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Magdalena Rogl: Warum Gendern nerven muss

Darum geht's in unserer Live-Podcast-Folge zum #KK21 „Monsters of Content Marketing”

Dirk Benninghoff

Dirk Benninghoff

Chefredakteur

Mit Magdalena Rogl über Vielfalt und Inklusion zu sprechen, kann ganze Vormittage füllen. Und so mussten sich die „Monsters of Content Marketing“  diesmal arg begrenzen, um das Format nicht zeitlich zu sprengen. Wir plauderten mit der Head of Digitial Channels und Top-Influencerin von Microsoft vergangene Woche live auf dem Kommunikationskongress in Berlin . Das Interesse war riesig, der Saal prall gefüllt – und die Fragestunde im Anschluss an den Podcast hätte bis zum Nachmittag dauern können.

Es ist ja das Erste, was uns bei Diversity und Sprache ins Auge springt.

Magdalena Rogl, Head of Digitial Channels

Das Gendern treibt die Republik um. „Wie Microsoft Vielfalt durch Kommunikation“ lebt, war das Thema und die Kommunikatorin gesteht ein, dass die korrekte Sprache anstrengend sein kann, ja sogar sein muss. „Ich finde den Störfaktor ganz wichtig.“ Das schaffe Aufmerksamkeit „bei uns allen“, meint sie und sagt daher: „Es muss bis zu einem gewissen Grad nerven.“

Denn es gehe kein Weg am Gendern vorbei und es gebe auch keine perfekte Lösung. „Sprache hat sich schon immer weiterentwickelt und das müssen wir als Kommunikator:innen abbilden,“ sagt die Microsoft-Frontfrau. Ein Beispiel sei die Abschaffung der „Damen und Herren“-Ansprache an Bord der Lufthansa. Magdalena findet nicht, dass das zu weit gehe. Im Gegenteil. „Wir haben in Deutschland offiziell mehr als zwei Geschlechter.“ Der Einwand, an Bord einer durchschnittlichen Lufthansa-Maschine dürfte es extrem wenig Menschen geben, die sich negativ betroffen fühlen, lässt sie nicht gelten:

Wenn wir es schaffen, dass eine einzige Person sich nicht mehr diskriminiert fühlt, dann haben wir schon viel geschafft.

Magdalena Rogl, Head of Digitial Channels

Sprache reagiert auf neue gesellschaftliche Gegebenheiten. Auch ihre eigene sexuelle Orientierung habe sich verändert. „Ich habe gemerkt, dass es da mehr Möglichkeiten gibt“, sagt Magdalena. Und ihren Kindern verschaffe diese neue Form der Sprache „mehr Freiheit“.

Zusammen mit ihrer Kollegin Paula hat Magdalena schon vor Jahren eine Art Manifest entwickelt mit dem Titel „Wie wir Vielfalt durch Kommunikation leben“.  „Ich habe noch nie so viel Angst vor einer Veröffentlichung gehabt“, gesteht sie heute. „Wir haben jedes Komma extra gecheckt.“ Denn es gab zunächst Gegenwind von einigen Kolleg:innen – auch bei einem fortschrittlichen Haus wie Microsoft, das seit 2014 einen jährlichen Diversity-Report  herausgibt. Selbst im Kommunikationsteam, wo man eine „Verhunzung der Sprache“ fürchtete. Das Feedback nach Fertigstellung hat dann auch Magdalena positiv überrascht.

Wie sich Diversity im Content Marketing niederschlägt, warum Sprache mit Gendern spannender ist und was sie gedacht hat, als sie das erste Mal bei Microsoft war, erzählt Magdalena in der neuen Ausgabe der „Monsters of Content Marketing“ #MoCM.

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