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Mindestlohn, Klimawandel und Altersversorgung

Teengeist-Umfrage zur Ampelkoalition

fischerAppelt News

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Seit über einem Jahr geht unsere Teengeist-Unit  mit zahlreichen Umfragen der Frage auf die Spur, was die Gen Z bewegt. In diesem Monat haben wir zusammen mit dem Marktforschungsinstitut Appinio  untersucht, wie junge Leute auf die Ampelkoalition blicken. Es wurde damit nach dem Narrativ des Koalitionsvertrages gefragt. Es geht dabei um Generationengerechtigkeit, Fortschrittsglaube und wem man im Kabinett etwas zutraut. Das Ergebnis: Als Ampel Top To-dos sieht die Gen Z nicht etwa Cannabis, Bürgergeld oder Wahlrecht ab 16, sondern vielmehr Mindestlohn, Klimaschutz und Altersvorsorge. Die deutliche Mehrheit blickt hoffnungsvoll auf die neue Regierung. So glauben 64 Prozent der 16- bis 24-Jährigen, dass die Ampel-Koalition ihr Versprechen „Mehr Fortschritt wagen“ einhalten wird, sagt die Teengeist-Umfrage. Als wichtigste Aufgabe sehen die Befragten die Erhöhung des Mindestlohns. Danach folgen Klimawandel und Altersversorgung. Die Details zur Umfrage gibt es hier .

Erhebliche Unterschiede zu älteren Jahrgängen

In einer parallelen Umfrage wurden die Hoffnungen und Forderungen der Teens in einer repräsentativen Studie unter 1000 Menschen mit der Meinung der Gesamtbevölkerung gespiegelt. Die Details zur parallelen Umfrage gibt es hier .

Mehr Fortschritt wagen.

Am deutlichsten zeichnet sich ab, wie unterschiedlich das Vertrauen in die neue Regierung ist: Je jünger, desto mehr Hoffnung setzen die Menschen in die neue Regierung und den Slogan „Mehr Fortschritt wagen.“ Die Besetzung von Ministerposten mit Personen wie Christian Lindner, Robert Habeck und Karl Lauterbach kommen bei einem Großteil der Deutschen gut an. Vor allem Lauterbach sticht bei den älteren Befragten positiv heraus – ganze 72 Prozent der 55-65-Jährigen halten ihn für eine gute Besetzung. Lediglich Annalena Baerbock erhält weniger Vorschusslorbeeren als ihre Kollegen. Obwohl in der Gen Z (16-24-Jährige) doppelt so viele Befragte sie für eine gute Besetzung halten als in der Generation der 55-65-Jährigen, sind es selbst unter ihnen nur 40 Prozent (vs. 20 Prozent unter den 55-65-Jährigen).

Kann die Rot-Gelb-Grüne-Regierung ihre Versprechen erfüllen?

Bei der Frage, ob die neue Rot-Gelb-Grüne-Regierung ihre Versprechen erfüllen kann und dem Slogan „Mehr Fortschritt wagen“ gerecht wird, ist die Bevölkerung gespalten: Jede:r Zweite (55 Prozent) glaubt (eher) daran, aber weniger als die Hälfte (44 Prozent) (eher) nicht – darunter mehr Männer als Frauen (23 vs. 12 Prozent antworteten mit einem klaren „Ja“). Auch setzen jüngere Menschen mehr Hoffnung in die kommende Regierung: Sechs von zehn Befragten (64 Prozent) aus der Generation Z (16- bis 24-Jährige) denken, dass die Scholz-Regierung ihrem Slogan gerecht werden wird. Bei den 25- bis 34-Jährigen ist die Überzeugung genauso groß. Mit zunehmendem Alter sinkt das Vertrauen, denn unter den 55- bis 65-Jährigen blickt nur jede:r Zweite (52 Prozent) optimistisch auf die künftige Regierungsarbeit.

Hoffnung auf Fortschritt: Digitalisierung

Nicht nur die Corona-Pandemie wird die neue Regierung pausenlos beschäftigen, auch andere wichtige Themen erfordern einen akuten Wandel. Etwa die Klimakrise: Hier denkt jede:r Zweite (54 Prozent), dass die neue Regierung einen guten Job machen wird. Die Generation Z (16- bis 24-Jährige) zeigt im Bereich der Umwelt- und Klimaarbeit einen deutlich größeren Optimismus als die Generation der 55- bis 65-Jährigen (61 vs. 50 Prozent). Wenn es um das akute Thema Digitalisierung geht, erwarten sechs von zehn Deutschen (60 Prozent) eine deutliche Steigerung unter der neuen Regierung. Auch hier wirken die jungen Menschen hoffnungsvoller als ihre älteren Mitbürger:innen: So erhoffen sich je zwei Drittel der 16- bis 24-Jährigen (63 Prozent) sowie der 25- bis 34-Jährigen (62 Prozent) mehr digitalen Fortschritt unter der neuen Regierung als etwa die 55- bis 65-Jährigen (56 Prozent). Eine weitere große Baustelle ist das Thema soziale Gerechtigkeit. Jede:r Zweite (50 Prozent) hofft hier auf gute Impulse und einen positiven Wandel unter der neuen Regierung. Hier herrscht über alle Altersgruppen hinweg mehr oder weniger das gleiche Bild.

Hoffnung auf gute Impulse und einen positiven Wandel unter der neuen Regierung.

Vertrauensvorschuss für Koalition generationsübergreifend

Das Kabinett des neuen Bundeskanzlers Olaf Scholz (SPD) trifft bei Jüngeren und Älteren auf teilweise erheblich unterschiedliche Vertrauensvorschüsse. Dass Christian Lindner (FDP) neuer Finanzminister ist, findet mehr als jede:r Zweite (58 Prozent) gut – das findet vor allem die Altersgruppe der 45-54-Jährigen (63 Prozent) sowie markanterweise die Gen Z (60 Prozent). Auch Robert Habeck (Grüne) als Vizekanzler sowie Minister für Wirtschaft und Klimaschutz bekommt Vorschusslorbeeren: Jede:r Zweite (52 Prozent) empfindet ihn als gute Besetzung. Dass Annalena Baerbock das Auswärtige Amt leitet, stößt hingegen nicht so sehr auf Wohlwollen: Jede:r Zweite (53 Prozent) hält sie für eine unpassende Besetzung eines solch wichtigen Ministerpostens. Während die jungen Menschen der Generation Z eher Vertrauen in Baerbock haben (40 Prozent), sieht es bei den 55- bis 65-Jährigen schon ganz anders aus: nur jede:r Fünfte empfindet sie als eine gute Besetzung (20 Prozent). Bei Scholz selbst sieht das Bild eher umgekehrt aus: Je älter die Befragten, desto eher scheinen sie ihn als Kanzler zu befürworten: Fast drei Viertel der 55-65-Jährigen empfinden ihn als eine gute Besetzung für das Bundeskanzleramt (72 Prozent) während das unter den 16-24-Jährigen im Vergleich dazu nur 56 Prozent empfinden.

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