturkatastrophen wie Starkregen und Überflutungen dieses Jahr.”

Gen Z = Generation Angst?

Apropos fühlen: Gen Z, macht euch der Klimawandel eigentlich Angst? 38 Prozent schauen der Zukunft nahezu entspannt entgegen. Sie machen sich keine großen Sorgen um die Auswirkungen. Jedoch haben zwei Drittel (62 Prozent) der Jugendlichen (eher) Angst vor dem Klimawandel.

Aber warum fürchtet sich die Gen Z vor dem Klimawandel? 32 Prozent haben Sorge, den nachfolgenden Generationen eine kaputte Welt zu hinterlassen. Ebenfalls 32 Prozent finden es besonders beängstigend, dass sie die Folgen nicht einschätzen können. Dass der Klimawandel sie direkt betreffen wird, fürchten 20 Prozent der Befragten. Ganze 14 Prozent fürchten in Zukunft sogar um ihren Wohnort. Sie glauben, dass dieser bald nicht mehr bewohnbar sein wird. 2 Prozent der Teens geben andere Gründe für ihre Angst an. Oft genannt wird dabei das Aussterben der Tiere sowie wirtschaftliche Konsequenzen. „Die Tiere sind mir am wichtigsten, denn die können nichts dafür.”

Ja, wir wollen!

Wenn die Sorge also groß ist – wie steht es dann um das eigene Engagement im Bereich Klimaschutz? Sind die jungen Menschen denn überhaupt motiviert, ihren eigenen CO2-Fußabdruck  zu reduzieren? Knapp zwei Drittel (64 Prozent) der Teens behaupten von sich, dass sie diesbezüglich etwas tun. Jedoch gibt es auch von 36 Prozent ein klares Nein!

Freitagsdemo adé?

Doch jetzt Hand aufs Herz: Wer steht regelmäßig öffentlich für die Umwelt ein? Laut Medien ist es ja vor allem die Gen Z, die regelmäßig öffentlich für den Klimaschutz protestiert. Doch hier gibt es eine überraschende Wendung: Laut der aktuellen Umfrage sind nur 26 Prozent der Teens selbst ein oder mehrere Male auf die Straße gegangen. Nur 21 Prozent planen in Zukunft an einer Klimademonstration teilzunehmen. Erstaunlicherweise können sich über die Hälfte der Teens (52 Prozent) nicht vorstellen, dies zu tun. Werden zukünftige Freitage nicht mehr länger unter dem Motto Fridays For Future stehen?

Die Gen Z über ihre Beteiligung an Klimademonstrationen.

Verzicht für den Umweltschutz?

Aber es muss ja nicht immer der laute Protest sein – wo versucht die Gen Z den Umweltschutz im Alltag umzusetzen? Ungefähr 40 Prozent der Antworten zahlen auf die Themen Mobilität und CO2-neutrale Fortbewegung ein. „Nur mit dem Auto fahren, falls es wirklich nötig ist”, geben die Teens an.

13 Prozent wollen Plastik im Alltag reduzieren oder sogar ganz vermeiden. Am dritthäufigsten wurde die Umstellung der eigenen Ernährung genannt:

„Eine Zeit lang hab ich mich auch vegetarisch ernährt, im Moment reduziere ich den Fleischkonsum.” Zwar möchten die meisten Befragten versuchen, auf Fleisch zu verzichten, doch in der Realität sieht das anders aus. Dies hat bereits die vergangene Teengeist Umfrage im September  gezeigt. Bei 59 Prozent der Teens stehen fast täglich Fleisch und Wurstwaren auf dem Speiseplan. Nur 15 Prozent gaben an, sich entweder vegetarisch, vegan oder pescetarisch zu ernähren.

Style before Nachhaltigkeit?

Und wo sehen die Teens die größten Herausforderungen im nachhaltigen Alltag? In den Top 3 liegen Kleidung, Ernährung und Fortbewegung. Nahezu jedem zweite Teenie (46 Prozent) fällt es schwer, nachhaltige Klamotten zu kaufen. Jedoch ist nachhaltige Mode in ihren Augen oft nicht stylish genug und zu teuer. Darüber hinaus ist die Auswahl an Klamotten nicht groß genug.

Das spricht für die Gen Z gegen einen nachhaltigen Lebensstil.

Teengeist Report Vol. 3 – Klimaschzutz Edition zum Download